[09.11.2017]

Der Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg 2017 geht an Julya Rabinowich. Rabinowich bekommt den Preis für ihr Jugendbuchdebüt Dazwischen: ich. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wurde der Autorin am Mittwoch, 8. November 2017, im festlichen Rahmen im Alten Rathaus von Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann überreicht.

Unter 300 Einsendungen, darunter 97 verlegte Werke und 203 Manuskripte, hatte die Jury zunächst drei Nominierte ausgewählt. "Es gab gleich mehrere Werke, die sich durch Stil, Sprache und Inhalt klar von der Gesamtheit abhoben und der Jury keine leichte Entscheidung abverlangten. Ganz deutlich traten in diesem Jahr wieder aktuelle Themen in den Vordergrund. Auf der Flucht sein, unterwegs sein, fremd sein, ankommen und zurechtkommen in unterschiedlichen sozialen Verhältnissen – das bildet den Rahmen der Geschichten. Die verschiedenen Protagonisten bewegen sich darin klug, offen und manchmal auch ziemlich schräg. Das häufige Bemühen, auf Kinder- beziehungsweise Jugendniveau zu schreiben, tritt besonders bei den nominierten Werken vollkommen in den Hintergrund und macht Platz für eigene und besondere Stimmen", begründet Nadia Budde die Auswahl der Jury.

Letztendlich entschied sich die Jury für Julya Rabinowich als Preisträgerin: "Geschickt verwebt Julya Rabinowich in vielen kurzen Passagen Erinnerungen an die Heimat und den Krieg, Gedanken an die dort zurückgebliebenen Großeltern und Verwandten mit dem Leben im Hier und Jetzt und den zunehmenden innerfamiliären Konflikten. Sie erzählt präzise und nachvollziehbar, nah dran an den Figuren und ihren Stimmen – damit gelingt ihr ein sehr erhellendes Buch und ein wichtiger Beitrag zum Thema Flucht und Migration, der auch literarisch zu überzeugen weiß", ergänzt Juror Ralf Schweikart.

Die Preisrede auf Dazwischen: ich von Julya Rabinowich hielt die erst kürzlich mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnete Autorin Claudia Kühn (Berlin): "Hier schreibt eine, die genau weiß, wovon sie erzählt und die ihre unverwechselbare Sprache für so ein Schicksal gefunden hat. Eine Sprache, die zwischen kindlich und erwachsen, ängstlich und mutig, grausam und weich wechselt, so wie die Gefühlslage der Erzählerin zwischen all diesen Stimmungen hin- und herschwingt. Allein schon dieser Tonwechsel weist auf eine ambivalente Figur hin – Figuren wie sie die Kinder- und Jugendliteratur braucht, in einer Welt, für deren komplexe Herausforderungen es eben auch keine einfachen Lösungen gibt. Dazwischen: ich von Julya Rabinowich ist ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Ankommen aus dem Dazwischen."

[Quelle: Stadt Oldenburg]


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