Prof. Dr. Dr. h.c. Bettina Hurrelmann ist am 19. Juli 2015 im Alter von 72 Jahren gestorben. Sie war Professorin für Germanistik und Literaturdidaktik an der Universität zu Köln, Leiterin der Arbeitsstelle für Leseforschung und Kinder- und Jugendmedien (ALEKI) und des Forschungsschwerpunkts "Lesesozialisation in der Mediengesellschaft". Zudem war sie Herausgeberin der Zeitschrift "Praxis Deutsch" sowie der Reihe "Lesesozialisation und Medien". Auch die Kinder- und Jugendliteraturkritik verdankt ihr viel: Frau Hurrelmann begründete – damals noch als Printmedium – die bekannte elektronische Empfehlungs- und Rezensionszeitschrift Les(e)bar, durch die Rezensionen und Empfehlungen von Kinder- und Jugendliteratur fortan auch im universitären Umfeld geschrieben und gelesen wurden.

Bettina Hurrelmanns Forschungsarbeit vereinte die Kinderliteratur- und Kindermedienforschung, die Lesesozialisationsforschung und die Literaturdidaktik. Ihr Schwerpunkt lag dabei auf der Rezeptionsforschung und der Lesesozialisation, auf Fragen nach dem Erwerb von Lesefähigkeiten und der Herausbildung von Rezeptionsgewohnheiten. In ihrer Forschung achtete sie stets darauf, sich der Kinderliteratur einerseits als eigenständigem philologischen Untersuchungsgegenstand zu nähern, andererseits aber die (sozialen) Kontexte zu berücksichtigen, in denen sich die Rezeption und Vermittlung von Kinderliteratur bewegt. Dabei arbeitete sie stets interdisziplinär: Sie hat medien- und literaturtheoretische Arbeiten ebenso veröffentlicht wie empirische Studien oder philologisch-historisch orientierte Arbeiten.

Eine besondere Wirkung hatte Bettina Hurrelmann gerade auf jüngere Wissenschaftlerinnen: Sie lebte ihnen vor, wie eine Frau in dem zu ihrer Zeit und auch heute noch schwierigen Umfeld der Universität erfolgreich sein kann und einem ganzen Forschungsfeld immer und immer wieder wichtige Impulse vermitteln kann.

Die Arbeit von Bettina Hurrelmann wird die Kinder- und Jugendmedienforschung noch lange prägen, zumal sie wie nur wenige in unterschiedlichsten Forschungsbereichen tätig war: Lese- und Mediensozialisationsforschung, Literaturdidaktik, historische und aktuelle Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft.

Ihre Verdienste  wurden u. a. gewürdigt mit der Verleihung des Erhard-Friedrich-Preises für besondere Leistungen in der Deutschdidaktik im Jahr 2000. 2012 verlieh ihr die Fakultät für Kultur- und Geisteswissenschaften der Pädagogischen Hochschule Heidelberg die Würde einer Doktorin der Philosophie ehrenhalber.

2011 hat Bettina Hurrelmann in einem Interview mit Gerhard Rupp ihr Leben und ihre Arbeit in der Deutschdidaktik Revue passieren lassen. Die Videoaufzeichnung des Interviews können Sie auf den Seiten des Symposium Deutschdidaktik sehen (dort gibt es auch eine kurze Zusammenfassung als pdf).

Quellen: ALEKI; Nachruf des Vorstands des Symposion Deutschdidaktik


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