von Dr. phil. Jana Mikota und Dr. phil. Sabine Planka

Vampire sind keine Erfindung des 21. Jahrhunderts, sondern blicken auf eine lange literarische Tradition zurück, die bis in die Antike reicht. Man findet Vampire in der Allgemein-, der Kinder- und Jugendliteratur sowie in den unterschiedlichsten Medien (Hörspiele, Filme, Serien, Werbung und Musikvideos). Die Darstellung des Vampirs hat sich jedoch stark in den letzten Jahrhunderten verändert:  Der Vampir hat sich gewandelt von einem Untoten über den Aristokraten bis hin zu einem Objekt der Begierde für die weibliche Leserin.

Innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur tauchte der Vampir erst in den 1970er Jahren auf und ist seitdem aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. Da Kinder- und Jugendliteratur ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses ist (vgl. Seibert/Blumesberger 2008), lässt sich anhand des Vampirmotives herausarbeiten, dass der Vampir nicht nur im Kontext der Sozialisation, sondern auch der Enkulturation wichtige Funktionen erfüllt. Mit den Veränderungen sowie dem Spielen mit intertextuellen Bezügen in den Texten begegnen die kindlichen und jugendlichen Leser auch einem Stück Literaturgeschichte. Man muss zudem zwischen der Darstellung des Vampirs in der Erst-, Kinder- und Jugendliteratur unterscheiden, wobei die Übergänge fließend sind.

Der Vampir in volkskundlichen Vorstellungen und Überlieferungen

Der Ursprung des Vampirs, dessen Bild heute in Filmen und Romanen bekannt ist, liegt im 18. Jahrhundert: In Mähren, Ungarn und auf dem Balkan werden Gräber geöffnet, da man angeblich Geräusche vernommen hat. (2) Erste konkrete Spuren lassen sich auf das Jahr 1725 datieren: Aus der Stadt Kisolova wird überliefert, dass der verstorbene Peter Plogojovic nach seinem Tod mehrere Menschen getötet haben soll. Nach der Exhumierung seines Leichnams stellte man fest, dass der Tote keinerlei Verwesungsspuren aufwies, sondern im Gegenteil einem Lebenden glich: Seine Haut war weiß, Nägel und Haare gewachsen und der Körper sah fast vollkommen aus. Es sind solche Beschreibungen, die immer wieder in Verbindung mit Vampiren genannt werden. Weitere Berichte folgten und fanden schließlich Eingang in die Literatur. Der Vampir wird somit verstanden als ein wiederkehrender Toter, der sein Grab verlassen und Menschen töten kann, indem er ihnen das Blut aussaugt. Sein Äußeres entspricht seinem früheren Aussehen: Der Vampir tritt in menschlicher Gestalt auf, kann sich jedoch auch in andere Lebewesen – etwa in einen Wolf – verwandeln. Die Verwandlung in eine Fledermaus ist hingegen ein rein literarisches Produkt und findet sich in volkskundlichen Vorstellungen nicht. Dem Volksglauben nach verlässt der Vampir nachts seinen Sarg, um sich von Menschen zu ernähren. Die Herkunft des Wortes "Vampir" ist bis heute ungeklärt, stammt aber wohl aus dem slawischen bzw. baltischen Sprachraum.

Vampire in der Literatur

Der Vampir in der Allgemeinliteratur

Der Beginn des 'modernen' Vampirs, wie er aus der Literatur hinlänglich bekannt ist, liegt im Juni 1816. In einer Villa am Genfer See treffen sich Percy Shelley, seine zukünftige Frau Mary, Lord Byron sowie sein Leibarzt John William Polidori. Sie lesen sich Geschichten vor und veranstalten schließlich einen Wettbewerb, wer die beste Gruselgeschichte schreiben könne. In dieser Nacht entsteht nicht nur die Konzeption des späteren Erfolgsromans Frankenstein, sondern auch ein neuer Vampirtyp, nämlich der aristokratische Vampir. Polidori nimmt die Idee auf, die Lord Byron in seiner Geschichte Fragment of a Novel verarbeitet hat: Lord Ruthven, kaltherzig, attraktiv, ein aristokratischer Einzelgänger und unsterblich, wird in der Geschichte The Vampyre (1819) verewigt. Der von Polidori entworfene Vampir präsentiert sich nicht mehr als der 'wandelnde' Leichnam der Vorstellungen des Volksglaubens, der die Menschen anfällt und aussaugt, sondern als eine aristokratische Figur, die sich selbstverständlich unter den Menschen bewegt, gleichzeitig aber bereits über eine gewisse Anziehungskraft verfügt, der sich die Protagonisten einerseits schwerlich entziehen können, von der sie aber auch andererseits beeinflusst und manipuliert werden. So bindet der Vampir Lord Ruthven seinen 'Zögling' Aubrey mittels eines Schwurs an sich und erlegt ihm ein Schweigegelübde auf, dass sich erst auflöst, als das Unheil geschehen ist und Lord Ruthven die Schwester Aubreys verführt und getötet hat. Kennzeichen des 'modernen' Vampirs sind somit: Schönheit, Wohlstand und eine fast schon magische Anziehungskraft. Ähnliches wird auch in der Jugendliteratur des 21. Jahrhunderts immer wieder thematisiert. Sowohl Bella aus der Twilight-Reihe als auch Elena aus der Reihe The Vampire Diaries (dt. Tagebuch eines Vampirs) von L. J. Smith werden von den Vampiren magisch angezogen und z. T. auch hypnotisiert.

Das bekannteste Motiv aus dem Volksglauben, das Polidori verarbeitet, ist das Blutsaugen. Neu ist allerdings der Umstand, wie Lord Ruthvens Opfer sterben: Sie sterben durch den Biss in den Hals. Der Biss in den Hals als solches ist ein Motiv, das der literarischen Fiktion entsprungen und nicht im Volksglauben zu finden ist. Polidoris Vampir folgten weitere Romane mit Untoten sowie die Eroberung der Bühne. 1872 veröffentlicht der irische Schriftsteller Joseph Sheridan Le Fanu die Erzählung Carmilla, in der zum ersten Mal die Figur der lesbischen Vampirin auftritt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Lauras, die mit ihrem Vater auf einem Schloss in der Steiermark lebt. Sie bekommt Gesellschaft von einem jungen Mädchen namens Carmilla. Auch Carmilla verkörpert vampirische Eigenschaften, die den vorhergehenden literarischen Vertretern schon zueigen waren: Sie ist elegant und wunderschön und entspricht somit dem Bild der Aristokratin. Wie Lord Ruthven auch – und in Anlehnung an die Vorstellungen des Volksglaubens – kann sie sich ebenfalls tagsüber bewegen, ist dann aber schlecht gelaunt und wirkt matt. Laura und Carmilla freunden sich an, doch fühlt sich Laura nach und nach immer schwächer und kränker. Le Fanu stattet seine Vampirin zwar mit Schönheit und Eleganz aus, doch ist sie auch eine bösartige Vampirin, die Menschen das Leben nimmt.

