[06.11.2017]

Am Samstag, den 28. Oktober 2017, ist Dr. Erich Jooß, der Vizepräsident der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur  e. V. verstorben. Sein Tod reißt eine tiefe Lücke in die bayerische Literaturszene, so wurde er nicht nur für seine literarisch kenntnisreiche und medienpolitische Expertise geschätzt, sondern auch für sein schriftstellerisches Schaffen, vor allem auch als Lyriker. 

© Volker Derlath

Erich Jooß, der sich nicht nur beruflich, sondern weit darüber hinaus große Verdienste um die Kinderliteratur erworben hat, wurde 1999 durch die Akademie mit dem "Volkacher Taler" gewürdigt, ab 2011 war er ordentliches Mitglied und seit 2013 war er als deren Vizepräsident tätig. Unersetzlich sind seine vielfältigen Erfahrungswerte im Literaturbetrieb, war er doch viele Jahre beruflich sowie in zahlreichen Institutionen und Gremien einschlägig damit befasst.

Von 1984 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2011 war er geschäftsführender Direktor des St. Michaelsbundes in München. Mannigfaltig waren seine Funktionen, ob als Beauftragter der Bayerischen Bischofskonferenz für neue Medien, als Verlagsleiter der "Münchner Kirchenzeitung", als Vorsitzender im Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) oder als stellvertretender Vorsitzender und Sprecher der Verleger bzw. im Katholischen Medienverband (KM). Schließlich war er auch seit 1994 Mitglied der Autorengruppe "Münchner Turmschreiber". Daneben war er immer wieder als Juror für verschiedene literarische Preise tätig, u.a für den Katholischen Kinderbuchpreis.

Erich Jooß war ein nachdenklicher und tiefgründiger Autor, und doch sind seine Veröffentlichungen umfangreich, vor allem im Bereich der Kinderliteratur. Er verfasste zahlreiche Fachaufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden zu Fragestellungen der Volksliteratur (Märchen, Legende), zur (religiösen) Kinderliteratur, zur Leseförderung und Medienpädagogik.

Ihm war es aber auch ein großes Anliegen, Literatur, vor allem aus dem Bereich der Heiligenlegende, Kindern und jungen Familien nahezubringen sowie den Austausch mit jungen Kolleginnen und Kollegen zu suchen.

[Quelle: Nachruf Dr. Claudia Maria Pecher mit Prof. Dr. Dr. Kurt Franz und Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V.) (gekürzte Fassung)]


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