von Jana Mikota und Helma van Lierop

Tonke Dragt (*1930) ist eine niederländische Autorin; einem breiten deutschsprachigen Lesepublikum bekannt wurde sie mit Der Brief für den König (1962), das in den Niederlanden 1963 als "Das beste Kinderbuch des Jahres" prämiert und 2020 als Netflix-Serie produziert wurde. Neben zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen erhielt sie 2004 für den Roman Der Brief für den König auch den "Griffel der Griffel 1955-2004" – den Sonderpreis des Goldenen Griffels für das beste Jugendbuch der letzten 50 Jahre. Im Jahr 2001 wurde die Autorin von Königin Beatrix mit dem Orden des niederländischen Löwen, dem höchsten zivilen Verdienstorden der Niederlande, ausgezeichnet. Neben ihrer Autorentätigkeit ist sie auch als bildende Künstlerin anerkannt und illustriert ihre Romane.

 
Abb. 1: Tonke Dragt (1962). Von Winfried Walta / Anefo – Nationaal Archief, CC BY-SA 3.0

1. Biographie
2. Werke
2.1. Märchen
2.1. Abenteuergeschichten
2.2. Science Fiction
2.2. Phantastik
2.2. Narratologische Aspekte, Stoff- und Motivgeschichte, Intertextualität
3. Illustrationen
4. Rezeption
4.1. Populärrezeption
4.2. Wissenschaftliche Rezeption
4.3. Didaktische Rezeption
5. Bibliographie

 
1. Biographie

Die Schriftstellerin wurde unter dem Namen Antonia Johanna Willemina Dragt am 12. November 1930 in Batavia, dem heutigen Jakarta, in Indonesien – damals Niederländisch-Indien – als Tochter eines niederländischen Versicherungsangestellten geboren (vgl. Abb. 1). In dem Buch ABC Dragt. De werelden van Tonke Dragt (2013) beschreibt sie die Stadt und erzählt, dass ihr Haus am Stadtrand im Tosariweg 13 stand (vgl. Akveld 2013, S. 19). Sie verbrachte dort ihre Kindheit und wurde mit zwölf Jahren mit ihrer Familie während des Zweiten Weltkrieges in einem japanischen Gefangenenlager interniert. Sie blieb dort bis zu ihrem 15. Lebensjahr. Im Februar 1946 emigrierte Dragt mit ihrer Familie in die Niederlande, machte ihr Abitur und besuchte anschließend die Akademie der Bildenden Künste in Den Haag. Nach ihrem Studium arbeitet sie als Zeichenlehrerin an unterschiedlichen Schulen in Den Haag. Seit 1958 schreibt sie Geschichten, zunächst für das Magazin Kris Kras. 1961 wird ihr erstes Buch Verhalen van de tweelingbroers (dt. Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern, 1986) veröffentlicht.

Im deutschsprachigen Raum betritt Tonke Dragt mit der Übersetzung des ihres Romans Forscher elf an Venusstation bereits 1973 den literarischen Markt, allerdings wurde dieser kaum beachtet und erst unter dem Titel Turmhoch und meilenweit (1995) einem größeren Publikum bekannt: In dieser Neuauflage wurde der Roman mit dem Buxtehuder Bullen ausgezeichnet. Größere Popularität im deutschsprachigen Raum erlangt Dragts Roman Der Brief für den König, der 1977 ins Deutsche übersetzt wurde und bei Beltz & Gelberg erschienen ist. Tonke Dragts Bücher sind bis auf wenige Ausnahmen bis heute erhältlich. In den Niederlanden hat sie ihre wichtigsten Werke zwischen 1961 und 1992 publiziert.