Erst Bram Stokers Roman Dracula prägt das Bild des Vampirs bis ins 21. Jahrhundert hinein und beeinflusst auch die Kinder- und Jugendliteratur nachhaltig. Nicht umsonst wird 'Dracula' oftmals synonym gebraucht für 'Vampir'. So wird auch in Serien wie Buffy the Vampire Slayer (Joss Whedon, TV-Serie, 1997-2003) Dracula als Figur neben einzelnen Erzählsträngen aus Stokers Text aufgegriffen und in die Narration eingebunden. Stoker nimmt in seinem Werk erneut einen männlichen adligen Vampir auf, der seine Opfer verführt. Die Handlung spielt nicht ausschließlich in England, sondern auch in Transsilvanien. Dort soll Jonathan Harker Graf Dracula ein Haus in London verkaufen. Schnell wird deutlich, dass der Graf über magische Kräfte verfügt und ein Vampir ist. Seine drei Gespielinnen – ebenfalls Vampire – möchten Jonathan aussaugen und verführen, was Dracula jedoch verhindern kann. Jonathan wird auf der Burg festgehalten, während Dracula seine Reise nach England vorbereitet. In London wartet Mina, die Verlobte Harkers, auf Nachrichten. Anders als Draculas Gespielinnen entspricht Mina dem viktorianischen Frauenbild, auch wenn 'moderne' Tendenzen – etwa ihr Beruf als Lehrerin sowie ihre Schreibmaschinen- und Stenographiekenntnisse – zu erkennen sind. Ihre beste Freundin Lucy scheint ebenfalls ein solches Frauenbild zu verkörpern, doch deutet sich schon die Tendenz der femme fatale an, die nach ihrer Verwandlung zu einer Vampirin gänzlich zu Tage tritt.

Stoker nimmt somit in seinem Roman den aristokratischen Vampir auf, doch orientiert er sich auch am Volksglauben und siedelt seinen Vampir in Südosteuropa, nämlich Transsilvanien, an. Dracula kann sich in Tiere – etwa Wolf oder Fledermaus – verwandeln, in Luft auflösen und erscheinen, wann und wo er will, zudem besitzt er die Macht über die Elemente und über Tiere. Graf Dracula kann jedoch nicht willkürlich Häuser betreten, sondern muss erst eingeladen werden – übrigens ein Motiv, das auch in der Literatur des 21. Jahrhunderts immer wieder aufgenommen wird: Elena muss in The Vampire Diaries die Brüder Stephano und Damon Salvatore zu sich ins Haus einladen, damit sie es betreten können. Ein in den Körper gestoßener Pfahl oder das Abschlagen des Kopfes können Dracula töten, der zudem eine Abneigung gegen Knoblauch, Kruzifixe und andere christliche Devotionalien verspürt. Solche Gegenstände kommen bis heute in der Vampirliteratur vor und werden unterschiedlich eingesetzt. Auch Dracula kann sich sowohl tags- als auch nachtsüber bewegen, jedoch behält er tagsüber die Gestalt bei, in die er sich im Morgengrauen verwandelt hat. Neu sind die spitzen Zähne, die Dracula charakterisieren, die jedoch bereits in der Erzählung Carmilla angedeutet werden. Die Vernichtung der Vampire in Dracula erfolgt durch Männer, auch das zeichnet die nachfolgende Vampirliteratur aus und ändert sich erst im 20. Jahrhundert.

Nach Bram Stoker wird es etwas ruhiger um den Vampir und erst 1976 kommt es mit dem Erscheinen des Romans Interview with the Vampire (dt. Interview mit einem Vampir) von Anne Rice zu einem neuen Interesse an der Vampirliteratur. Anne Rice hat mit ihren Vampiren Lestat und Louis zwei Vampire geschaffen, die auf den ersten Blick nicht in die Vampirtradition hineinpassen: In der Geschichte, erzählt aus der Sicht des Vampirs Louis, weisen die Vampire, vor allem aber Lestat, homosexuelle Neigungen auf. Louis berichtet einem Reporter von seiner Verwandlung in einen Vampir durch Lestat, ihrer gemeinsame Zeit in New Orleans, der Verwandlung Claudias in einen Vampir, dem versuchten Mord an Lestat und Claudia und Louis' Suche nach weiteren Vampiren in Europa. Neu ist, dass hier ein Vampir seine Geschichte erzählt und der Vampir nicht durch Außenstehende charakterisiert wird. Das ermöglicht es dem vampirischen Erzähler, dem Leser seine eigene Einsamkeit und das Gefühl, losgelöst von der Zeit zu existieren, nahe zu bringen. Der Leser erhält hier erstmalig die Möglichkeit, in die Gefühlswelt eines Vampirs einzutauchen. Claudia hingegen, geschaffen aus einem Kind, verkörpert den kindlichen Vampir, der in seiner Gestalt stecken geblieben ist und sich niemals körperlich weiterentwickeln kann. Im Gegensatz zu Dracula, der jeweils immer nur aus der Sicht der beteiligten Personen beschrieben wird und nicht selbst zu Wort kommt, so dass er dem Leser durch sein Ansinnen und sein Handeln, London 'erobern' zu wollen und sich dann die ganze Welt zueigen zu machen, als menschenfeindlich präsentiert wird, ist es hier der Vampir selbst, der seine Geschichte erzählt und somit eine – wenn auch subjektive – Selbstcharakterisierung vornimmt.

Vampire in der Kinder- und Jugendliteratur

In der Kinder- und Jugendliteratur finden sich seit 1979 zahlreiche harmlose und weniger harmlose Vampire. Dominierend ist hier die Vermischung von realen und phantastischen Welten. Die Vampire imitieren innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur die menschliche Welt, besuchen Schulen, gehen zu Zahnärzten und haben zum Teil ähnliche Probleme wie ihre menschlichen Freunde. Sie werden zwar teilweise mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet, sind jedoch nicht vollkommen, sondern haben auch Fehler. In der Kinder- und Jugendliteratur wird die vampirische Welt weniger als eine Gegenwelt zur Welt des Lesers entworfen, sondern es ist die Welt der Erwachsenen, die als Gegenwelt funktioniert. Damit werden Vampire zu Metaphern bzw. Projektionsflächen für Ängste, Sorgen und Wünsche der kindlichen und jugendlichen Leser.

