Neues Jahr, neues Glück: Das gilt wohl auch für das Kinder- und Jugendkino 2015. Im Januar sind die genuin an ein junges Publikum gerichteten Neustarts eher dünn gesät, der Unterhaltungswert und die Qualität sind dafür umso höher. Das Kinder- und Jugendkino im Januar 2015 im Überblick.

5 Freunde 4

(Kinostart: 29.01.2015)

Nun müssen die fünf Freunde auch im Orient ihren Spürsinn unter Beweis stellen: Auf einer sommerlichen Ägypten-Exkursion ertappen George (Valeria Eisenbart), Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen), Anne (Neele Marie Nickel) und Timmy, der Hund, einen Mumien-Dieb. Der Räuber kann fliehen, doch die Kinder finden in der Mumie das sagenumwobene Amulett des allerersten Pharaos, das angeblich zu einem unermesslichen Schatz führt. Eigentlich wollen sie das Amulett nun zum Leiter der Altertumsabteilung in Kairo bringen, doch es wird gestohlen und Bernhard, der Vater von Julian, Dick und Anne, als vermeintlicher Grabräuber verhaftet. Den Freunden bleibt also nicht anderes übrig, als auf eine Abenteuerreise aufzubrechen, um das Amulett zu finden und Bernhards Unschuld zu beweisen. Doch das erweist sich als schwerer als gedacht.

 

Doktor Proktors Pupspulver

(Kinostart: 15.01.2015)

Auch Krimiautoren brauchen mal Entspannung: Jo Nesbø, sonst ein Spezialist für brutale Plots, lieferte die Romanvorlage für diesen sehr, sehr skurillen deutsch-norwegischen Kinderfilm: Der geniale Tüftler Doktor Proktor bringt eine brillante Erfindung nach der anderen heraus, die dann postwendend von seinem Erzrivalen, dem bösartigen Hochstapler Thrane kopiert wird. Die neueste Erfindung von Doktor Proktor ist geradezu nobelpreiswürdig: Mit seinem Pupspulver bekommt man genügend Antrieb, um bis zum Mond zu fliegen. Als Thrane die Formel für das Pupspulver stehlen will, eilen das Nachbarsmädchen Lise und ihr Freund Bulle Proktor zu Hilfe. Für die einen mag Doktor Proktors Pupspulver der Untergang des Kinderabendlandes sein – der Rest dürfte mit dieser wohltuend schrägen Klamotte jede Menge Spaß haben.

 

Baymax – Riesiges Robowabohu

(Kinostart: 22.01.2015)

Glaubt man den ersten Presseberichten, ist den Disney Studios hier tatsächlich ein Meisterwerk gelungen: Baymax dreht sich um die sonderbare Freundschaft zwischen dem 13-jährigen Hiro und dem Erste-Hilfe-Roboter Bamyax, der aussieht wie ein Marshmallow aus Ballonseide (und entsprechend häufig geflickt werden muss). Hiro ist ein junger Erfinder, der nach einem verheerenden Brand seinen Bruder Tadashi verloren hat. Nur Baymax, der Hiro bei dem Feuer das Leben gerettet hat, lässt der Junge an sich heran. Die Entdeckung, dass ein Bösewicht eine von Hiros bahnbrechenden Erfindungen missbrauchen will, führt die ungleichen Freunde schließlich dazu, eine Superheldengruppe namens "Big Hero 6" zu gründen.