Im deutschsprachigen Raum setzt die Rezeption etwa zehn Jahre später ein. 2020 erscheint anlässlich des 90. Geburtstages der Autorin der Sammelband Wenn die Sterne singen (Abb. 2), der "voll mit Geschichten [ist]. Sie wurden von mir geschrieben, illustriert und größtenteils zwischen 1956 und 2005 veröffentlicht. Einige sind älter, noch aus der Zeit von vor 1950", schreibt Tonke Dragt im Vorwort (Dragt 2020, S. 8). Dort werden zum Teil Auszüge aus den Romanen publiziert, aber auch Geschichten, die zum ersten Mal in deutscher Sprache vorliegen und das breite Œuvre der Autorin dokumentieren.

Abb. 2: Dragt (2020)


2. Werke

Tonke Dragts schriftstellerisches Werk umfasst Bilder-, Kinder- und Jugendbücher. Insgesamt hat sie 19 Romane und Erzählsammlungen veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Das Schreiben von Geschichten begann sie während ihrer Zeit in der Gefangenschaft. Astrid van Nahl hält fest:

Es gab kaum Papier im Lager, und für das Buch, das Tonke mit ihrer Freundin Tineke Straub schrieb und zeichnete, benutzten sie sogar Toilettenpapier. Das Buch hieß: De jacht op de Touwkleurige (Die Jagd nach den Seilfarbigen). Nach dem Krieg haben die beiden das Buch vollendet unter dem Künstlernamen Tito Drastra. (van Nahl 2008, S. 1, Hvh. i. O.)

Zu diesen Jahren schreibt die Autorin hier:

Ständig eingeschlossen hinter Stacheldraht; Hunger und Elend, wohin man nur sah – und das gerade in diesem Alter. Es war dieselbe Altersgruppe, für die ich nun schreibe. Uns war dort alles verwehrt, und so erfand ich in meiner Phantasie, Geschichten, die in einer weiten Ferne spielen – Geschichten voller Abenteuer und ohne Stacheldraht.

Geschichten werden so zu einer Flucht aus dem Alltag und damit können diese Sätze auch als eine poetologische Programmatik der Autorin für ihre Erzählschemata sowie die Wahl ihrer Stoffe und Motive betrachtet werden. Die Aussage erklärt möglicherweise auch, warum Tonke Dragt in einer Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche der 1960er Jahre in (West-)Europa, die auch das Schreiben für Kinder prägten, nicht zum sozialkritischen Kinderroman tendiert und sich auch dem realistischen Erzählen entzieht. Astrid van Nahl schreibt in ihrem Autorenporträt zu Tonke Dragt, dass diese ähnlich wie Frans van der Steg aus Das Geheimnis des siebten Weges (nl. u.d.T. De Zeventsprong, dt. 1984) in ihren ersten Jahren als Lehrerin den Schülerinnen und Schülern Geschichten erzählt habe (van Nahl 2008). Diese Macht des Geschichtenerzählens gehört zu den prägendsten Merkmalen von Dragts Schaffen und auch hier folgt sie einer eigenen Programmatik, die sich dem realistischen sozialkritischen Erzählen nach 1968 widersetzt.

Dragts bekanntestes und erfolgreichstes Werk ist Der Brief für den König (nl. 1962), das verfilmt und u.a. ins Deutsche und Englische übersetzt wurde. Mit diesem Abenteuerroman reiht sie sich ein in die Riege niederländischer Autoren und Autorinnen wie Annie M.G. Schmidt, Miep Diekmann, Mies Bouhuys, Paul Biegel oder Hans Andreus, die eine neue niederländische Kinderliteratur nach 1945 repräsentieren:

"They no longer took the position of the authoritarian adult, but instead began taking children seriously, their emotions as well as the world in which they lived. And they wanted children to take responsibility for their own lives." (Lierop-Debrauwer 2014)

Diese Aspekte lassen sich auch auf das Werk Dragts übertragen, denn auch Dragt nimmt ihre kindlichen Leserinnen und Leser ernst. Allerdings versetzt sie ihre kindlichen bzw. jugendlichen Protagonisten in abenteuerliche Welten, lässt sie Bewährungsproben bestehen und klammert Alltagsprobleme aus bzw. spiegelt sie auf abenteuerlicher oder fantastischer Ebene. Akveld/Terhell unterteilen Dragts Werk gattungspoetologisch in vier Gruppen (vgl. Akveld/Terhell 2013 S. 17), die auch in diesem Beitrag aufgenommen und um den Bereich des Bilderbuches erweitert werden: Märchen, Abenteuergeschichten, Science Fiction, Phantastik, Bilderbuch.