Nach Dieter Wrobel erfüllt die Figur des Vampirs zwei wichtige Funktion: (1) Der Vampir als Entwicklungshelfer im Enkulturationsprozess; (2) Der Vampir als Entwicklungshelfer im Sozialisations- und Individuationsprozess. Insbesondere der zweite Punkt ist bereits in Aufsätzen (Wrobel 2008) hervorgehoben, doch ist der erste Aspekt im Kontext der Frage nach dem kulturellen Gedächtnis relevant. Mit der Figur des Vampirs lernen junge Leser eine Figur kennen, die seit mehreren Jahrzehnten unterschiedlich in der Literatur besetzt wird, zugleich jedoch auch auf bekannte Elemente zurückgreift.

Vampire für die ersten Lesejahre

Eine Literatur, die für die ersten Lesejahre konzipiert ist und in der Forschung als Erstleseliteratur bezeichnet wird, erscheint seit den frühen 1980er Jahren und unterliegt – ähnlich wie der gesamte Bereich der Kinder- und Jugendliteratur – einem steten Wandel, der sich sowohl auf der inhaltlichen als auch auf der strukturellen Ebene darstellt. Die Motive und Stoffe, die aufgenommen werden, finden sich auch innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur und daher verwundert es nicht, dass das beliebte Motiv des Vampirs ebenfalls Eingang in die Erstleseliteratur findet. In der Literatur begegnet man verschiedenen Vampiren und Vampirwelten. Insgesamt lassen sich fünf Kategorien klassifizieren:

(1) Tatsächlich tritt auch – vor allem in der Gestalt des Grafen Dracula – der blutrünstige Vampir auf, der den Menschen das Blut aussaugen möchte. Hierbei nimmt die Erstleseliteratur nicht nur Anleihen aus der Gothic Novel, sondern spielt mit Stokers Dracula und greift zudem auf den Volksglauben zurück.

(2) Daneben existieren Bücher, in denen eine Vampirwelt konstruiert wird, die der menschlichen Welt ähnelt. Menschen spielen jedoch eine untergeordnete Rolle.

(3) Freundschaften zwischen Vampiren und Menschen werden in den Texten ebenso aufgegriffen wie

(4) Verkleidungen zum Vampir: Menschenkinder verkleiden sich als Vampire.

(5) Vampire und andere fantastischen Wesen treten auf: Nicht nur in der Kinder- und Jugendliteratur treffen unterschiedliche Wesen – Werwölfe, Gespenster, Vampire oder Hexen – aufeinander, sondern auch in der Erstleseliteratur.

Damit erhält die Figur des Vampirs je nach Kategorie unterschiedliche Funktionen, die im Folgenden vorgestellt werden sollen. In der zweiten und dritten Kategorie sind Vampire freundliche Mit-Wesen, die eine Freundschaft aufbauen. Die eigentliche Gegenwelt wird durch die Welt der Erwachsenen verkörpert, die zum Teil Regeln aufstellen, die von menschlichen und 'untoten' Kindern gebrochen werden. Doch auch hier zeigt sich ein Wandel an, der sich innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur verstärken wird: Die moralische Instanz wird nach und nach durch die kindlichen bzw. jugendlichen Protagonisten präsentiert, die Erwachsenen geraten in den Hintergrund. Im Folgenden wird der Textkorpus dahingehend diskutiert, um zu zeigen, welche Texte überhaupt zum Bereich der Erstleseliteratur gehören.

Tatsächlich zeigt die Untersuchung der Erstleseliteratur, dass hier noch am deutlichsten ein Vampirbild entworfen wird, das sich an die Gothic Novel anlehnt. Innerhalb der Texte erfüllen die Vampire unterschiedliche Funktionen. Nicht nur belehrende Aspekte lassen sich in den Texten finden, die Texte erfüllen auch die Funktion, dass Kinder in bestimmten Situationen – etwa der Besuch beim Zahnarzt – Ängste abbauen können. Nichtsdestotrotz steht auch der unterhaltende Aspekt im Vordergrund der Texte. Die Erstleseliteratur möchte die kindlichen Leser in die literarische Welt einführen und den Spaß an der Lektüre wecken. Spannung wird aufgebaut und Probleme aus der Alltagswelt aufgegriffen. Aber die Erstleseliteratur wendet sich auch jenen Themen zu, die dann für leseerfahrene Kinder immer wichtiger werden: Freundschaften und Außenseitertum. Insbesondere dort, wo die Vampire auf die Menschenwelt treffen, wird das Anderssein und der Wunsch nach Normalität entworfen.

Der Vampir in der Kinderliteratur

Innerhalb der Kinderliteratur wird der Vampir in unterschiedlichen Genres eingesetzt: Schul- (vgl. Mikota 2012b), Detektiv- (vgl. Planka 2013), Abenteuer- und Mädchengeschichten. Es lassen sich unterschiedliche Kategorien klassifizieren:

(1) Freundschaft zwischen Vampir und Menschen (Der kleine Vampir);

(2) die Darstellung der Vampirwelt in der menschlichen Welt, oftmals verbunden mit der Imitation der menschlichen Welt sowie (Vampirschwestern, My Sister the Vampire; Der Spinatvampir)

(3) der blutrünstige Vampir, der sich jedoch im Hintergrund hält (Darren Shan).

Die ersten Vampire in der Kinderliteratur sind Rüdiger von Schlotterstein in Angela Sommer-Bodenburgs Reihe um den Kleinen Vampir (seit 1979 in (West-)Deutschland) sowie Das Vamperl (1979, Österreich) der österreichischen Kinderbuchautorin Renate Welsh. Beide Kinderromane sind unabhängig voneinander erschienen und markieren den Beginn eines Trends, der mit der Reihe Twilight seinen Höhepunkt erreicht hat. In der Kinderliteratur, wobei die Grenzen zur Jugendliteratur fließend und oftmals nur thematisch zu erkennen sind, dominiert die deutschsprachige Literatur, während die Jugendliteratur vor allem von Übersetzungen aus dem englischsprachigen Raum dominiert wird.

