Inhaltsverzeichnis

1 Wissenschaftlichkeit und Themenfindung
2 Literaturrecherche
3 Formale Kriterien / Layout
4 Aufbau und Gliederung
5 Sprachliche Anforderungen
6 Zitation 

6.1 Zitierfähigkeit
6.2 Zitate

6.2.1 Wörtliche Zitate
6.2.2 Sinngemäße Zitate
6.2.3 Fußnoten

6.3 Literaturverzeichnis

6.3.1 Monografien (Verfasserschriften)
6.3.2 Sammelwerke (Herausgeberschriften)
6.3.3 Aufsätze in Herausgeberschriften
6.3.4 Zeitschriftenaufsätze
6.3.5 Internetquellen

7 Weitere Textformen
8 Literaturliste

6.1 Zitierfähigkeit 

Am sinnvollsten für eine wissenschaftliche Arbeit ist die Literatur, die sich bereits auf wissenschaftlicher Ebene mit Themen auseinandersetzt. Dies gilt sowohl für veröffentlichte als auch für unveröffentlichte Werke. Sind mehrere Ausgaben vorhanden, sollte nach Möglichkeit die neueste verwendet werden.

Ebenfalls ohne Bedenken nutzbar sind Informationen, die von anerkannten Institutionen, wie dem Statistischen Bundesamt oder von Gerichtshöfen etc. herausgegeben werden.

Mit Bedacht behandelt werden sollten hingegen Veröffentlichungen von Institutionen / Verbänden o. ä., die bestimmte Interessen vertreten. Erfolgt die Auseinandersetzung auf wissenschaftlicher Ebene, kann die Quelle genutzt werden. Ist sie hingegen sehr einseitig, sollte die Publikation, wenn überhaupt, sehr vorsichtig verwendet werden.

Als Sekundärquelle untauglich sind Tages- und Wochenzeitungen, da deren Artikel nicht wissenschaftlich sind (z. B. Weserkurier, Die Welt, FAZ). Die Ausnahme ist, wenn sie als Primärquelle genutzt werden, z. B. als Untersuchungsgegenstand. Gleiches gilt für Publikumszeitschriften, die zwar ausführlicher sind als Tageszeitungen, jedoch ebenfalls nicht den wissenschaftlichen Ansprüchen entsprechen (z. B. Hörzu, Reisemagazine). Hiervon abzugrenzen sind zum einen wissenschaftliche Fachzeitschriften, deren Artikel von Wissenschaftlern und nicht von Journalisten geschrieben werden. Annähernd wissenschaftlich sind zudem Fachzeitschriften, die oftmals einer Berufsgruppe zuzuordnen sind und von Fachjournalisten, Experten aus der Praxis sowie teilweise von Wissenschaftlern verfasst werden (z. B. Deutsches Ärzteblatt).

Der gleichen Prüfung sollten Internetquellen unterzogen werden – hier ist der wissenschaftliche Ursprung oftmals nicht gegeben.

Populärwissenschaftliche Literatur und populäre Sachliteratur eignet sich nicht als Quelle, ebenso wie Wikipedia. Dieses Portal ermöglicht zwar das Einlesen und Sammeln von Stichwörtern sowie ersten Quellen, die Zitierfähigkeit ist jedoch sehr eingeschränkt.

Es gilt zu vermeiden, bereits in Sekundärquellen aufgeführte Zitate erneut zu zitieren. Stattdessen sollte, wenn möglich, die originale Quelle verwendet werden.

 

6.2 Zitate

6.2.1 Wörtliche Zitate

Wenn direkte, wörtliche Zitate in den Text integriert werden, werden sie durch Anführungszeichen ("...") gekennzeichnet. Sollten sich darüber hinaus in dem Zitat selbst Anführungszeichen befinden, werden diese auf einfache reduziert ('...').

Sofern Passagen eines Zitates ausgelassen werden sollen, wird dies durch eckige Klammern [...] markiert. Wenn man selbst Ergänzungen einfügt, stehen diese ebenfalls in eckigen Klammern. Wichtig ist, dass wörtliche Zitate absolut originalgetreu wiedergegeben werden, d. h., dass z. B. keine Anpassung der alten Rechtschreibung an die neue erfolgt und Großschreibungen zu Beginn lyrischer Verse beibehalten werden.

