[16.01.2019] 

Für ihren Erstling Bitterschokolade erhielt sie mit dem Oldenburger Jugendliteraturpreis die wichtigste Auszeichnung für Debütromane in der Kinder- und Jugendliteratur und begann damit ihre Karriere als Schriftstellerin. Über 50 Bücher zählten zu ihrem Œuvre – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, denn "[e]ntweder [ist] es [...] ein Buch oder nicht, und es gibt auch viele wunderbare Kinderbücher, die Erwachsene unbedingt lesen sollten." (Pressler in Cordsen 2019). Zudem zeichnete sie sich für über 400 Texte als Übersetzerin verantwortlich. Am 16.01.2019 ist Mirjam Pressler verstorben. 

Geboren wurde Mirjam Pressler als uneheliches Kind einer jüdischen Mutter 1940 in Darmstadt und wuchs in einer Pflegefamilie und einem Heim auf. Sie studierte zeitweilig an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt und arbeitete anschließend in einem Kibbuz in Israel. Dort heiratete sie auch, kam jedoch nach der Trennung von ihrem Mann und nach der Geburt ihrer drei Töchter zurück nach Deutschland. Zunächst arbeitete sie in München als Taxifahrerin und Verkäuferin, bevor sie zu schreiben begann  – auch, weil sie sich "so über die Bücher, die ihre Töchter lasen," (Budeus-Budde 2019) ärgerte. 

Auf Bitterschokolade folgten unverzüglich zahlreiche andere Kinder- und Jugendbücher, mit denen sich Mirjam Pressler zu einer der "wichtigsten Autorinnen der antiautoritären Literatur, die bei Beltz & Gelberg erschien" (ebd.) schrieb. Für Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen, in das autobiografische Erlebnisse einflossen, erhielt sie 1995 den Deutschen Jugendliteraturpreis, zahlreiche weitere Auszeichnungen schlossen sich an.  

Neben dem Schreiben arbeitete Mirjam Pressler auch als Übersetzerin – zunächst aus dem Niederländischen, später auch aus dem Hebräischen. Ihre Übersetzung von Zeruya Shalevs Liebesleben kommentierte Marcel Reich-Ranicki mit den Worten: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Original so gut ist wie in dieser Übersetzung". (Reich-Ranicki in Budeus-Budde 2019). Zudem erhielt sie 2010 den Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Gesamtwerk als Übersetzerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit übersetzte sie nicht nur die kritische Ausgabe des Tagebuchs der Anne Frank, sondern veröffentlichte 1991 auch eine "stark erweiterte Neuübersetzung, welche die inhaltlich entschärfte frühere Leseausgabe ablöste." (Pressler 2005-2019) 

Bis zum Schluss schrieb und arbeitete sie unermüdlich: Ihr letzter Roman Dunkles Gold soll im März erscheinen. Nach langer Krankheit ist Mirjam Pressler am 16.01.2019 in Landshut im Alter von 78 Jahren gestorben. 

[Quelle: Mit Material von Munziger (FAZ), Knut Cordsen (BR), Roswitha Budeus-Budde (SZ), Mirjam Pressler (Homepage)]


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