 

Annie

(Kinostart: 15.01.2015)

Kinderstar Quvenzhané Wallis nutzt das Musical-Remake Annie, um sich nach Beasts of the Southern Wild in der Riege der Top-Kinderschauspielerinnen festzusetzen. Am Broadway ist Annie ein Dauerbrenner und wohl eine der beliebtesten "Vom Pflegekind zur Millionärin"-Geschichte der USA: Für die Neufassung hat Sony den düsteren Prätext kräftig mit Hochglanzseife geschrubbt: Das Pflegekind Annie träumt von einem Leben in Glück fernab von der biestigen Pflegemutter (Cameron Diaz). Eines Tages landet sie durch Zufall bei dem Milliardär Stacks (Jamie Foxx), der sie vor einem Unfall schützt. Da Stacks ein veritabler Phobiker ist und deshalb im Bürgermeisterwahlkampf eher schlechte Karten hat, wittert sein PR-Agent in Annie eine wunderbar herzwärmende Geschichte für die Wähler. Flugs zieht Annie also in die Luxuswohnung ihres Wohltäters ein – klar, dass es nicht lange dauert, bis aus dem modernen Scrooge-Imitat ein herzensguter reicher Mann wird. Wie fast immer auf dem sprachlich beklagenswert einseitigen deutschen Kinomarkt wurden auch bei Annie die Originalsongs eingedeutscht und somit nicht von den ursprünglichen Schauspielern eingesungen.

 

St. Vincent

(Kinostart 08.01.2015)

Bill Murray ist einer der Großen des globalen Kinos – was auch daran liegen mag, dass er auf der Leinwand kokett mit dem Älterwerden spielt und sein eigenes Image als Comedian auf die Schippe nimmt. In St. Vincent läuft er wieder zu großer Form auf – eine augenzwinkernd schwarze Komödie, in der Murray einen Vietnam-Veteranen spielt, der unfreiwillig zum Ersatzvater eines bei seiner alleinerziehenden Mutter aufwachsenden Jungens wird. Oliver, so der Name des Zwölfjährigen, reißt ihn aus seinem vordergründig süßen, aber doch vereinsamten und eintönigen Rentnerdasein, dessen Ziellosigkeit er mit Alkohol, Glücksspiel und einer Prostituierten als Dauergeliebter zu übertönen versucht. Die Zutaten für diese im besten Sinne sehr amerikanische Komödie sind bekannt – mit Bill Murray macht es trotzdem wieder viel Spaß. Ab zwölf Jahren.

 

Frau Müller muss weg

(Kinostart: 15.01.2015)

Kein Kinderfilm, aber ein bitterböses und zugleich ungemein kluges Kammerspiel, das im Grundschulmilieu angesiedelt ist: Fünf um die Überfliegergymnasialkarriere ihrer Sprösslinge besorgte Eltern wollen es der Klassenlehrerin Frau Müller beim Elternabend so richtig zeigen, doch der Schuss geht nach hinten los: Die angefeindete Dame stürmt aus dem Klassenzimmer, nicht ohne vorher den Erziehungsberechtigten mal so richtig zu geigen, wie ihre Wunderkinder so drauf sind. Auf sich alleine gestellt, geraten die Eltern im Klassenzimmer schnell aneinander, ähnlich wie in Roman Polanskis Der Gott des Gemetzels. Söhnke Wortmann hat sich mit diesem feinen Film, der auf seinem gleichnamigen, am Berliner GRIPS-Theater uraufgeführten Theaterstück beruht, wieder in der erste Reihe der deutschen Filmemacher zurückgemeldet. Und die Hauptdarsteller Ken Duken, Justus von Dohnanyi, Anke Engelke, Alwara Höfels, Gabriele Maria Schmeide und Mina Tander zeigen, dass nicht nur Elias M’Barek und Karoline Herfurth gutes deutsches Schulkino können.

 

Missverstanden

(Kinostart: 22.01.2015)

Zum Abschluss noch großartiges Arthouse-Kino, das dem Nachwuchs im Grundschulalter garantiert nicht gefallen wird: In Asia Argentos Familiendrama gerät die neunjährige Aria mitten zwischen die Fronten des Rosenkriegs ihrer Eltern (Charlotte Gainsbourg, Gabriel Garko). Während die Erwachsenen so sehr in ihren Scharmützeln verloren sind, dass sie die Bedürfnisse ihrer Tochter völlig vernachlässigen, findet das Mädchen wenigstens in ihrer Freundschaft mit einer streundenden Katze Trost.

 

 

 

 


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