von Kirsten Kumschlies

Dezember, Schnee und Weihnachten in den Alpen: Doch in dem Dorf, in dem Max und Mia wohnen, geschehen ganz merkwürdige Dinge. Leute verschwinden, und im Hotel ihres Onkels taucht ein seltsamer Gast auf. Was hat das zu bedeuten? Ein einfach erzählter Kinderkrimi, der dem Adventskalender-Prinzip folgt, eine weihnachtlich-winterliche Stimmung erzeugt und schlicht und ergreifend Spaß macht.

Hänel, Wolfram: Drei Weihnachtsengel auf heißer Spur. Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln.

Zeichnungen von Susanne Göhlich
Random House Cbj, München 2017.
190 Seiten. 10,30 €
ISBN 978-3-570-17415-9
Empfohlen ab 8 Jahren.

Inhalt

Die Geschwister Max und Mia leben mit ihrer Mutter Andrea und ihrem Berner Sennenhund Caruso im Hotel ihres Onkels Toni in einem Bergdorf mitten in den Alpen. Es ist ein kleines Hotel, "mit ein paar kleinen Zimmern, in denen es nicht viel mehr gibt als ein Bett, einen Schrank, ein Waschbecken und genau drei Kleiderhaken an der Wand. Manchmal auch noch einen wackligen Tisch und einen Stuhl davor" (unpag.) -  so beschreibt es der Ich-Erzähler und Protagonist Max zu Beginn des Adventskalender-Kinderkrimis, der an den ersten Band Die geheimnisvollen Weihnachtspäckchen anschließt. Auch diesmal lösen die Kinder einen Kriminalfall, der mit der Entdeckung beginnt, dass Carlo, der Freund der Geschwister, plötzlich verschwunden und die Pizzeria seiner Eltern geschlossen ist, ohne dass Carlo sich von ihnen verabschiedet hat. Und er ist nicht der einzige, der das Dorf verlässt. Auch der ortsansässige Kuhbauer verkauft ohne plausible Begründung seine Kühe und geht. Der Verdacht, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht, erhärtet sich, als Max und Mia eine SMS von Carlo mit folgendem Wortlaut erhalten: "Passt auf! Im Dorf passiert was, was nicht gut ist! Mehr darf ich nicht sagen." Als die Kinder versuchen, den Freund zurückzurufen, ist sein Handy ausgeschaltet. Klar, dass Max und Mia sich als Detektive betätigen und der Sache auf den Grund gehen. Denn merkwürdig ist auch der neue Hotelgast aus München, Herr Großmann, der sich bei ihnen eingemietet hat, obwohl er doch so viel besser in den Alpenhof passen würde, den "Angeberschuppen" im Dorf, der eigentlich "nur was für Leute ist, die zu viel Geld haben" (unpag.).

Kritik

Wolfram Hänels Kinderkrimi folgt dem klassischen Schema von Detektivromanen für junge Leser, hier in Kombination mit einer Adventskalender-Struktur, die für jeden Tag vom 1.-24. Dezember eine Geschichte liefert, die sich hinter perforierten Seiten zum Auftrennen verbirgt. Der Band gleicht strukturell seinem Vorgänger Die geheimnisvollen Weihnachtspäckchen und setzt damit auf ein einfaches, triviales Erzählmuster, von dem man weiß, dass es Lesern im Grundschulalter sehr viel Spaß machen kann. Während der Kriminalfall für den erwachsenen Mitleser von Beginn an sehr leicht durchschaubar ist, ist er für viele Kinder sicherlich sehr spannend zu lesen. Der romantisch stilisisierte Alpen-Schauplatz sorgt für eine ansprechende, winterliche Atmosphäre, die man sich ja auch von Weihnachtsbüchern wünscht. Als besonders hervorzuheben sind die direkten Leseransprachen, mit denen sich der autodiegetische Erzähler Max unmittelbar an seine Leser wendet und in einen fiktiven Dialog mit ihnen eintritt. Das geschieht regelhaft zu Beginn jedes Kapitels, in direktem Bezug zu den jeweiligen Kapitelenden, die stets wie Cliffhanger aufgebaut sind und den Leser explizit zum Weiterlesen anregen:

"Wer streitet sich bei Onkel Toni im Hotel?
Lies morgen weiter!

9. Dezember
Also, wer streitet sich? Ich mach euch mal ein paar Vorschläge:
Oma Schröder mit dem neuen Gast, Herrn Großmann
Oma Schröder mit Onkel Toni
Meine Mutter mit Onkel Toni
Ich mit Mia
Gut, stimmt, das letzte ist natürlich Blödsinn. Das habe ich auch nur hingeschrieben, um zu sehen, ob ihr überhaupt aufpasst." (unpag.)

 

Auf diese Weise knüpft das Erzählschema an bewährte serielle Formate an und der Text  liefert das, was er liefern will: eine vergnügliche, unterhaltsame Geschichte, in der es mehr um den Kriminalfall geht als um Weihnachten. Lediglich das Setting ist ein weihnachtliches, in diesem bewegen sich sympathisch konzipierte Figuren, was kindlichen Leseinteressen sicher vielfach entgegenkommen wird. Unterstützend kommt die leichte Lesbarkeit des Romans hinzu. Kurze, einfache, vor allem parataktische Sätze erleichtern leseungeübten Kindern oder Leseanfängern die Lektüre. Die Kapitel sind kurz, immer vier Seiten, in deren Mitte sich eine doppelseitige Illustration von Susanne Göhlich einfügt, welche die zentrale Szene der jeweiligen Handlung ins Bild setzt.

Ein Buch für Lesekisten in der Schule oder für gemütliche Schmökerstündchen in der Adventszeit ohne hohe literarästhetische Komplexität. Manchmal tut es ja auch einfache Unterhaltung.

Fazit

Eine klassische Detektivgeschichte im Adventskalender-Format, die an einfache Muster anknüpft und Altbewährtes tradiert. Kinder ab 8 Jahren können sich mit diesem Kinderkrimi entführen lassen in eine weihnachtliche Winterwelt in den Alpen und sich mit Max und Mia auf den Weg begeben, ein Rätsel zu lösen – ganz ohne Gewalt und böse Verbrechen. Nette Unterhaltung wünscht man sich ja manchmal zu Weihnachten. 

 

Diesen Roman können Sie im Rahmen unserer Adventskalender-Aktion bei einer Verlosung gewinnen. Schreiben Sie uns hierzu eine eMail mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und dem Titel dieses Romans am 11.12. an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 


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