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[02.02.2021]

Die Fachzeitschrift libri liberorum widmet sich der Vernetzung historischer Kinder- und Jugendliteraturforschung und dem Austausch spannender Forschungsergebnisse im Bereich historischer Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Abstracts können bis zum 01. März 2021 eingereicht werden.

Libri liberorum, die Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendliteraturforschung, wurde im Jahr 2000 als Mitteilungsblatt der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (ÖG-KJLF) gegründet, 2010 in eine wissenschaftliche und 2016 in eine peer reviewte Zeitschrift umgewandelt. Ab der 51. Ausgabe erscheint sie open access. Das Ziel der Zeitschrift ist die Erforschung der historischen und aktuellen Kinder- und Jugendliteratur mit Schwerpunkt auf Themen über und aus Österreich. Sie dient als Kommunikationsplattform und als Informationsforum für Expertinnen und Experten sowie Interessierte im In- und Ausland. Neben wissenschaftlichen Fachbeiträgen werden auch Projektberichte, Miszellen und Rezensionen angenommen.

Eine Ausgabe möchten wir der Vernetzung historischer Kinder- und Jugendliteraturforschung und dem Austausch spannender Forschungsergebnisse im Bereich historischer Kinder- und Jugendliteratur und -medien widmen. Reise- und Abenteuerliteratur gehört seit der Entdeckung der Welt und des Menschen (Jacob Burckhardt) in der Frühen Neuzeit auch zu den besonders  interessanten Gegenstands- und Formenfeldern der Kinder- und Jugendbücher. Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte sie einen erstaunlichen Ausdifferenzierungsprozess: von adressatenorientiert adaptierten Reisebeschreibungen im kinder- und jugendliterarischen Werk Campes bis zu den exotischen oder nationalen (Geschichts-)Abenteuerromanen von Karl May über Friedrich Gerstäcker bis Sophie Wörishöffer. Auch in der sogenannten Sachliteratur gehörten abenteuerliche, historischgeographische Formen zu den besonders interessanten hybriden Erscheinungen der Kinder- und Jugendliteratur, die zwischen Fakt und Fiktion changieren.

Erbeten werden theoretische (z.B. postkoloniale, buch- oder verlagsgeschichtliche, illustrationshistorische, poetologische, geschlechterspezifische, religionswissenschaftliche, moralgeschichtliche u.a.) oder systematische Beiträge zu Gattungen und Genres der Reise- und Abenteuerliteratur in diachroner Perspektive (einschließlich Erscheinungen wie dem Fortsetzungsroman in Periodika oder serienweise vertriebener Heftchenabenteuerliteratur). Sie können die Inhaltsebene der literarischen Erscheinungen betreffen (wie Weltbilder), aber auch die Objektebene der Materialität der  Buchobjekte (z.B. Bilderwelten im Bilderbuch) und die Formen der Reise- und Abenteuerliteratur für Kinder und Jugendliche (wie z.B. den Indianerroman, das Detektivabenteuer oder Tierabenteuerbücher). Gefragt werden könnte nach dem Verhältnis der Darstellung des Fremden zwischen Natur und Kultur, nach den Spannungsfeldern der Darstellungen des Regionalen, Nationalen, Eurozentristischen oder Globalen. Ertragreich ist es auch, nach Reise-/Abenteuerromanen für Leserinnen zu fragen. In den Blick genommen werden können aber auch imagologische Phänomene wie Stereotypen, komparatistische Aspekte wie Übersetzungen von Abenteuerliteratur in das oder aus dem Deutschen, Schnittstellen zwischen Erwachsenen- und Kinder- und Jugendliteratur,  (De)Kanonisierungserscheinungen der Abenteuerliteratur für diese Zielgruppe im historischen Verlauf, Prozesse der Adressatenorientierung (Kindgemäßes, Abenteuer für die Jugend), theoretisch-systematische Probleme der Gattungsentwicklungen und Gattungsdefinitionen usw.

Ihre Abstracts (ca. 300 Wörter) und Kurzbiografien (ca. 100 Wörter) auf Deutsch oder Englisch senden Sie bitte bis zum 01. März 2021 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Beiträge sollen bis 15. August 2021 einlangen.

[Quelle: Call for Papers]