Familie ist das zentrale Thema bei den "besonderen Kinderfilmen" 2016/17

[13.07.2016]

In den geförderten Filmstoffen des vierten Jahrgangs der Initiative "Der besondere Kinderfilm" stellen sich die jungen Protagonisten sehr unterschiedlichen Familienkonstellationen mit all ihren Herausforderungen. Eine Jury wählte aus 50 Bewerbungen vier Projekte aus, die am 29. Juni auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Filmfest München bekannt gegeben wurden und nun je 25.000 Euro Zuschuss für die Entwicklung eines Drehbuches erhalten.

Am 22. April endete die Ausschreibung des mittlerweile vierten Jahrgangs der von Filmwirtschaft, Politik, Förderungen des Bundes und einiger Länder sowie öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern getragenen Initiative "Der besondere Kinderfilm". Mit 50 Einsendungen blieb die Zahl der Einreichungen auf konstantem Niveau und wartete mit einer großen Bandbreite an Themen auf: Von Migration über Natur und Wildnis bis hin zu einer Häufung von Kinderpsychologinnen. Neben unterhaltsamen Geschichten über Kinderdetektive, Traum- und Fantasiewelten, Sport und Computerspiele lag der Schwerpunkt der Bewerbungen auf ernsten Stoffen wie Scheidung, Trauer, Außenseitertum und Mobbing.

Am 20. und 21. Juni tagte eine elfköpfige Fachjury, die aus allen Einsendungen vier Projekte auswählte. Diese werden fortan zu einem Drehbuch entwickelt, was mit einer Förderung von je 20.000 Euro für die Drehbuchautoren und 5.000 Euro für die Produzenten unterstützt wird.

Mittels der eigenen Stärken und Fähigkeiten seine Ziele zu erreichen und den Familienzusammenhalt zu wahren und zu schätzen, steht bei allen ausgewählten Projekten thematisch im Vordergrund. Wie wichtig dabei Freundschaften sind, spielt ebenso eine bedeutende Rolle.  Die Jury entschied sich für folgende Projekte:

BREAK THE BALLET (Autorin: Vera Kissel / Produzent: Philipp Budweg, Lieblingsfilm GmbH, München): Emma (12) und Paul (10) haben klassischen Tanz mit der Muttermilch aufgesogen: Seit frühester Kindheit trainieren sie Ballett und beide Eltern sind begnadete Tänzer. Oder waren es… Vater Aljoscha kann nach einem Bühnenunfall kaum laufen, Mutter Yvonne hält die Familie mit unterbezahlten Jobs als Choreografin über Wasser. Freude am Tanz haben alle vier schon lange nicht mehr gehabt. Da tritt der Breakdancer Marlon (12) mit Hund Bolle in ihr Leben und zeigt, was Musik und Bewegung alles erreichen kann. Leider hilft ihm das bei seiner eigenen Familie nicht weiter. Zum Glück hat er nicht nur Tanzpartner, sondern richtig gute Freunde gefunden. Emma und Paul zeigen nun Marlon, was der schon lange nicht mehr erlebt hat: eine Familie, die zusammen hält!

CHERRY (Autorin: Michaela Hinnenthal / Produzent: Boris Schönfelder, Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH, Berlin): Lennard (13) ist das abstoßendste, was die 12jährige Cherry sich vorstellen kann: Mädchenschwarm, dumm wie Stulle und der Sohn ihrer Klassenlehrerin. Die ihre neue Mutter ist! Cherry braucht keine neue Mutter, ihre richtige reicht – auch wenn die gerade weit weg in der Mongolei ihren Traum lebt… Lennard geht es nicht anders: Cherry ist so schräg und völlig uncool, sie provoziert ihn und ihr Vater ist einfach eine Nervensäge! Als die Patchworkfamilie aufs Land zieht, beschließen die Geschwister wider Willen: nicht mit uns! Gekonnt setzen die beiden ihre ganze vorpubertäre Energie ein, um die Eltern wieder auseinander zu bringen. Dass sie damit kaputt machen, wonach sie sich immer gesehnt haben – nämlich eine Familie, merken Cherry und Lennard erst, als es fast zu spät ist… 

LUCY IST JETZT GANGSTER (Autoren: Till Endemann und Andreas Cordes / Produzenten: Arek Gielnik und Dietmar Ratsch, INDI FILM GmbH, Stuttgart/Berlin): Lucy (10) ist der wahrgewordene Traum aller Eltern: bezaubernd, brav, höflich und grundehrlich. Aber um ihrer Mama wirklich zu helfen, die an den Folgen eines Unfalls leidet, muss Lucy auf die schiefe Bahn geraten! Sie nimmt Nachhilfe bei ihrem Mitschüler Matteo (11), dem Klassenbesten im Klauen, Lügen und Bestechen. Denn die harmlose Grundschülerin plant einen Banküberfall – und der ist noch niemandem gelungen, indem er besonders bezaubernd war!

WEIHNACHTEN OHNE WEIHNACHT (Autorinnen: Claudia Matschulla und Sibylle Tafel / Produzent: Markus Brunnemann, UFA Fiction GmbH): Der verschlossene Christopher und die impulsive Nino (beide 10) sind seit einem Sommertag am See unzertrennliche Freunde. Doch als die Ferien vorbei sind, soll Christopher in die Fußstapfen seines Vaters treten und aufs Internat der Thomaner gehen. Er hat Angst davor zu versagen und ohne Freunde zu sein. Nino bietet alles auf: ihre georgischen Wurzeln, ihre bedingungslose Loyalität, ihr Ideenreichtum – und schmuggelt sich als Mädchen in das Jungsinternat. Immer bemüht ihre wahre Identität zu verbergen und Christopher durch die harte Ausbildung zu helfen, entdeckt Nino plötzlich ist eigenes Talent und wird damit ungewollt zu Christophers größter Konkurrentin. Wird ihre Freundschaft diese Probe überstehen?

 

(Quelle: Der besondere Kinderfilm)

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