Aufgrund brandschutztechnischer Mängel wurde dem Düsseldorfer Marionettentheater bis auf Weiteres die Nutzung von Probe- und Büroräumen untersagt. Damit steht die Existenz dieses kleinen, feinen Theaters auf dem Spiel, das 2016 60 Jahre alt wird und ein fester Bestandteil nicht nur der Düsseldorfer, sondern auch bundesweiten Kulturlandschaft ist.

KinderundJugendmedien.de erklärt sich solidarisch mit Anton Bachleitner und seinem Team und bittet die Düsseldorfer Kulturverantwortlichen, Lösungen zu präsentieren, um den Fortbestand des Düsseldorfer Marionettentheaters zu sichern, das ein unverzichtbarer Bestandteil der Düsseldorfer Kulturlandschaft ist.

Das Team von KinderundJugendmedien.de blickt auf eine lange Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Marionettentheater zurück: Im Rahmen von Tagungen zu Michael Ende und Otfried Preußler haben die Düsseldorfer Marionetten ihre Vorführ- und Backstageräume für uns geöffnet, sie haben Sonderaufführungen für die Tagungsteilnehmer organisiert und sich an den Gesprächsrunden beteiligt, und Anton Bachleitner hat uns durch sein umfassendes Netzwerk an Kontakten gerade bei der Tagung über Michael Ende geholfen, mit einigen besonderen Tagungsteilnehmern Kontakt aufzunehmen.

Auch die Studierenden an den Universitäten Düsseldorf und Bremen haben gerade vonseiten Herrn Bachleitners viel Unterstützung bekommen: Sie konnten im Rahmen von Forschungsprojekten hinter die Kulissen schauen, er hat den Kontakt mit weiteren Künstlern hergestellt und sich immer gerne die Zeit genommen für Hintergrundgespräche oder Interviews über die Kunst des Marionettentheaters.

Das Marionettentheater steht auch für eine unvergleichbare Expertise über das Werk von Michael Ende: sechs Werke des bekannten Autors gehören zum Repertoire der Düsseldorfer Marionetten (Jim Knopf, Momo, Die unendliche Geschichte, Norbert Nackendick, Das Gauklermärchen, Der Wunschpunsch), und bei der Erarbeitung von einigen dieser Stücke war Michael Ende selbst noch involviert. Die Zusammenarbeit zwischen Ende und dem Marionettentheater (in der Person von Anton Bachleitner) kommt sogar in Standardwerken zu Leben und Werk Michael Endes zur Sprache (vgl. Neumahr/Hocke 2007, S. 142-7, 171-4)

 

Wir geben im Folgenden den offenen Brief von Anton Bachleitner wieder, der weitere Informationen über die Lage des Marionettentheaters sowie Kontaktadressen enthält:

 

Nutzung der Produktionsräume und Probebühne 
in den Kellerräumen vom Vermieter untersagt



Bereits im November 2014 fand im Palais Wittgenstein (Eigentümer
 Stadt Düsseldorf) eine wiederkehrende brandtechnische Prüfung statt,
 bei der erhebliche Mängel im gesamten Gebäude festgestellt wurden.
 Das Marionetten-Theater betreffend fehlen demnach zweite Rettungswege
 sowohl für den im Dachgeschoss befindlichen Theaterbüroraum als auch
 für die im Keller gelegenen Produktionsräume und Probebühne. (Das
 Theater nutzt den Büroraum seit 29 Jahren, die Kellerräume teilweise
 seit 35 Jahren). Ein Nutzungsverbot wurde damals allerdings noch
 nicht ausgesprochen. 

Das Kulturamt der Stadt Düsseldorf, das sich immer vorbildlich um die 
Zuschüsse und Belange für das Theater kümmert, kann in diesem Fall
 leider kaum etwas bewirken, da die Gebäudeverwaltung seit einigen 
Jahren beim Amt für Gebäudemanagement liegt. Dieses Amt hat hier die
 Aufgaben, bauliche Lösungen zu finden.

Acht Monate sind seither 
verstrichen und Lösungen scheinen nicht in Sicht. Jetzt hat uns das
 Amt für Gebäudemanagement die Nutzung der entsprechenden Kellerräume
 untersagt. Sollte uns das Theaterbüro auch noch gesperrt werden, wäre
 das Theater nicht mehr betriebsfähig und müsste schließen.

Wir kritisieren vor allem das Krisenmanagement dieser Stadtverwaltung.
Weder erteilt man uns Auskunft über den Sachstand, noch erklärt man uns,
 wie es weitergehen soll. Für die Mitarbeiter des Theaters ist dieser 
Zustand unerträglich. Als Theaterleiter habe ich keinerlei
 Planungsmöglichkeiten mehr. Ohne Produktionsräume können wir keine neuen 
Stücke herausbringen und ohne Probenraum wird der Spielbetrieb erschwert.
 Es geht schließlich um die Existenz des Theaters.



Bereits im März hatte ich die Kulturpolitik angeschrieben. Außer von der
 SPD kam keinerlei Reaktion. Jetzt habe ich mich an den Oberbürgermeister
Herrn Geisel gewandt, in der Hoffnung, dass er unsere Probleme zur Chefsache 
macht. Wenn der Wille da ist, gibt es immer Lösungen. Es kann doch nicht
sein, dass ein so besonderes Theater wie das Düsseldorfer Marionetten-
Theater, das nächstes Jahr 60 Jahre alt wird, wegen Investitionen für
 notwendig gewordene Baumaßnahmen und wegen einer offensichtlich
 überforderten Stadtverwaltung geopfert wird.

Zwei Bitten an alle Freunde des Marionetten-Theaters:

 Der Vorstellungsbetrieb geht weiter. Bitte kommen Sie weiterhin zu uns,
 bringen Sie Familie und Freunde mit und unterstützen Sie das Theater in
 dieser schwierigen Situation durch Ihren Besuch!

 Sie können dem Theater helfen, indem Sie den Verantwortlichen der Stadt Düsseldorf schreiben, wie wichtig Ihnen der Erhalt unseres Marionetten-Theaters ist:



Herrn Oberbürgermeister Thomas Geisel
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Marktplatz 1
40200 Düsseldorf
Fax 0211/89-29002



Herrn Baudezernent Dr. Gregor Bonin

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Fax 0211/89-22579

Stadtverwaltung Düsseldorf
Dezernat 03 
Kaistraße 11
40200 Düsseldorf

Herrn Kulturdezernent Hans-Georg Lohe
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   
Fax 0211/89-29009
 Stadtverwaltung Düsseldorf
Dezernat 09   
40200 Düsseldorf

 

Vielen Dank für Ihr Engagement, 
Anton Bachleitner und die Düsseldorfer Marionetten




Düsseldorfer Marionetten-Theater

Bilker Straße
7
40213 Düsseldorf

Tel. (0211) 32 84 32

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 
Programmvorschau:


29.08.2015 "Tag der offenen Tür" von 12-16.30 Uhr


04.09.-18.10.2015 "Faust – Ein Traum" von S. Kröber


Programmänderung vorbehalten!

 

Literatur:

Uwe Neumahr und Roman Hocke (Hrsg.), Michael Ende. Magische Welten. München: Henschel, 2007


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