In Der kleine Vampir dominieren die Themen Freundschaft und Andersartigkeit, die mit Momenten der Spannung und des Gruselns vermischt werden. Die Freundschaft zwischen dem Vampir Rüdiger und dem Jungen Anton vertieft sich nach und nach. Sie beginnt jedoch zunächst mit einem gruseligen Moment: Eines Abends sitzt Rüdiger auf der Fensterbank vor Antons Zimmer:

"Plötzlich blieb Anton wie angewurzelt stehen – – auf dem Fensterbrett, vor der im Luftzug flatternden Gardine, saß etwas und starrte ihn an. Es sah so schrecklich aus, dass Anton dachte, er müsste tot umfallen. Zwei kleine, blutunterlaufene Augen funkelten ihm aus einem kalkweißen Gesicht entgegen, zottiges Haar hing in langen Strähnen bis auf einen fleckigen, schwarzen Umhang herab. Der riesige blutrote Mund öffnete und schloss sich, und dabei stießen die Zähne, die leuchtend weiß und spitz wie Dolche waren, mit einem abscheulichen Klicken aufeinander. Anton sträubten sich die Haare, und das Blut stockte in seinen Adern. Das Ding am Fenster war schlimmer als King Kong, schlimmer als Frankenstein und Dracula! […] Das Ding schien es Spaß zu machen, Anton in Todesängsten zittern zu sehen, denn jetzt verzog es seinen riesigen Mund zu einem scheußlichen Grinsen, bei dem es seine nadelspitzen, weit herausragenden Eckzähne ganz und gar entblößte. "Ein Vampir!", schrie Anton." (Sommer-Bodenburg 2010, S. 8)

Anton als begeisterter Leser von Vampirliteratur erkennt den Vampir in Rüdiger natürlich sofort. Die Beschreibung Rüdigers verweist auf tradierte Muster des Vampirbildes: Blutunterlaufene Augen, spitze Eckzähne, schwarzer Umhang sowie kalkweißes Gesicht erinnern an Dracula. Doch Sommer-Bodenburg bricht auch mit den tradierten Mitteln, indem sie Rüdiger beispielsweise mit einer Vorliebe für Gummibärchen ausstattet, die er jedoch nicht verträgt. Nach und nach erfährt Anton, dass Rüdiger mit seiner Familie in einer Gruft lebt, nur nachts aktiv ist und menschliches Blut trinkt. Vor allem letzteres macht ihn zu einer ständigen Gefahr für Anton. Doch trotz der Andersartigkeit und der Gefahren, die Rüdigers Welt bedeutet, freunden sich beide Jungen nach und nach an. Im Laufe der Geschichten lernt Anton auch Anna, Rüdigers Schwester kennen, die – noch im Kleinkindalter – kein Blut, sondern Milch trinken muss. Besonders die Rolle der Vampirin muss hier betont werden, agieren doch in der Romanreihe Der kleine Vampir weibliche Figuren – gleichberechtigt neben männlichen Figuren – sowohl als kindliche als auch als erwachsene Figuren. Gerade die erwachsenen Vampirinnen verbreiten Angst und Schrecken, so dass Analogien zum Matriarchat aufgezeigt werden können: Die Frau als Oberhaupt der Familie, die die ihren beherrscht. Der von ihnen verbreitete Schrecken und das Gruseln werden allerdings in den Bänden in fantasievoll geschilderte Episoden eingebettet, um einerseits Spannung zu erzeugen, andererseits jedoch die Freundschaft zwischen Anton und Rüdiger zu vertiefen – schließlich gehört ihre Freundschaft in den von Erwachsenen sanktionierten Bereich.

Nach Der kleine Vampir und Das Vamperl wird es etwas ruhiger um den Vampir in der Kinderliteratur. 2003 erscheint dann Gudrun Pausewangs Der Spinatvampir, ein Werk, das den Vampir als Typus völlig neu konzipiert (vgl. dazu Planka 2011):

Einfühlsam wird die Lebensgeschichte von Basil Grusel erzählt. Ähnlich wie in Kinderromanen wie Die kleine Hexe von Preußler oder Der kleine Vampir ist auch im Spinatvampir der Protagonist Basil kein gefährliches Wesen, sondern ein 'Antivampir', der traurigen Leuten Blut 'spendet' und ihnen so neuen Lebensmut einflößt – im Übrigen ein Hinweis auf Adolf Muschgs Roman Das Licht und der Schlüssel, wo der Vampir Samstag unglücklichen und frustrierten Ehefrauen die 'negativen Lebenssäfte' aussaugt, was wiederum eine Parallele zum Vamperl darstellt.

Das Vampirehepaar Grusel lebt in Prag, besitzt einen gut gehenden Schweinezuchtbetrieb und wünscht sich nach der Geburt der Tochter Jette sehnsüchtig einen männlichen Nachfolger, der die Firma übernehmen könnte. Als Basil auf die Welt kommt, entspricht er nicht den Schönheitsvorstellungen von Vampiren: Er ist dick, hat rosa Wangen und obwohl er Vampirzähne hat, verschmäht er Blut und Blutwurst, im Gegenteil: Er sehnt sich nach Spinat – einer Speise, die die Vampire hassen. Aufgrund ihres Sohnes wird die ganze Familie zunehmend isoliert und muss in einen anderen Stadtteil umziehen. Als der Familienbetrieb immer mehr Einbußen zu verzeichnen hat, wird Basil aus der Vampirgemeinschaft verstoßen und flieht nach Amerika.

Der Spinatvampir erzählt Basils Auszug und seine Ablösung von Traditionen. Er leidet jedoch nicht unter Einsamkeit, sondern freundet sich mit Menschen an und löst seine Probleme optimistisch. Mit Basil wird eine Figur entworfen, die trotz Widerstände nicht zusammenbricht und in einer bedrohlich wirkenden Vampirwelt eine Überlebensstrategie entwickelt. Mit seinem früheren Kindermädchen Olga bekommt er eine Bezugsperson, die ihm die Mutter ersetzt und hilft, seine Träume zu verwirklichen. Mit einem solchen Modell bietet sich der Spinatvampir als Identifikationsfigur für jüngere Leser und Leserinnen an. Das Leben der Vampire verläuft friedlich, sie ernähren sich vom Tierblut und stellen für Menschen insofern keine ernsthafte Bedrohung mehr dar. Eine solche Darstellung schließt an die Tradition des Vampirromans an, "der einem strengen Rationalismus einen alten mythischen Volksglauben gegenüberstellt" (Spiegel 2008, S. 21). Vampire und Gespenster in der Kinderliteratur zeichnen sich oftmals dadurch aus, dass sie menschliche Wesenszüge tragen. Auch Basil entspricht in seinem Äußeren einem Menschen, was zur Ausgrenzung nicht nur aus seiner Familie, sondern auch aus dem Vampirviertel, in dem lebt, führt. Die Folge davon ist, dass er sich mit Menschenkindern anfreundet und später als erwachsener Vampir mit einer Menschenfrau eine Familie gründet. Pausewang bricht insofern mit dem Vampirbild der Jugend- und Allgemeinliteratur.

