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Meremuinasjutud Sea Fairy Tales Meeresmärchen: 79 Kinderbuchillustratoren aus 10 Ostseeländern

Ausstellung aus Tallinn zu Gast in Volkach

27.2. – 21.3.2014

Die Stadt Tallinn war im Jahr 2011 Europäische Kulturhauptstadt und erstellte zu diesem Anlass eine großartige Sammlung: An die zehn Ostseestaaten wurde eine Einladung versendet, um am großen Projekt der Buchkünstler "Meeresmärchen" teilzunehmen. Die Ausstellung wurde im April 2011 mit Werken von 79 Künstlern eröffnet, diese vertreten ihrerseits das höchste Niveau von Kinderbuchillustration aus ihren jeweiligen Ländern.

Wir kennen alle die alten Meereslegenden, die zur Ostseekultur von weit ferneren Kulturen beigetragen, jedoch dann von der christlichen Tradition adoptiert wurden und ein Teil von landeseigener Folklore und später von der professionellen Kunst unseres Volkes geworden sind. Zum Beispiel die jüdische Geschichte über Jona, der von seinem Gott auf eine gefährliche Reise gesandt wurde, ist vielleicht die bekannteste biblische Legende, die mit dem Meer verbunden ist.

Die meisten der schönen funkelnden, azurblau präsentierten Meereslegenden auf der Ausstellung, meistens Aquarelle oder Collagen, sind heiter und hell dargestellt. Aber das Meer bleibt auch noch heute unberechenbar und unerklärlich.

Der besondere Charakter der Kinder- und Jugendliteratur schließt traurige Nachrichten natürlich nicht aus, aber es gibt in den, an die Kinder adressierten Geschichten, auch immer Hoffnung. Menschlicher Neid, Bösartigkeit, Dummheit und Tod kommen in mehreren Meeresmärchen vor. In russischen und lettischen Märchen über die Seeschlange, die eine menschliche Frau heiratet, wird die Seeschlange von den Verwandten der Braut getötet, was Fremdenfeindlichkeit und Dummheit zeigt. Es gibt Märchen von Robbenfrauen, die am Strand als Mädchen spielen, später glücklich verheiratet mit einem Mann leben und auch deren Leben dank menschlicher Dummheit und Misstrauen zu einem tragischen Ende kommen muss.

Eines der beliebtesten Märchen der Welt ist die Geschichte über die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen. Die Geschichte ist auch atemberaubend traurig und beinhaltet alle bösen Elemente, die der dänischen Erzähler selbst in seinem Leben erfahren hatte.

Hans Christian Andersen ist der in der Ausstellung meist interpretierte Erzähler. Mehrere der Künstler haben die kleine Meerjungfrau dargestellt, das modernste Kunstwerk von ihnen ist die in Korallen gerahmte Ikonenwand der deutschen Künstlerin Katja Kamm. Auf die ganze tragische Geschichte mit seinem sehr traurigen Ende wird sich durch wenige Attribute im Rand des Rahmens berufen.

Aus der Gruppe von Künstlern aus Deutschland bietet vielleicht die größte Überraschung die sehr moderne Interpretation von Aljoscha Blau der alten Geschichten von Karl Immermann über den Baron Münchhausen. Münchhausen befindet sich auf der Suche nach dem wegfließenden Meereswasser und findet sich wieder vor einem modernen, riesigen Waschbecken: dahin ist das Wasser also verschwunden. 

Seit dem Ende der Tallinner Veranstaltungen zur Europäischen Kulturhauptstadt, reisen die Illustrationen durch alle der zehn Teilnehmerstaaten vom 27.2. bis 21.3.2015 machen die Illustrationen Station in der Galerie marijo, wandern dann weiter nach Berlin und anschließend nach Dänemark. Die Ausstellung wird von Ingrid Annel und einer Lesung von Meeresmärchen eröffnet. Die Autorin liest Märchen der Brüder Grimm und sorbische Märchen vom schaurigen Wassermann und seiner Frau vor.

Ausstellung in der Galerie marijo: 27.2. bis 21.3.2015

Eröffnung: Freitag, 27.2.2015, 19 Uhr mit Lesung "Meeresmärchen" von Ingrid Annel

Eintritt: Erwachsene 3 Euro, Kinder und ermäßigt 2 Euro

Bücherflohmarkt am Donnerstag, 12.3.2015, ab 14 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 14-18 Uhr, Samstag 11-17 Uhr und nach Vereinbarung, Eintritt frei

Galerie mari jo, Hauptstraße 32, 97332 Volkach
Tel. 09381-802273 / Fax -802274
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.galeriemariejo.de