Es ist sowohl möglich, einen vollständigen Satz aus einer Quelle zu übernehmen, als auch nur einen Satzteil oder einen Begriff. Dieser wird dann in einen eigenen Satz in der Ausarbeitung integriert und durch Anführungszeichen gekennzeichnet.

Ist ein Zitat länger und umfasst einen ganzen Absatz, bietet es sich an, dieses vom restlichen Text abzuheben. Dies geschieht, indem ein neuer Absatz begonnen wird, der nur das Zitat enthält. Dieser ist dann eingerückt und besitzt einen geringeren Zeilenabstand. Ist dies der Fall, sind die Anführungszeichen zu Beginn und am Ende der Übernahme nicht mehr nötig und entsprechend ist eine Änderung dieser Zeichen im Zitat selbst ebenfalls hinfällig.

Wenn Verse oder Strophen aus z. B. lyrischen Werken zitiert werden, müssen die Versenden durch eine Virgel ( / ), Strophenenden durch zwei ( // ) gekennzeichnet werden. Übersichtlicher ist es jedoch, wenn die Zitate in diesem Fall nicht in den Fließtext integriert werden, sondern in der originalen Form wiedergegeben werden – die Vorgehensweise ist hierbei wie bei den oben genannten Absatzzitaten.

Eben diese Regeln gelten auch für fremdsprachige Zitate. Handelt es sich um eine nicht gebräuchliche Sprache, sollte in einer Fußnote eine Übersetzung bereitgestellt werden, der der Name des Übersetzers beigefügt wird – ggf. ist dies der eigene.

Wörtliche Zitate werden nur in begrenzter Anzahl verwendet, da eine wissenschaftliche Arbeit die Leistung des Autors sein sollte und keine Aneinanderreihung von fremden Gedanken. Am sinnvollsten sind sie, um einen Sachverhalt oder einen Begriff sehr prägnant äußern bzw. definieren zu können. Wenn möglich, sollte man jedoch versuchen, die Darstellungen in eigenen Worten zu formulieren.

 

6.2.2 Sinngemäße Zitate

Neben den direkten Zitaten sind auch sinngemäße zu kennzeichnen – sie treten insgesamt häufiger auf als direkte. Hierbei wird das Wissen einer anderen Person für den eigenen Text genutzt, ohne den direkten Wortlaut wiederzugeben. Folglich sollte darauf geachtet werden, eine eigene Formulierung und einen eigenen Wortlaut zu finden. Durch die Verwendung sinngemäßer Zitate zeigt sich zudem, dass man sich mit einer Thematik auseinandergesetzt hat und bereits vorhandene Erkenntnisse in eigene Gedanken integrieren kann.

Sinngemäße Zitate werden nicht in Anführungszeichen gesetzt, sondern direkt in den eigenen Schreibfluss integriert. Gekennzeichnet werden sie durch die Fußnote.

 

6.2.3 Fußnoten

Fußnoten erfüllen den Zweck, die Quellennachweise der Zitate zu notieren oder ergänzende Kommentare zum Text zu verfassen. Verwendet werden arabische Ziffern. Die Zählweise ist durchgehend, es wird also nicht bei einer neuen Seite oder einem neuen Kapitel erneut mit der Zahl 1 begonnen. Am übersichtlichsten und einfachsten für den Leser ist es, wenn die Fußnoten direkt auf der Seite der Verweisziffer stehen. Sie werden durch einen Trennstrich vom Haupttext getrennt, weisen einen geringeren Zeilenabstand auf und können in einer kleineren Schriftgröße verfasst werden.

Bei wörtlichen Zitaten muss die entsprechende Verweisziffer direkt auf die abschließenden Anführungszeichen folgen, bei sinngemäßen Zitaten und ergänzenden Kommentaren steht sie am Ende eines Sinnzusammenhangs (z. B. Satz- oder Absatzende). Wird eine Fußnote an das Satzende gesetzt, steht die Verweisziffer hinter dem Satzzeichen.

