[05.03.2016]

Unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen gehören in den deutschen Kindergärten, auf Schulhöfen und Spielplätzen zum Alltag. Durch die jüngsten Fluchtbewegungen nimmt die Zahl der neu ankommenden Kinder und Jugendlichen aber schnell zu. Nahezu jeder Dritte, der im Januar 2016 einen Asylantrag gestellt hat, ist unter 18 Jahre alt. Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird sein, diese Jungen und Mädchen zu integrieren. Der Trendbericht Kinder- und Jugendbuch 2016 zeigt, dass die Buchkultur in Deutschland dabei eine große Rolle spielt. Erstellt wird der Trendbericht vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) und dem Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ).

"Bücher sind Integrationsbeschleuniger. Sie transportieren Gedanken und Geschichten und können Türen für fremde Kulturen öffnen. Indem sie andere Lebenswelten und Lebensläufe beschreiben, verbinden Bücher und schärfen den Blick für den Anderen. Buchhandlungen bieten Foren und Räume, in denen Kinder und Jugendliche andere Welten entdecken können. Verlage und Buchhandlungen übernehmen daher eine wichtige Rolle nicht nur bei der Leseförderung, sondern auch bei der Vermittlung von interkulturellen Fähigkeiten", sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Kosmopolitische Literatur: Der deutsche Kinder- und Jugendbuchmarkt bietet dafür bereits heute ideale Voraussetzungen, denn rund ein Viertel der jährlichen Neuerscheinungen sind Übersetzungen aus anderen Sprachen. "Kinder und Jugendliche profitieren vom literarischen Kosmopolitismus in Deutschland. Indem ihnen die ganze Bandbreite der internationalen und nationalen Literatur zur Verfügung steht, machen sie Erfahrungen mit unterschiedlichen Weltentwürfen und Erzählweisen. Sie erfahren auch, dass die Welten vor unseren Haustüren von großen sozialen und kulturellen Unterschieden geprägt sind", sagt Susanne Helene Becker, Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur.

Flucht und Integration als Themen in Verlagsprogrammen: Durch die wachsende Zahl an Zuwanderern kommen neue Anforderungen auf die Verlage zu. Das zeigt ein Blick in die Programme. 60 Titel der aktuellen und bereits gemeldeten Neuerscheinungen im Bereich Kinder- und Jugendbuch beschäftigen sich explizit mit den Themen Flucht, Toleranz und Integration. "Aktuell geht es den Verlagen vornehmlich darum, Kindern und Jugendlichen die Situation der Flüchtlinge und Migranten so vielschichtig wie möglich darzustellen. Nur wer gut informiert ist, kann Empathie und Verständnis aufbringen. In einem zweiten Schritt wird es darum gehen, auch mittels Büchern den jungen Zuwanderern unsere Kultur und Werte zu vermitteln", sagt Renate Reichstein, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj).

Auf der Leipziger Buchmesse widmen der AKJ, die avj und der Börsenverein dem Thema eine Podiumsdiskussion:

Sich die Welt erlesen! Warum Bücher verbinden und interkulturelles Leben fördern

Teilnehmerinnen: Anna Xiulan Zeeck (Leiterin Desina Verlag, Oldenburg), Andrea Karimé (Autorin, Köln), Mariela Nagle (Buchhandlung mundo azul, Berlin)

Moderation: Torsten Casimir, Chefredakteur Börsenblatt

Zeit: Freitag, 18. März 2016, 10.30-11.30 Uhr

Ort: Leipziger Buchmesse, Forum Kinder-Jugend-Bildung, Halle 2 (Stand A501 / B502)

Ein Mediendossier mit Marktzahlen und Experten-Zitaten steht zum Herunterladen zur Verfügung (PDF): Aktuelle Zahlen zum Kinder- und Jugendbuch, Experten-Zitate zum Trendbericht

 

(Quelle: Arbeitskreis für Jugendliteratur)


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