Drucken

Das neue Buch der Essener Anthologien für Kinder und Jugendliche ist erschienen: "Dann öffnete sich mit die Tür" zeigt den Handlungsoptimismus junger Menschen.

Stellt euch mal vor, es gäbe keine Türen. Jeder könnte bei euch ein‐ oder ausspazieren, wie es ihm gerade passt! Wie soll die Privatsphäre erhalten bleiben ohne Türen? Oder wie sollen wilde pubertäre Teenis Türen zuknallen, wenn Mama und Papa mal wieder Recht haben, es aber gar keine Tür zum Zuschlagen gibt? Wie sähe unser Leben aus ohne Türen?

Svenja Neumann (16 Jahre) 

Wer hat das noch nicht erlebt! Dass sich ihm auf einmal eine Tür öffnet. Wortwörtlich oder im übertragenen Sinne. Endlich, sagt der eine, um Himmels willen, der andere. Es ist ein wichtiger Moment, vielleicht sogar der entscheidende Moment im Leben. Bin ich willkommen auf der anderen Seite der Tür oder werde ich gerade eben wortwörtlich vor die Tür gesetzt? Was sehe ich dahinter? Etwas Schönes, auf das ich schon lange gewartet habe oder den Schrecken, der alles bei mir auf den Kopf stellt und mir Angst einjagt?

Fasse die Türklinke / und öffne die Tür! / Sei auch du mutig / und entscheide/ den nächsten Schritt. 

Hülya Öncel (15 Jahre)

Artur Nickel, Gründer der Essener Kulturgespräche und Initiator der Essener Autorenschule hat zusammen mit Andreas Klink ein weiteres Buch der Essener Anthologien herausgegeben. Diese Reihe besteht seit 2005 und ermöglicht Kindern und Jugendlichen im Ruhrgebiet, sich zu bestimmten Themen zu äußern und ihre Gedanken darüber niederzuschreiben. "Dann öffnete sich mir die Tür" ist diesmal der Titel. Kinder- und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren haben mitgemacht und insgesamt etwa 150 Texte eingereicht, von denen ca. 80 Texte für die neue Essener Anthologie ausgewählt wurden. Die rege Beteiligung zeigt, dass Jugendliche zu diesem Thema viel zu sagen haben. Wie jedes Jahr bestechen die eingereichten Texte durch ihre Vielfalt und Individualität.

Meine Tür ist etwas ganz Besonderes. Sie ist eigentlich eine ganz normale Holztür, aber gleichzeitig auch mein Leben. Immer wenn etwas passiert, klebe ich ein Stück Glas auf die Tür und schreibe das Geschehnis auf. Sie ist meine eigene Mosaiktür, die mein Leben zusammenfasst. Ich nehme immer verschiedenfarbige Glasstücke, nicht größer als eine Walnuss. In unserem Haus gibt es keine schönere Tür.

Elena Kreizer (18 Jahre)

Mit einer stimmungsvollen Premierenlesung im November 2013 wurde das neunte Buch aus der Reihe "Essener Anthologien" vor ca. 250 Gästen vorgestellt. Viele der mehr als 80 jungen Autorinnen und Autoren waren persönlich gekommen und hatten Eltern, Lehrer, Freunde und Bekannte mitgebracht. 

Doch dann bekamen die verschlossenen Türen mit der Zeit Risse und Löcher, durch die allmählich die ersten Sonnenstrahlen hineinschienen. Der Grund war die Hilfe, die ich bekommen habe. Jetzt steht mir die Zukunft offen, doch das Ungewisse scheue ich nicht, nein, es macht mich neugierig.

Lisa Hermann (15 Jahre)

Andreas Klink und Artur Nickel (Hg.): Dann öffnete sich mir die Tür ... Ein‐ und Ausblicke von Kindern und Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet.
Grafiken von Veronika Effling
Geest‐Verlag 2013
320 S., 12,00 €
ISBN 978‐3‐86685‐433‐8