30.08.2012-30.06.2013, Altonaer Museum, Hamburg

Beispielhaft zeigt diese neue Ausstellung des Hamburger Kinderbuchhauses im Altonaer Museum die Weite des Spielraums, in dem neue und auch alte Rollen für Mädchen und junge Frauen im illustrierten Kinder- und Jugendbuch imaginiert werden können.

Denn neben einer Fülle bewegter Bilder im Fernsehen, im Film, in den Computerspielen sind es immer auch noch Bücher, die den Mädchen gerade über das Bild und die äußere Gestalt Angebote machen, sich in tradierte Rollen zu fügen, oder aber individuelle Spielräume zu erkunden.

Überhaupt scheint es so zu sein, dass Mädchen sich gern über einen langen Zeitraum mit ganz bestimmten Figuren aus den Medien (Buch, Film, etc.) identifizieren. Sie sind die Abonnentinnen der "Reihen", vom Trotzkopf, über Hanni und Nanni, bis hin zu den Wilden Hühnern und Bella, die vom Vampir gebissen wurde. Mädchen lassen sich gern begleiten von Figuren, die sie einmal in das Herz geschlossen haben. Sie wachsen mit ihnen, werden mit ihnen "groß". Daher ist es besonders interessant, welche Rollenangebote die illustrierten Bücher den Mädchen heute machen.

Haben Bilder in Büchern überhaupt noch eine Chance Germany’s next Topmodel mit menschlicheren, oder aber viel phantasievolleren Zügen zu versehen?

Das Hamburger Kinderbuchhaus macht nach "Junge! Junge!" den Versuch, auf kleinem Raum einen recht weiten Spielraum zu eröffnen, in dem wir einer Topliga frecher, mutiger, verfressener, enttäuschter, ängstlicher, liebessehnsüchtiger, "schnippischer", phantasiebegabter Mädchen die Türen öffnen. Alles Hamburger Gören. Alle anders, aber nicht rosa, nicht niedlich, nicht glitzernd.

Diese Ausstellung erhebt genauso wenig wie „Junge! Junge!“ den Anspruch, ein systematisches Vorhaben zu sein. Sie zeigt beispielhaft für die Differenziertheit des Mädchenbildes heute, neun hochkarätige Bilderbuchkünstlerinnen und  Künstler mit jeweils einer Mädchenfigur aus ihrem Schaffen. Es wird der Versuch unternommen, diese Figur in ihrem erzählerischen Umfeld zu zeigen, damit wir etwas von der Geschichte erfahren, in der die Protagonistin agiert.

Darüber hinaus kann diese Ausstellung erneut beweisen, wie frei die Illustrationskunst heute eigentlich ist, sieht man von den Marktkonformen Zuschnitten  ab.

Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zu den teilnehmenden Künstlern und Künstlerinnen finden Sie auf der Homepage des Hamburger Kinderbuchhauses.


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