In der Kinderliteratur wird oftmals aus der Sicht des Vampirs erzählt, um dessen Andersartigkeit hervorzuheben. Die Gesellschaft der Vampire imitiert das menschliche Leben in den Werken nach 2000, was u.a. die Romanreihe um die Vampirschwestern von Franziska Gehm zeigt. Die Vampire gefährden auch nicht mehr das Leben ihrer menschlichen Umwelt wie es noch im Kleinen Vampir der Fall ist, da sie sich entweder von tierischen oder künstlichen Blut ernähren. Die Vampire leben fast selbstverständlich in der menschlichen Welt, besuchen Schulen und erleben die gleichen Alltagsprobleme wie menschliche Kinder. Sie haben auch die Gruft verlassen, leben in Häusern und haben Eltern, die Berufe ausüben. Auch die spitzen Eckzähne sind in vielen Romanen verschwunden.

Der Vampir in der Jugendliteratur

Im Bereich der Jugendliteratur dominiert jene Literatur, die hauptsächlich an ein weibliches Publikum adressiert ist und das romantische Liebeskonzept aufgreift. Eine Ausnahme bilden die Romane von Darren Shan, die den Übergang zwischen Kinder- und Jugendliteratur markieren und sich vorrangig an ein männliches Lesepublikum richten. Der Vampir in der Jugendliteratur verändert sich dahingehend, dass er sowohl böse als auch liebenswürdig sein kann, gleichzeitig wird mit tradierten Vampirkonzepten gespielt, sie werden negiert oder ironisiert.

Informationen über Vampire erhalten die Menschen, indem sie z.B. das Internet nutzen, um sich über Vampire zu informieren, was wiederum von Vampiren belächelt wird (vgl. etwa Bella in Twilight). Auch die Vampire in der Jugendliteratur können, ähnlich wie in der Kinderliteratur, tagsüber herumlaufen und/oder Schulen besuchen. Sie leben ebenfalls unter den Menschen, denen die Vampirexistenz z.T. bekannt ist (vgl. Haus der Vampire oder House of Night), und ernähren sich von tierischem oder menschlichem Blut. Vampire müssen nicht in dem Stadium ihrer Erschaffung steckenbleiben, sondern entwickeln sich körperlich und geistig weiter. Sie können altern, auch wenn der Prozess wesentlich langsamer verläuft als bei Menschen (vgl. etwa Erben der Nacht, Haus der Vampire, House of Night) und sie können schließlich auch im Alter sterben, wie es schon in der Kinderliteratur mit Basil im Spinatvampir angelegt wurde. Die Erschaffung des Vampirs kann durch den Biss erfolgen, doch manche Autoren unterscheiden zudem zwischen erschaffenen und geborenen Vampiren, was wiederum eine Entsprechung findet zu Filmen wie Blade (Stephen Norrington, 1998), wo es ebenfalls diese Unterscheidung gibt. Die Gesellschaft der Vampire ist oftmals hierarchisch strukturiert, wobei in vielen Erzählungen die Vampirin die Macht besitzt und auf eine weibliche Traditionslinie zurückgeblickt wird. Auch wenn die Vampire in den meisten Romanen in den USA verortet sind, erinnert ihre Lebensweise doch an die Aristokratie Europas.

In der Vampirliteratur, die an Jugendliche adressiert ist, lassen sich – grob formuliert – folgende Richtungen herausarbeiten, die narrativ umgesetzt werden:

(1) Imitation des menschlichen Lebens;

(2) Perfektion des menschlichen Lebens – die vampirische Daseinsform erscheint als Utopie;

(3) Negation des menschlichen Lebens;

(4) alternative Lebensformen.

Nicht in allen Romanreihen ist den menschlichen Protagonisten die Existenz von Vampiren bekannt, vielmehr können Vampire in einer Art Subkultur bzw. Parallelgesellschaft leben. Die hier vorgestellten Richtungen können entweder einzeln oder vermischt in den Romanen aufgenommen werden, um bestimmte Werte und Normen darzustellen. Damit bietet die Vampirliteratur wesentlich mehr als bloße Unterhaltung oder mögliche Identifikationsmuster für jugendliche Leser, nämlich auch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebensformen, -konzepten und -entwürfen.

Der Vampir ist auch in der Jugendliteratur attraktiv, besitzt jedoch auch Attribute, die sich an tradierten Mustern orientieren – etwa die Eckzähne, die hier teilweise erneut aufgegriffen werden. Der Vampir wird in zahlreichen Romanen zum Ziel der (weiblichen) Begierde. Bereits in der TV-Serie Buffy The Vampire Slayer (dt. Buffy – Im Bann der Dämonen) wird die Liebe zwischen einem Vampir und einer Menschenfrau, die zudem die Vampirjägerin ist, geschildert, die jedoch tragisch endet. Joss Whedon, Erfinder und Drehbuchautor der Serie, spielt mit dem Bild des Vampirs in der Literatur und seine Serie zeichnet sich u.a. durch zahlreiche intertextuelle Anspielungen aus. Zugleich behandelt die Serie auch alltägliche Probleme von Jugendlichen in der Pubertät und in der Schule, so dass die Vampire und andere Monster Metapher für jene Ängste sind, die Jugendliche in diesen Jahren erleben. Monster tarnen sich oftmals als spießige und gesetzestreue Bürger der Stadt, etwa als Bürgermeister, um ihre Macht auszuleben. Erwachsene können aber auch ahnungslos blöd sein, die Augen vor den Gefahren verschließen und der Vampirjägerin Hausarrest geben, wodurch den Vampiren unwissentlich freie Bahn gewährt wird. Die Wünsche und Ängste werden in Monstern personifiziert und Buffy muss sich, stellvertretend für andere Jugendliche, gegen solche Monster wehren und sie bekämpfen. In anderen Romanen sind es weniger Ängste, die die Vampire verkörpern, sondern die Wünsche nach Sicherheit und Geborgenheit, die sich in der wahren Liebe manifestieren. Damit deutet sich an, dass die Vampire in der Jugendliteratur in zwei Kategorien klassifiziert werden können: (1) Freundschaften bzw. Liebesbeziehungen zu Vampiren; (2) Vampire in der menschlichen Welt.

