Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Universität Göttingen

Die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Georg-August-Universität Göttingen besteht seit März 2009 und gehört zum Lehrstuhl von Professor Dr. Christoph Bräuer. Schwerpunkt der Arbeitsstelle ist die Betreuung einer Spezialbibliothek zur Kinder- und Jugendliteratur.

In der Spezialbibliothek für Kinder- und Jugendliteratur des Seminars für Deutsche Philologie sind die beiden historischen Sammlungen Seifert und Vordemann untergebracht. Desweiteren befinden sich hier etwa 20 000 Bände neuerer und neuester Kinder- und Jugendliteratur. Das Besondere dieser Spezialbibliothek ist ihr Werkstatt-Konzept. Als teaching library besteht sie aus einem integrierten Bibliotheks-, Lese-, Arbeits- und Seminarraum. Sie ist damit sowohl für individuelles Arbeiten, Gruppenarbeiten und Seminarsitzungen zu Themen der Jugendliteraturforschung geeignet wie auch für Projekte der Leseförderung. Die Nutzungsmöglichkeiten für die akademische Lehre sind also gegenüber traditionellen Bibliothekskonzepten mit ihren individuellen Ausleihmodalitäten deutlich erweitert; mit den Büchern kann dort, wo sie stehen, vielfältig gearbeitet werden.

Arbeitsgruppen

Die Arbeitsgruppe Historische Jugendbuchforschung besteht seit 1987 und wurde ursprünglich gegründet, um die Vordemann-Sammlung mit Hilfe von Drittmitteln zu erarbeiten und in Ausstellungen, wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Katalogen vorzustellen. Sie hat zahlreiche Ausstellungen realisiert.

Die Arbeitsgruppe für Kinder- und Jugendliteratur ist ein Team von studentischen Hilfskräften. Sie betreut die Junge Bibliothek und die Sammlungen Vordemann und Seifert, stellt die Bibliotheksöffnungszeiten sicher und führt Veranstaltungen mit Klassen und anderen Besuchergruppen durch.

Die Sammlung Seifert (SamS)

Der Erwerb der wissenschaftlich besonders wertvollen Privatsammlung Jürgen Seifert ist für das Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität Göttingen im Jahre 2008 ein enormer Gewinn. Die Sammlung gehört zu den bedeutendsten Kinderbuchsammlungen. Ca. 11.500 Titel spiegeln die Entwicklung der Kinderliteratur von ihren Anfängen bis in die frühen 90er Jahre und umfassen die gesamte Bandbreite des kinderliterarischen Spektrums. Es handelt sich bei der Sammlung Seifert (SamS) um eine Beispielsammlung zur Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur mit repräsentativer Bedeutung und einem hohen Gebrauchswert. Wegen ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung eignet sich die Sammlung besonders für interdisziplinäre Zusammenarbeit und bietet nicht nur der Literaturwissenschaft und der Fachdidaktik, sondern auch den Geschichts-, Kunst- und Politikwissenschaften, der Soziologie und Kulturanthropologie eine reiche Quelle an Forschungsmaterial.

Die Vordemann-Sammlung

Die Sammlung enthält Kinder- und Jugendbücher von Anfang des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie ist nach dem Einbecker Superintendenten Karl Vordemann (1850–1931) benannt, der nach seiner Pensionierung in Göttingen gelebt und jahrzehntelang Kinderbücher gesammelt hat. Die Vordemann-Sammlung steht der akademischen Lehre seit Anfang der 1960er Jahre aufgrund einer Stiftung zur Verfügung. Auch wenn die kostbaren Bände der Vordemann-Sammlung unter Verschluss stehen, sind sie doch Bestandteil des Werkstatt-Konzeptes der Bibliothek für Kinder- und Jugendliteratur. Mit ihnen wird in Forschung und Lehre vielfältig gearbeitet.

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