von Kjara von Staden

Als einzige Überlebende gefangen auf einem unbekannten und unbesiedelten Planeten, noch dazu allein mit einem Menschen, der fernab deiner eigenen kleinen Welt lebt und trotzdem anziehend auf dich wirkt – was würdest du tun? Das zeigen Lilac und Tarver in These Broken Stars. Fans von dystopischen Romanen wie Godspeed werden auch diesen ersten Band der neuen Trilogie von Amie Kaufman und Meagan Spooner gerne lesen!

Kaufman, Amie/ Spooner, Meagan: These Broken Stars. Lilac und Tarver.
Carlsen, Hamburg 2016.
491 Seiten. 19,99 €
ISBN 9783551583574.
Empfohlen ab 14 Jahren.

Inhalt

Dutzende neu entdeckte Planeten, die allesamt terraformiert, das heißt, dem Menschen zugänglich gemacht wurden. Ausladende Raumschiffe, die mit Lichtgeschwindigkeit im Hyperspace fliegen und somit eine Reise zwischen den Planeten wie einen Urlaubsflug wirken lassen. Kriege, die entstehen. Das alles gehört zum normalen Leben von Lilac und Tarver – dem reichsten Mädchen der Galaxie und einem gefeierten, aber unfreiwilligen Kriegshelden aus einfachem Hause. Sie beide trennen Welten voneinander, obwohl sie auf demselben Raumschiff durch das Universum reisen. Doch als die Icarus, die eigentlich als sicherstes und stabilstes Schiff ihrer Zeit gilt, abstürzt, gelangen Lilac und Tarver gemeinsam in eine Rettungskapsel – und landen auf einem fremden, halb terraformierten Planeten. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass sie die einzigen Überlebenden des Absturzes sind und auch sonst kein menschliches Leben auf dem Himmelskörper zu finden ist. Gezwungen, miteinander auszukommen, schlagen sie sich durch die fremden Gefilde des Planeten und müssen bald feststellen, dass sowohl der Absturz als auch die abgebrochene Terraformierung einen besonderen Grund haben.

Kritik

Amie Kaufman und Meagan Sponner – die selbst auf zwei unterschiedlichen Kontinenten leben und schreiben – erzählen These Broken Stars abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Lilac und Tarver. Dies ermöglicht einen vollständigen Zugang zu den Gedanken und Gefühlen beider Protagonisten und einen Blick ins Innere beider Figuren. Die Spannung wird indes durch kleinere Passagen, die zwischen den einzelnen Kapiteln eingeschoben werden, zusätzlich gesteigert. Denn diese in reiner Dialogform gehaltenen Abschnitte geben einen Einblick in eine Befragung Tarvers durch einen Beamten, der für Lilacs einflussreichen Vater arbeitet. Dieser ist gleichzeitig Inhaber des führenden Unternehmens für Raumschiffbau und Terraformierung neuer Planeten. Tarver spricht dabei über den Absturz der Icarus, seine Zeit auf dem fremden Planeten und über Lilac und seine Beziehung zu ihr. So wird schnell deutlich, dass Tarver es in jedem Fall von dem Planeten herunter geschafft haben muss. Wie es um Lilac steht, bleibt jedoch völlig offen.

Der Roman überzeugt vor allem durch seine flüssige Erzählart. Obwohl sich die Geschichte bis auf den Anfang und das Ende nur um Lilac und Tarver dreht, (alle anderen Menschen auf dem fremden Planeten sind ja tot), schaffen die Autorinnen, dies über mehrere hundert Seiten nicht langweilig werden zu lassen. Beide Figuren werden so detailliert ausgestaltet, dass man sofort für und mit ihnen fühlen kann. Es wird dabei vor allem auf die Gefühle der beiden Protagonisten geachtet. Die Liebe zwischen Lilac und Tarver entwickelt sich langsam. Dabei wird oft der Umstand betont, dass beide aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen:

"(…) die Soldaten beneiden uns High-Society-Leute gar nicht. Sie lachen über uns mit unseren leuchtenden Ballkleidern und Sonnenschirmen, über unsere perfekt nachgebildeten Wohnzimmer und Salons. (…) Ich entspreche noch nicht einmal ansatzweise der Art von Mädchen, die ihm gefallen könnte, genauso wie ich bisher keine Gelegenheit ausgelassen habe zu betonen, dass er der letzte Mann der Galaxie ist, den ich berühren wollte. Nur stimmt das nicht." (S.184)

Am spannendsten ist jedoch die Darstellung einer dystopischen Zukunft, in der selbst die Erde nicht mehr zu existieren oder zumindest nicht mehr fortschrittlich genug scheint. Die neu entdeckten Planeten erwecken den Anschein, nur noch wenig mit der Erde gemein zu haben und sind zusätzlich auch noch nach Gesellschaftsschichten sortiert. So wird ein besonders komfortabler Planet mit den besten Lebensbedingungen vorwiegend von der High Society besiedelt. Und während andere dystopische Jugendromane sich mit der Gesellschaft und ihrem Verfall auseinandersetzen, legt These Broken Stars den Fokus auf technischen Fortschritt und thematisiert gesellschaftliche Prozesse nur am Rande. Insgesamt wird jedoch im Vergleich zu anderen antiutopischen Texten wie Die Tribute von Panem, Die Bestimmung oder Selection recht wenig über die Welt, in der Lilac und Tarver leben, offenbart.

Fazit

These Broken Stars. Lilac und Tarver überzeugt aufgrund seines den Leser in den Bann ziehenden Erzählstils und die Authentizität der beiden Protagonisten. Obwohl hier zwei Autorinnen am Werk waren, wirkt der Roman in sich geschlossen und flüssig. Jugendliche ab vierzehn Jahren, die gerne in eine unbekannte und spannende Zukunft eintauchen, werden den Roman nicht mehr aus der Hand legen können.

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