Ähnlich wie auch in der Kinderliteratur, findet in der Jugendliteratur ein Perspektivenwechsel statt. Nicht der Mensch erzählt, sondern auch die Sicht der Vampire wird aufgenommen. Romanreihen wie Erben der Nacht von Ulrike Schweikert oder House of Night des Autorenduos P.C. und Kristin Cast nehmen über weite Strecken nur die Perspektive von Vampiren ein. Auch das ist kein neues Phänomen, sondern findet einen Vorreiter in Anne Rice‘ Roman Interview with the Vampire, wo sie den Vampir Louis seine Geschichte erzählen lässt.

Zugleich ist der Vampir in der Gesellschaft angekommen: Er lebt nicht mehr abgeschieden in einem Schloss in den Karpaten, sondern unter Menschen und hat deren Sitten angenommen, kann Berufe ausüben oder bildet gar eine Parallelgesellschaft aus. Das Bild des Vampirs hat sich seit Erscheinen von Bram Stokers Dracula nicht nur äußerlich gewandelt, sondern auch seine Art der Lebensführung hat sich geändert. Das Leben des Vampirs findet in unterschiedlichen gesellschaftlichen Verbänden statt und ist dabei Regeln unterworfen. Während Vampire wie Lord Ruthven, Carmilla oder Dracula ein einsames Dasein lebten, von Menschen gefürchtet wurden und zumindest die beiden erstgenannten Untoten kein festes Zuhause haben, so ist der Vampir im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert nicht nur eine attraktive Figur geworden, sondern er lebt auch unter den Menschen, imitiert oder negiert ihre Lebensweise und geht sogar eheähnliche Beziehungen mit Menschenfrauen ein.

Doch es sind nicht nur die Orte, die sich gewandelt haben, sondern auch die Lebensführung. Obwohl zu Beginn des 21. Jahrhunderts der us-amerikanische Vampir das Bild wesentlich stärker prägt als der europäische aristokratische Vampir des 19. und 20. Jahrhunderts, so wird der plakative American Way of Life nur wenig gelebt, wenngleich auch das demokratische Verständnis der US-amerikanischen Gesellschaft teilweise aufgenommen wird (vgl. hierzu auch Lexe/Ulm 2012). Während die Beispiele der US-amerikanischen Autorinnen Meyer, Caine und Cast im 21. Jahrhundert verortet sind, lediglich in Exkursen auf das lange Vampirdasein verweisen und nur in Nebenfiguren den aristokratischen Vampir aufgreifen, so lässt Ulrike Schweikert ihre Erben der Nacht-Geschichten im ausgehenden 19. Jahrhundert spielen und es sind nicht nur aristokratische Vampire, die auftreten, sondern auch Menschen wie Lord Byron und Bram Stoker, die ihr Interesse an Vampiren schildern. Den Vampiren in den Texten ist jedoch insgesamt ein gewisser Wohlstand gegeben, der ihnen ein möglichst sorgloses Leben ermöglicht.

Fazit oder die Bedeutung der Vampirliteratur für Kinder und Jugendliche

Die Analyse und Entwicklung deutet an, wie sehr sich das Bild des Vampirs in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat und den Bedürfnissen der Leser angepasst wurde. Doch trotz oder gerade wegen der Wandlungsfähigkeit ist der Vampir ein vielschichtiges Motiv nicht nur in der Kinder- und Jugendliteratur. Er wird genutzt, um mit Ängsten und Wünschen zu spielen und dient sicherlich auch als Projektionsfläche. Zugleich ist der Vampir auch der 'Andere', dem es möglich ist, gegen Konvention zu verstoßen und andere Lebensmodelle zu leben. Während Dracula, Lord Ruthven und Carmilla böse Vampire sind, gegen bürgerliche und christliche Konventionen verstoßen, so wird der Vampir auch zu einem tragischen Außenseiter und schließlich zu einem Kavalier, der sich aus der sexualisierten Gesellschaft heraushebt und auf seine Art gegen gesellschaftliche Konventionen agiert.

Interessant ist, dass sich insbesondere in der Erstleseliteratur noch jenes Vampirbild findet, das an Dracula erinnert und tradierte Muster übernimmt. In der Kinderliteratur wird stärker mit dem Motiv des Vampirs gespielt, intertextuelle Bezüge werden aufgenommen, die dann in der Jugendliteratur verstärkt werden. Im Laufe der Jahrzehnte wird der Vampir menschlicher und scheint sich auch dem menschlichen Leben immer mehr anzupassen. Freundschaften und Liebesbeziehungen zwischen Vampiren und Menschen sind möglich und werden auch gelebt. Sie werden jedoch nicht nur literarisch verarbeitet, sondern der Vampir hat sich auch seinen Platz im Medienverbund erobert und wird auch zu einer Werbefigur. Deutlich wird, dass der Vampir auch eine Projektionsfläche für Wünsche und Ängste ist, die sich jedoch wandeln. Vor allem in Serien wie Twilight finden jugendliche Leser, was sie in der Realität vermissen: Die Sicherheit in der Liebe und die Absage an die Konsumgesellschaft. Zugleich verkörpern Vampire das, was Menschen fürchten und zugleich wünschen: Sie besitzen Scharfsinn, Sinnlichkeit, Perfektion und Unsterblichkeit und sind daher für Jugendliche interessant. Aber es zeigt auch, dass der Vampir sich parallel zur menschlichen Gesellschaft weiterentwickelt, immer wieder zurückkehrt und somit eben tatsächlich unsterblich ist.

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(2) Folgende Ausführungen nach Kreuter, Peter Mario: Der Vampirglaube in Südosteuropa. Studien zur Genese, Bedeutung und Funktion: Rumänien und der Balkanraum. Berlin: Weidler Buchverlag 2001 (Romanice. Berliner Schriften zur romanischen Kultur- und Literaturgeschichte; Bd. 9), S. 20ff./45ff. und Sturm, Dieter/Völker, Klaus (Hgg.): Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Suhrkamp: Frankfurt a.M. 1994 (Phantastische Bibliothek; Bd. 306), S. 507ff. Doch es gibt bereits seit der Antike Figuren, die – mehr oder weniger stark – vampirische Züge tragen, im engeren Sinne aber keine Vampire sind.

 

Anmerkung

Überarbeiteter und gekürzter Artikel. Eine Längere Version findet sich in: Mikota, Jana/Planka, Sabine: Vampir. In: Kinder- und Jugendliteratur – Ein Lexikon. 44. Erg.-Lfg. Februar 2012, S. 1-39.