Zusammenfassend lässt sich, wie auch Lierop resümiert, festhalten, dass sich Tonke Dragt zeitlebens literarischen Trends widersetzt hat und ihren Vorstellungen von Literatur und dem Erzählen treu geblieben ist. Trotz ihres Erfolges als Schriftstellerin existiert weder im niederländischen noch im deutschen Sprachraum eine akademische Forschung zu der Autorin.


2.1 Märchen

Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern ist Dragts erster Roman und enthält viele Komponenten, die charakteristisch für ihr weiteres Werk sein werden wie etwa das Motiv des Doppelgängers oder das Spiel mit intertextuellen Verweisen. Letzteres benennt Dragt auf paratextueller Ebene, denn sie setzt diese Aussage vor das erste Kapitel: "Beim Schreiben dieser Geschichten habe ich von verschiedenen Märchenmotiven und Volkserzählungen Gebrauch gemacht" (Dragt 2005b, S. 6), was noch gesondert unter dem Punkt "Intertextualität" in diesem Beitrag erläutert wird. Sie hat diesen Roman selbst illustriert, in der deutschsprachigen Ausgabe werden die Illustrationen ebenfalls aufgenommen (s. Abb. 3).

Abb. 3: Dragt 2005b

Im Mittelpunkt stehen die Zwillingsbrüder Jiacomo und Laurenzo. Erzählt wird von ihrer Kindheit in einem liebevollen Umfeld, ihrer Einschulung sowie ihrer Streiche. Nach dem Tod ihrer Eltern beschließen sie auf Reisen zu gehen, trennen sich dann für ein Jahr und versuchen herauszufinden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchten. Laurenzo wird Goldschmied, sesshaft und Jiacomo kommt bei einem Dieb unter, lernt dessen Handwerk, möchte es aber aus moralischen Gründen nicht ausüben und wird schließlich unschuldig verhaftet. Dank einer List kann Laurenzo ihn retten und beide Brüder kehren wieder in ihre Heimat zurück. Während Laurenzo es in seinem Beruf zur Meisterschaft bringt, zieht es Jiacomo immer wieder in die Ferne, mal allein, mal in Begleitung seines Bruders.

Laurenzo, der Goldschmied, war nun wirklich ein Meister seines Faches und sein Ruhm reichte bis weit über Babina hinaus. Er erhielt so viele Aufträge, dass er kaum Zeit für etwas anderes hatte als für seine Arbeit – ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Jiacomo, der sich mal hier, mal da aufhielt und das Leben auf die leichte Schulter nahm. (Dragt 2005b, S. 351)

Das Motiv der ungleichen Brüder ist aus den Grimm'schen Märchen bekannt, aber Dragt zeigt ein Brüderpaar, das sich trotz aller charakterlichen und inhaltlichen Differenzen mag und unterstützt. Der Roman ist in einzelne in sich abgeschlossene Episoden eingeteilt, die chronologisch den Werdegang der beiden Brüder beschreiben. In jedem Teil steht ein Motiv aus der Welt der Märchen, Sagen oder Mythen im Mittelpunkt, die dem Text vorangestellten Zitate aus bekannten Werken der Weltliteratur greifen diese Motive auf bzw. liefern Verstehenskontexte für die kindlichen Leserinnen und Leser. So leitet bspw. in das 2. Kapitel In die Schule das Zitat aus Die zwei Brüder der Grimms ein:

