Andreas Steinhöfel hat den Sonderpreis für das Gesamtwerk des Deutschen Jugendliteraturpreises 2013 gewonnen.  Der Preis der Jugendjury ging an Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green, das von Sophie Zeitz ins Deutsche übersetzt wurde (Rezension hier). Die Akademie für Jugendliteratur e.V. hat die Gewinner in den Sparten des Deutschen Jugendliteraturpreises am 11. Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.

Steinhöfel wurde der Akademie für Jugendliteratur zufolge aufgrund seines Sprachwitzes, seiner unsentimentalen und gleichzeitig emphatischen Erzählweise ausgezeichnet: "Andreas Steinhöfel räumt mit gängigen Klischees im Kinder- und Jugendbuch radikal auf. Er nimmt seine Leser an die Hand und führt sie in Abenteuer, die man atemlos liest. Seine Erzählstrukturen sind voller Paradoxien, er irritiert damit den arglosen Leser und zwingt ihn erbarmungslos zum Nachdenken." (Auszüge aus Steinhöfels Dankesrede finden Sie hier. Die Laudatio von Prof. Dr. Eva Maria Kohl finden Sie hier.)

Den Preis für das beste Jugendbuch erhielt Tamta Melaschwilis Abzählen in der Übersetzung von Natia Mikeladse-Bachsoliani. Der Preis für das beste Kinderbuch geht an Frank Cotrell Boyce (Text), Clare Heney und Carl Hunter (Fotografie) für Der unvergessene Mantel in der Übersetzung von Salah Naoura.

Als bestes Bilderbuch wurde Wo ist mein Hut von Jon Klassen (übersetzt von Thomas Bodmer) ausgezeichnet. Das beste Sachbuch 2013 ist Reinhard Kleists Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft.

Die Preise wurden von Dr. Hermann Kues, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, überreicht. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 jährlich für herausragende Kinder- und Jugendbücher vergeben und ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung zählt mit über 1.300 Gästen aus dem In- und Ausland zu den größten Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse.

 

Die Preise im Überblick:

  • Bilderbuch

Gewinner: Jon Klassen, Wo ist mein Hut (ab 4 Jahren)

Begründung der Kritikerjury: "Jedes Detail dieser strukturell einfachen, aber vielschichtigen Geschichte hat seine Funktion, es gibt keine überflüssigen Requisiten und doch für große und kleine Betrachter eine Menge zu entdecken."

Nominiert waren:

  • Isol, Ein Entlein kann so nützlich sein (ab 2 Jahren empfohlen)
  • Stina Wirsén, Nalle liebt Oma (ab 3 Jahren)
  • John Fardell, Der Tag, an dem Louis gefressen wurde (ab 4 Jahren)
  • Einar Turkowski, Der Rauhe Berg  (ab 8 Jahren)
  • Robert Louis Stevenson, Der Pirat und der Apotheker. Eine lehrreiche Geschichte (illustriert von Henning Wagenbreth) (ab 10 Jahren)

 

  • Kinderbuch

Gewinner: Frank Cotrell Boyce (Text), Clare Heney und Carl Hunter (Fotografie) und Salah Naoura (Übersetzung), Der unvergessene Mantel (ab 10 Jahren)

Begründung der Kritikerjury: "In diesem Roman wird das Thema einer Kinderfreundschaft über kulturelle Hindernisse hinweg erzählt. Eine außergewöhnliche Geschichte über die Macht der Kunst und ihre Grenzen, die nebenbei unter Beweis stellt, dass es auch heute noch möglich ist, Kindern jenseits wohlfeiler Klischees, von den Chancen und Schwierigkeiten des interkulturellen Verstehens zu erzählen."

