von Dr. Andreas Wicke

Der Deutsche Kinderhörspielpreis 2015 geht an "Magdeburg hieß früher Madagaskar" von Zoran Drvenkar. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde am 14. November 2015 im Rahmen der ARD Hörspieltage in Karlsruhe verliehen, die Laudatio hielt die Schauspielerin und "Tatort"-Kommissarin Anna Schudt.

Zoran Drvenkar: Magdeburg hieß früher Madagaskar
Regie: Klaus-Michael Klingsporn
Komposition: Wolfgang van Ackeren
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2015

Das Hörspiel Zoran Drvenkars, der im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur mit Romanen wie "Niemand so stark wie wir" (1999), "Cengiz & Locke" (2002), vor allem aber "Die Kurzhosengang" (2004) bekannt geworden ist, basiert auf dessen gleichnamigem Theaterstück und erzählt die Geschichte von Frankie und Lars, deren Freundschaft auf eine Bewährungsprobe gestellt wird, als Lars eines Tages nicht zur Schule kommt. Frankie will ihn besuchen, wird aber von dessen Mutter davon abgehalten.

"Frankie lässt sich nicht abwimmeln", heißt es in der Jurybegründung. "Weder, als er an der Tür seines besten Freundes Lars klingelt und die Mutter ihn wegschickt – noch, als er sich endlich zu Lars durchgeschlagen hat und nun wissen will, woher der ein blaues Auge hat. Frankie zieht sogar bei Lars ein, und schon sind wir im Zentrum von Zoran Drvenkars anrührendem, dabei immer pointiertem und lebensnahem Hörspiel: Es geht um die Bedeutung von Freundschaft und darum, dass sie gerade in heiklen Situationen auf der Bewährungsprobe steht. Dazu erschafft der Autor vor allem mit Frankie einen markanten Charakter, der selbstbewusst durchs Leben geht. Ohne mit schnellen und einfachen Schuldzuweisungen zur Stelle zu sein, berührt 'Magdeburg hieß früher Madagaskar' darüber hinaus das komplexe Problem häuslicher Gewalt und familiärer Spannungen, das Drvenkar äußerst kind- und jugendgerecht mit großer Abenteuerlust verknüpft. Nach Madagaskar gelangen die Akteure nicht. Sie bleiben lieber ganz bei sich, bei ihrer stark empfundenen Loyalität füreinander und damit bei einer menschenfreundlichen Lebenswahrheit, die 'gute Freundschaft' heißt."

Der Deutsche Kinderhörspielpreis wird von der Film- und Medienstiftung NRW sowie der ARD in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal ausgeschrieben. In diesem Jahr gab es 31 Einreichungen, neben dem Gewinnerhörspiel stehen folgende Produktionen auf der "Top 5"-Liste: "Die Entdeckung Spielofaniens" von Thilo Reffert, "Zwerge versetzen oder der Goldschatz am Ende des Regenbogens" von Hartmut El Kurdi und Wolfram Hänel, "Supertrumpf" von Esther Becker sowie "Leonardo und die Kunst zu fliegen – auch wenn man kein Überflieger ist" von Susanne Friedmann.

Neben dem Deutschen Kinderhörspielpreis wurde bei den ARD Hörspieltagen auch der Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe für "Einschwein" (DKultur 2014) von Anna Böhm verliehen. Über den mit 2.000 Euro dotierten Preis entscheidet eine Kinder-Jury.

 

Ein Interview mit Zoran Drvenkar auf KinderundJugendmedien.de finden Sie hier.


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