Bibliografie

Primärliteratur

  • Arold, Marliese: Ella Vampirella. Bindlach: Loewe 1997.
  • Bardola, Nicola: Bestseller mit Biss. Liebe, Freundschaft und Vampire – alles über die Autorin Stephenie Meyer. München: Heyne 2009.
  • Baumbach, Martina: Familie von Schauerburg zieht ein. Hamburg: Oetinger 2010.
  • Caine, Rachel: Haus der Vampire. Ball der Versuchung. Würzburg: Arena 2010c.
  • Caine, Rachel: Haus der Vampire. Der letzte Kuss. Würzburg: Arena 2010 (dritte Auflage).
  • Caine, Rachel: Haus der Vampire. Der Nacht geweiht. Würzburg: Arena 2011a.
  • Caine, Rachel: Haus der Vampire. Rendezvous mit einem Unbekannten. Würzburg: Arena 2010.
  • Caine, Rachel: Haus der Vampire. Schwur für die Ewigkeit. Würzburg: Arena 2011.
  • Caine, Rachel: Haus der Vampire. Verfolgt bis aufs Blut. Würzburg: Arena 2009 (vierte Auflage).
  • Cast, P. C./Cast, Kristin: House of Night. Betrogen. Frankfurt am Main: FBJ 2010.
  • Cast, P. C./Cast, Kristin: House of Night. Erwählt. Frankfurt am Main: FBJ 2010.
  • Cast, P. C./Cast, Kristin: House of Night. Gezeichnet. Frankfurt am Main: FBJ 2009.
  • Dietl, Erhard: Willi Vampir in der Gruselschule. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2009.
  • Gehm, Franziska: Die Vampirschwestern. Bissige Gäste im Anflug. Bindlach: Loewe 2010.
  • Gehm, Franziska: Die Vampirschwestern. Der Meister des Drakung-Fu. Bindlach: Loewe 2010.
  • Gehm, Franziska: Die Vampirschwestern. Ein bissfestes Abenteuer. Bindlach: Loewe 2009 (vierte Auflage).
  • Gehm, Franziska: Die Vampirschwestern. Ein zahnharter Auftrag. Bindlach: Loewe 2008.
  • Gehm, Franziska: Die Vampirschwestern. Eine Freundin zum Anbeißen. Bindlach: Loewe 2009 (fünfte Auflage).
  • Gehm, Franziska: Die Vampirschwestern. Ferien mit Biss. Bindlach: Loewe 2009.
  • Gehm, Franziska: Die Vampirschwestern. Herzgeflatter im Duett. Bindlach: Loewe 2009 (22. Auflage).
  • Knister: Hexe Lilli auf Schloss Dracula. Würzburg: Arena 2007.
  • Knister: Hexe Lilli und der Vampir mit dem Wackelzahn. Würzburg: Arena 2009 (12. Auflage).
  • Le Fanu, Sheridan: Carmilla, die Vampirin. Zürich: Diogenes 2011.
  • Mercer, Sienna: Lucy & Olivia. Allerliebste Vampirschwester. Band 1. München: cbj2008.
  • Mercer, Sienna: Lucy & Olivia. Das Vampirgeheimnis. Band 2. München: cbj 2008.
  • Mercer, Sienna: Lucy & Olivia. Die Vampirprüfung. Band 3. München: cbj 2010 (zweite Auflage).
  • Mercer, Sienna: Lucy & Olivia. Die Vampirverschwörung. Band 4. München: cbj 2010.
  • Niebisch, Jackie: Die Schule der kleinen Vampire. Der Albtraum. München: cbj 2009.
  • Niebisch, Jackie: Die Schule der kleinen Vampire. Der falsche Vampir. München: cbj 2006.
  • Pausewang, Gudrun: Der Spinatvampir. Düsseldorf: Sauerländer 2003; Reider, Katja: Vampirgeschichten. Bindlach: Loewe 2007.
  • Scheffler, Ursula: Lucy und die Vampire. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2010.
  • Schweikert, Ulrike: Erben der Nacht. Dracas. München: cbj 2011.
  • Schweikert, Ulrike: Erben der Nacht. Lycana. München: cbj 2008a.
  • Schweikert, Ulrike: Erben der Nacht. Nosferas. München: cbj 2008.
  • Schweikert, Ulrike: Erben der Nacht. Pyras. München: cbj 2009.
  • Shan, Darren: Mitternachtszirkus. Willkommen in der Welt der Vampire. München: PAN 2009.
  • Siegner, Ingo: Der kleine Drache Kokosnuss und das Vampir-Abenteuer. München: cbj 2009.
  • Smith, Lisa J.: Bei Dämmerung. Tagebuch eines Vampirs. München: cbt 2008.
  • Smith, Lisa J.: Im Zwielicht. Tagebuch eines Vampirs. München: cbt 2008.
  • Smith, Lisa J.: In der Dunkelheit. Tagebuch eines Vampirs. München: cbt 2008.
  • Smith, Lisa J.: In der Schattenwelt. Tagebuch eines Vampirs. München: cbt 2008.
  • Smith, Lisa J.: Rückkehr bei Nacht. Tagebuch eines Vampirs. München: cbt 2010.
  • Sommer-Bodenburg, Angela: Der kleine Vampir verreist. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1982.
  • Sommer-Bodenburg, Angela: Der kleine Vampir zieht um. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980.
  • Sommer-Bodenburg, Angela: Der kleine Vampir. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2010 (44. Auflage).
  • Meyer, Stephenie: Biss zur Mittagsstunde. München. Piper 2009.
  • Meyer, Stephenie: Biss zum Abendrot. Hamburg: Carlsen 2008.
  • Meyer, Stephenie: Biss zum Ende der Nacht. Hamburg: Carlsen 2009.
  • Meyer, Stephenie: Biss zum ersten Sonnenstrahl. Das kurze Leben der Bree Tanner. Hamburg: Carlsen 2010.
  • Meyer, Stephenie: Biss zum Morgengrauen. Hamburg: Carlsen 2006.
  • Meyer, Stephenie: Die Welt von Bella und Edward. Das Biss-Handbuch. Hamburg: Carlsen 2011.
  • Stoker, Bram: Dracula. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1988.
  • ThiLO: Kleiner Vampir allein zu Haus. Bindlach: Loewe 2008.
  • Tielmann, Christian: Achtung: Vampiralarm! München: cbj 2006.
  • Tielmann, Christian: Max ist ein Vampir. Hamburg: Carlsen 2008.
  • Uebe, Ingrid: Du bist Spitze, Rudi Vampir! Würzburg: Arena 1999.
  • Uebe, Ingrid: Ein Vampir im Klassenzimmer. Ravensburg: Ravensburger Leserabe 1999.
  • Uebe, Ingrid: Gruselige Vampir-Geschichten. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2003.
  • Uebe, Ingrid: Milli will Vampir werden. Würzburg: Arena 1996.
  • Uebe, Ingrid: Rudi Vampir beißt sich durch. Würzburg: Arena 1994.
  • Uebe, Ingrid: Rudi Vampir fliegt aufs Schloß. Würzburg: Arena 1995.


