Andreas Steinhöfel (51) hat von der Akademie für Jugendliteratur e.V. am 11. Oktober den Sonderpreis für sein schriftstellerisches Gesamtwerk erhalten. Boersenblatt.net hat mit Erlaubnis des Autors nun seine Dankesrede veröffentlicht.

In seiner Rede reflektiert Andreas Steinhöfel kritisch die zunehmende Kurzatmigkeit der Kinder- und Jugendbuchbranche: "Aus den 3.500 Titeln, denen sich vor über zwanzig Jahren mein Dirk und ich hinzu gesellten, sind heute 8.000 Titel geworden beim immer noch anhaltenden Versuch einiger Verlage, sich selber zu überholen; befeuert von dem fatalen Irrtum, man könne Qualität durch Quantität ... nun, nicht unbedingt ersetzen. Aber vielleicht entsteht ja ein Streifen glänzendes Blattgold, wenn man nur lang und fest genug irgendwelche mit Glimmer bestreuten Beliebigkeiten zwischen zwei Buchdeckel presst."

Steinhöfel betonte, dass er seinen eigenen Erfolg auch der Tatsache zuschreibt, dass er von seinem Hausverlag (Carlsen) genügend Zeit erhalten habe, zu experimentieren und auch einmal Fehlerfolge zu erleiden (nach Auflagenzahl gemessen): "Glück heißt manchmal bloß, ausreichend Zeit zu haben." Er forderte die Verlage auf, ihre derzeitigen, an kurzfristigen Erfolgen orientierten Strukturen auszubrechen und Autorinnen und Autorinnen die Zeit zu geben, "sich schriftstellerisch ausprobieren und finden zu dürfen, zur Not auch über längere Durststrecken hinweg."

In seiner Rede zeigte Steinhöfel, dass er sich des Interessenkonflikts zwischen den inhaltlichen Bemühungen von Lektoren und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten bewusst ist, fordert jene jedoch mit einem Sinnbild auf, mutiger zu sein: "Drücken Sie Ihren Controllern ab und zu ein Chloroform-Läppchen vor die Nase, fünf Jahre lang oder so - Sie werden sehen: Das zahlt sich langfristig aus."

Zu Steinhöfels bekanntesten Werken gehören Paul Vier und die Schröders (1992), Die Mitte der Welt (1998) und die Kurzgeschichtensammlung Defender - Geschichten aus der Mitte der Welt (2001). Er hat auch Drehbücher, u.a. für den Käpt'n Blaubär Club und Löwenzahn, geschrieben sowie zahlreiche Kinder- und Jugendbücher übersetzt. Eine Einführung zu Leben und Werk Steinhöfels finden Sie auf KinderundJugendmedien.de.

Die gesamte Rede von Andres Steinhöfel können Sie unter folgender Adresse nachlesen:

http://www.boersenblatt.net/640502/template/bb_tpl_literarischesleben/

Die Laudatio zur Auszeichnung von Andreas Steinhöfel beim Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 von Prof. Dr. Eva Maria Kohl finden Sie unter diesem Link auf KinderundJugendmedien.de.


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