Wenn eine Quelle zum ersten Mal in der Ausarbeitung Verwendung findet, ist es gebräuchlich, den gesamten Beleg aufzuführen (s. Literaturverzeichnis). Im weiteren Verlauf erfolgt der Nachweis in Form eines Kurzbelegs. Dieser kann unterschiedlich aussehen – wichtig ist Einheitlichkeit.

Name, gekürzter Vorname: Kurzform des Titels. Seitenzahl
Beispiel: Aschenberg, H.: Eigennamen im Kinderbuch. S. 51f.

Name Erscheinungsjahr: Seitenzahl
Beispiel: Aschenberg 1991: S. 51f.

Bei der Angabe eines Kurzbelegs zu einer Internetquelle wird nicht die URL angegeben.

Sind mehrere Quellen eines Autors vorhanden, die zudem im gleichen Jahr erschienen sind, werden sie mithilfe von Buchstaben durchnummeriert: Aschenberg 1991a / Aschenberg 1991b etc.

Wenn in aufeinanderfolgenden Kurzbelegen auf dieselbe Quelle verwiesen wird, kann ab dem zweiten Mal die Angabe durch "ebd." (=ebenda) ersetzt werden, ggf. ergänzt durch die Seitenzahl, sofern sich diese ändert.

Bei indirekten, sinngemäßen Zitaten wird dem Kurzbeleg ein "vgl." vorangestellt. Auch hier müssen die Seitenzahl / Seitenzahlen angegeben werden, damit das wenn auch indirekt verwendete Gedankengut in der Quelle identifizierbar ist.

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Bestandteilen eines Kurzbelegs sollten bei Primärquellen wie Romanen, Dramen etc. neben der Seitenzahl auch die Kapitel, Aufzüge, Akte oder Szenen angegeben werden, da so ein Nachvollziehen unabhängig von der Textausgabe möglich ist. In diesem Fall kann der Kurzbeleg direkt hinter dem Zitat im Text stehen und dementsprechend nicht in einer Fußnote.

Sätze in Fußnoten werden wie normale ganze Sätze behandelt: Sie beginnen mit einem Großbuchstaben und werden mit einem Satzzeichen abgeschlossen. 

 

6.3 Literaturverzeichnis

Ein Literaturverzeichnis ist ein unbedingter Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit. Enthalten sein müssen alle Quellen, die verwendet wurden. Literatur, die im Rahmen der Vorbereitung gelesen, jedoch nicht explizit verwendet wurde, muss im Verzeichnis nicht aufgeführt werden.

Ein Literaturverzeichnis ist nach Primär- und Sekundärquellen zu unterteilen, wobei die einzelnen Einträge jeweils alphabetisch nach dem Nachnamen des Autors / Herausgebers zu ordnen sind (nicht durchnummerieren!). Beim Erstellen dieser Einträge ist zu beachten, dass sie einheitlich sind. Unbedingt enthalten sein müssen immer: Autor (oder ggf. Herausgeber), Titel, Erscheinungsjahr, Verlag und Verlagsort. Sofern eine dieser Angaben nicht vorhanden ist, wird dies gekennzeichnet ("o. J." – ohne Jahr, "o. O." – ohne Ort etc.).

Um diese Angaben herauszusuchen, sollte nicht der Umschlag eines Buches verwendet werden, da dieser in einigen Fällen z. B. gekürzte Angaben enthalten kann bzw. obligatorische Angaben fehlen. Stattdessen eignet sich das innere Titelblatt.

 

6.3.1 Monografien (Verfasserschriften)

Hierbei handelt es sich um ein Buch, das von einem Autor oder einer Autorengruppe verfasst und veröffentlicht wurde.

Name, Vorname: Titel. Untertitel. ggf. Auflage. Ort: Verlag, Jahr (=ggf. Reihenangabe)
Beispiel: Aschenberg, Heidi: Eigennamen im Kinderbuch. Eine textlinguistische Studie. Tübingen: Narr, 1991 (= Tübinger Beiträge zur Linguistik; 351).