Sekundärliteratur

  • Ames, Melissa (2010): Twilight Follows Tradition: Analyzing "Biting" Critiques of Vampire Narratives for Their Portrayals of Gender and Sexuality. In: Click, Melissa A. (Hg.): Bitten by Twilight. Youth Culture, Media, & the Vampire Franchise. New York: Peter Lang, S. 37-53.
  • Becker-Cantarino (2010): Genderforschung und Germanistik. Perspektiven von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne. Berlin: Weidler.
  • Bußmann, Hadumod/Hof, Renate (Hg.) (1995): Genus. Zur Geschlechterdifferenz in den Kulturwissenschaften. Stuttgart: Alfred Kröner; Click, Melissa A. (Hg.) (2010).
  • Bitten by Twilight. Youth Culture, Media, & the Vampire Franchise. New York: Peter Lang; Equiamicus, Nicolaus (2010).
  • Vampire damals und heute. Eine Chronologie. Diedorf: Ubooks-Verlag.
  • Gansel, Carsten (42010): Moderne Kinder- und Jugendliteratur. Vorschläge für einen kompetenzorientierten Unterricht. Berlin: Cornelsen.
  • Grenz, Dagmar (1997) Zeitgenössische Mädchenliteratur – Tradition oder Neubeginn?. In: Grenz, Dagmar/Wilkending, Gisela (Hg.): Geschichte der Mädchenlektüre. Mädchenliteratur und die gesellschaftliche Situation der Frauen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Weinheim: Juventa, S. 241-265.
  • Grenz, Dagmar (32008): Mädchenliteratur. In: Wild, Reiner (Hg.): Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Stuttgart: Metzler, S. 379-393.
  • Köppl, Rainer M.: Der Vampir sind wir. Der unsterbliche Mythos von Dracula biss Twilight. St. Pölten/Salzburg: Residenz Verlag 2010.
  • Kreuter, Peter Mario: Der Vampirglaube in Südosteuropa. Studien zur Genese, Bedeutung und Funktion: Rumänien und der Balkanraum. Berlin: Weidler Buchverlag 2001 (Romanice. Berliner Schriften zur romanischen Kultur- und Literaturgeschichte; Bd. 9).
  • Lexe, Heidi/Ulm, Christina: So viel zu Euren Gesetzen. Zur Vergesellschaftung des Vampirs in gegenwärtigen Jugendmedien. In: Mikota, Jana/Planka, Sabine (Hg.): Der Vampir in den Kinder- und Jugendmedien. Weidler: Berlin 2012, S. 213-225.
  • Heidi Lexe: Sarglose Existenzen. Das jugendliterarische Vampir-Ich im Kontext von Medialisierung und Vergesellschaftung. In: kjl&m 09.extra. Ich! Identität(en) in der Kinder- und Jugendliteratur. Hg. v. Caroline Roeder. Kopaed 2009. S. 158-167.
  • Mikota, Jana: Von Anna von Schlotterstein zu Lucy Vega: Die Darstellung von Vampirmädchen im Wandel der Zeit. In: Mikota, Jana/Planka, Sabine (Hg.): Der Vampir in den Kinder- und Jugendmedien. Weidler: Berlin 2012b, S. 111-132.
  • Mikota, Jana/Planka, Sabine (Hg.): Der Vampir in den Kinder- und Jugendmedien. Weidler: Berlin 2012.
  • Mikota, Jana: "Der normale Schulwegwahnsinn": Auch Vampire gehen zur Schule. In: kids & media 1, 2012b, S. 65-82.
  • Planka, Sabine: Graf Zahl: Lehrer, Mentor und … Vampir – Die Integration des Vampirs ins Kinderfernsehen. In: Mikota, Jana/Planka, Sabine (Hg.): Der Vampir in den Kinder- und Jugendmedien. Weidler: Berlin 2012, S. 227-253.
  • Planka, Sabine: Vampires in detective novels for children. Wird wahrscheinlich Anfang 2013 erscheinen in einer von Nadine Farghaly herausgegebenen Essay-Collection, beruhend auf der Tagung "Creatures of the Night" (Salzburg 2011), v.ö. bei Cambridge Scholars Publishing.
  • Planka, Sabine: Der Spinatvampir: Übertragung/Anpassung einer Horrorfigur in die Kinderliteratur. In: van Bebber, Jörg (Hg.): Dawn of an Evil Millennium. Horror und Kultur im neuen Jahrtausend. Darmstadt: Büchner-Verlag 2011, S. 127-133.
  • Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis Verlag 1992.
  • Reagin, Nancy R. (Hg.): Twilight and History. Hoboken: John Wiley & Sons 2010.
  • Schabert, Ina: Englische Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Eine neue Darstellung aus der Sicht der Geschlechterforschung. Stuttgart: Alfred Kröner 2006.
  • Schilcher, Anita: Das aktuelle Mädchenbuch. In: Lange, Günter (Hg.): Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Ein Handbuch. Hohengehren: Schneider 2011, S. 125-146.
  • Seibert, Ernst/Blumesberger, Susanne (Hg.): Kinderliteratur als kulturelles Gedächtnis. Beiträge zur historischen Schulbuch-, Kinder- und Jugendliteraturforschung I. Wien: Praesens 2008.
  • Spiegel, Ute: Basil Grusel – ein Kind wie du und ich. Mit vielfältigen Aufgaben einen Roman erschließen. In: Praxis Deutsch, 209, 2008, S. 21-25.
  • Sturm, Dieter/Völker, Klaus (Hgg.): Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Suhrkamp: Frankfurt a.M. 1994 (Phantastische Bibliothek; Bd. 306).
  • Wrobel, Dieter: Der Vampir als Entwicklungshelfer. Literarische Blutsauger in der KJL als Förderer der Enkulturation und Sozialisation. In: Mikota, Jana/Planka, Sabine (Hg.): Der Vampir in den Kinder- und Jugendmedien. Weidler: Berlin 2012, S. 23-4.
  • Wrobel, Dieter: Gestalten der Nacht – Vampire und Gespenster. In: Praxis Deutsch 209, 2008, S. 6-15.

Erstveröffentlichung: 24.08.2012

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