Nominiert waren:

  • Toon Tellegen (Text), Ingrid Godon (Illustration), Ich wünschte (ab 6 Jahren)
  • Jenny Robson, Tommy Mütze. Eine Erzählung aus Südafrika (ab 8 Jahren)
  • Māris Putniņš, Die wilden Piroggenpiraten. Ein tollkühnes Abenteuer um eine entführte Mohnschnecke und ihre furchtlosen Retter (ab 8 Jahren)
  • Robert Paul Weston (Text), Víctor Rivas (Illustration), Zorgamazoo (ab 9 Jahren)
  • Joke van Leeuwen, Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor (ab 10 Jahren)

 

  • Jugendbuch

Gewinner: Tamta Melaschwili, Abzählen in der Übersetzung von Natia Mikeladse-Bachsoliani (ab 16 Jahren)

Begründung der Kritikerjury: "Ein Roman über den Krieg, in dem kein einziger Schuss fällt, und doch offenbaren sich die Schrecken in schmerzhafter Deutlichkeit. Ein Debüt von großer emotionaler Wucht und verstörender Authentizität, dem man, obwohl es nicht ausdrücklich an junge Leser adressiert ist, eine intensive Rezeption im jugendliterarischen Kontext wünschen möchte.

Nominiert waren:

  • Yves Grevet, MÉTO. Das Haus (ab 12 Jahren)
  • Susan Kreller, Elefanten sieht man nicht (ab 13 Jahren)
  • Rolf Lappert, Pampa Blues (ab 14 Jahren)
  • Craig Silvey, Wer hat Angst vor Jasper Jones? (ab 14 Jahren)
  • Christian Frascella, Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe (ab 16 Jahren)



  • Sachbuch

Gewinner: Reinhard Kleist, Der Boxer. Die wahre Geschichte des Hertzko Haft (ab 14 Jahren)

Begründung der Kritikerjury: "Kleist hat eine atmosphärisch dichte, künstlerisch überzeugende grafische Erzählung geschaffen und ein Sachbuch mit großem Aufklärungspotenzial. Dazu trägt vor allem die differenzierte Darstellung der Persönlichkeit Hertzko Hafts bei und der Verzicht auf eine oberflächliche Opfer- oder Heldengeschichte."

Nominiert waren:

  • Mies van Hout, Heute bin ich (ab 3 Jahren)
  • Birte Müller, Planet Will (ab 4 Jahren)
  • Anke M. Leitzgen (Text), Lisa Rienermann (Illustration, Fotos), Thekla Ehling (Fotos), Entdecke, was dir schmeckt. Kinder erobern die Küche (ab 8 Jahren)
  • Anke Bär, Wilhelms Reise. Eine Auswanderergeschichte (ab 8 Jahren)
  • Ann-Marlene Henning (Text), Tina Bremer-Olszewski (Text), Heji Shin (Fotos), Make Love. Ein Aufklärungsbuch (ab 14 Jahren)



  • Preis der Jugendjury

Gewinner: John Green, Das Schicksal ist ein mieser Verräter in der Übersetzung von Sophie Zeitz (ab 13 Jahren) (Eine Rezension auf KinderundJugendmedien.de finden Sie hier)

Begründung der Jugendjury: "Die ironische, fast schon sarkastische Art, wie Green die beiden Hauptpersonen, mit ihrer Krebserkrankung umgehen lässt – jede auf ihre ganz eigene Weise –, ist bewundernswert erfrischend. Trotz der humorvollen Herangehensweise verharmlost das Buch die Krankheit nicht. Die Geschichte wirkt authentisch. Ein Buch, das Mut macht!"

Für den Preis der Jugendjury waren nominiert:

  • Stephan Knösel, Jackpot. Wer träumt, verliert (ab 13 Jahren)
  • Joss Stirling, Finding Sky. Die Macht der Seelen (ab 13 Jahren)
  • Marit Kaldhol, Allein unter Schildkröten (ab 14 Jahren)
  • David Schraven (Text), Vincent Burmeister (Illustration), Kriegszeiten. Eine grafische Reportage über Soldaten, Politiker und Opfer in Afghanistan (ab 14 Jahren)

 

Nominierungsbroschüre

Die Nominierungsbroschüre des Deutschen Jugendliteraturpreises, die Informationen zu den einzelnen nominierten Büchern enthält, können Sie auf der Homepage der Akademie herunterladen. Auf der Seite der Akademie finden Sie auch die ausführlichen Begründungen für die Preisverleihung.

Hinweis in eigener Sache

Wir freuen uns über Rezensionen zu den nominierten Büchern und den Preisträgern. Falls Sie Interesse haben, kontaktieren Sie uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir bemühen uns um Rezensionsexemplare.

 

(Quelle: unter Verwendung der Pressemitteilung)


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