 

6.3.2 Sammelwerke (Herausgeberschriften)

In diesem Fall ist der Titel die erste Angabe des Eintrags, worauf der Herausgeber folgt. Für das alphabetische Ordnen wird der Titel verwendet (Achtung: Sollte ein Artikel das erste Wort sein, wird dieses übersprungen). Beginnt der Titel mit einem Namen, wird dieser nicht umgestellt, d. h. es wird nicht der Nachname vor den Vornamen gesetzt.

Titel. Untertitel. Hrsg. von Vorname Name. ggf. Auflage. Ort: Verlag, Jahr
Beispiel: Medien lesen. Der Textbegriff in der Medienwissenschaft. Hrsg. von Daniel Amman, Heinz Moser und Roger Vaissière. Zürich: Verlag Pestalozzianum, 1999.

Alternativ zu dieser Art der Zitation kann der Herausgeber vorangestellt werden (ähnlich einer Autorenangabe), muss jedoch deutlich als Herausgeber gekennzeichnet werden.

Name, Vorname [Hrsg.]: Titel. Untertitel. ggf. Auflage. Ort: Verlag, Jahr
Beispiel: Amman, Daniel; Moser, Heinz und Vaissière, Roger (Hrsg.): Medien lesen. Der Textbegriff in der Medienwissenschaft. Zürich: Verlag Pestalizzianum, 1999.

 

6.3.3 Aufsätze in Herausgeberschriften

Gelegentlich wird anstatt einer gesamten Herausgeberschrift nur ein in ihr enthaltener Aufsatz verwendet. In diesem Fall reicht es aus, diesen im Literaturverzeichnis zu nennen.

Name, Vorname: Titel. Untertitel. Hrsg. von Vorname Name. ggf. Auflage. Ort: Verlag, Jahr (= ggf. Reihenangabe). S. x-y.
Beispiel: Kruschel, Karsten: Mandalinische Ohrputzer und die Wunderkisten der Wissenschaft. In: Zwischen Phantasie und Realität. Michael Ende Gedächtnisband 2000. Hrsg. von Jacek Rzeszotnik. Passau: Edfc, 2000 (= Fantasia 136/137; Schriftenreihe Band; 35). S. 167-179.

Auf die gleiche Weise wird bei Lexikonartikeln verfahren.

 

6.3.4 Zeitschriftenaufsätze

Bei der Angabe eines Zeitschriftenaufsatzes ist wichtig zu benennen, in welcher Zeitschrift dieser erschienen ist. Hingegen wird kein Ort angegeben.

Name, Vorname: Titel. Untertitel. In: Zeitschriftentitel Jahrgangstitel (Jahr). Heftnummer. S. x-y.
Beispiel: Krätzer, Jürgen: Kunst ist ein Übersetzungsprozeß. Gespräch mit Michael Ende. In: Deutschunterricht 47 (1994) H. 7/8. S. 338-345.

 

6.3.5 Internetquellen

Einträge von Internetquellen enthalten immer die vollständige URL. Im Gegensatz zur Angabe von Buchquellen ist hier außerdem das Datum des letztmaligen Zugriffs obligatorisch.

Wenn es möglich ist, sollte der Autor angegeben werden. Oftmals ist jedoch nicht jeder Artikel auf einer Internetseite mit einer Autorenangabe versehen; stattdessen gibt es eine Organisation o. ä., die die Internetseite betreut bzw. herausgibt. In dem Fall wird diese als Autor genannt.

Da sich die auf Internetseiten veröffentlichten Beiträge im Laufe der Zeit ändern können, sollte im Vorwege mit dem betreuenden Dozenten abgesprochen werden, ob Ausdrucke vonnöten sind.

Name, Vorname: Titel. Untertitel. URL (Datum des Zugriffs).
Beispiel: Ewers, Hans-Heino: Mehrfachadressierung. http://www.kinderundjugendmedien.de/index.php/begriffe-und-termini/412-mehrfachadressierung (06.07.2016).

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