Du siehst genauso aus wie ich, denn du
trägst dieselben Kleider, und dieselben
Tiere folgen dir und mir. (Dragt 2005b, S. 13)

Im Kapitel selbst wird erzählt, wie die Zwillinge ihre Umwelt täuschen, einzeln in die Schule gehen und so Freiheiten gewinnen. Den Abschluss jedes Kapitels bilden kursiv gesetzte Stellen, die über das weitere Leben der Brüder berichten und die Linearität der Geschichte wahren. Ein weiteres Merkmal ist, dass Tonke Dragt in diesem, aber auch in ihren späteren Romanen immer wieder auf sprechende Namen zurückgreift und somit den Figuren Charakterzüge von Beginn an zuschreibt. Der Roman selbst oszilliert gattungspoetologisch zwischen Märchen und Schelmenroman. Letztere Zuordnung manifestiert sich insbesondere in der Wahl der Figuren, die Art, wie bspw. Jiacomo sein Leben meistert und sich als 'schlauer' Dieb von einer Situation zur nächsten bewegt.

Der Märchenroman Der blaue Mondstein erscheint 2005 auf Deutsch mit den Illustrationen von Tonke Dragt (s. Abb. 4 und 5).

 

Abb. 4: Dragt 2005a, S. 31

Abb. 5: Dragt 2005a, S. 37

Erzählt wird die Geschichte des Jungen Joost und des Prinzen I-an, die gemeinsam in die Unterwelt steigen, den König dort überlisten und schließlich in ihre Welt zurückkehren. Das Märchen selbst ist in drei Teile gegliedert mit den Titeln Magoggele, Der König der Unterwelt sowie Vergissmeinnicht. In ersten Teil, der aus neun Kapiteln besteht, werden die Hauptfiguren Joost, Jan und Gretel sowie Prinz I-an vorgestellt. Joost ist ein Außenseiter und lebt bei seiner Großmutter, die im Dorf als Hexe verspottet wird. Der Junge erinnert sich dabei an zahlreich erlebte Abenteuer, die aber unglaubwürdig klingen, weswegen sich seine Freunde von ihm abwenden. Jan bezeichnet ihn aufgrund dessen als Lügner und erst während des Spiels Magoggele der König der Unterwelt auf dem Schulhof auftaucht, findet Joost den Mut, dem König zu folgen. Jan schließt sich ihm an und so lernen sie auch den Prinzen I-an und seine Geschichte kennen. Im zweiten Teil Joost I-an in die Unterwelt, wo sie drei Aufgaben lösen müssen. Dabei hilft ihnen Prinzessin Hyazintha, eine der Töchter des Königs. Alle drei flüchten aus der Unterwelt in ihre Welt zurück, missachten jedoch den Ratschlag eines Zauberers und Jan sowie I-an vergessen ihre Abenteuer. Im dritten Teil sind es dann Jan und Gretel, die Hyazintha befreien, mit ihr den Fluch lösen und schließlich die Hochzeit von Hyazintha und I-an feiern können.


2.2. Abenteuergeschichten

Abenteuerliteratur zählt "zu den ältesten Erscheinungsformen in der Literatur" (von Glasenapp/ Weinkauff 2018, S. 120). Das konstituierende und dominante Merkmal ist ein unerwartetes Geschehen, das den Helden konfrontiert und zur Reaktion zwingt. In der Regel brechen die Helden zu einer Reise auf (Der Brief für den König) oder werden, wie etwa im Geheimnis des siebten Weges, zur Mobilität gezwungen. Die Reisen können dabei unterschiedlich lang sein, entsprechen dabei immer der Initiation und sind somit eng mit Elementen anderer Genres wie dem Entwicklungs- und Bildungsroman verknüpft. Als weiteres Kriterium benennen von Glasenapp/Weinkauff fremde, teilweise exotische Schauplätze: Dragts Geschichten spielen weniger in solchen Gegenden, aber aufgrund der sprachlichen Gestaltung bekannter Orte wie Wälder, Ruinen oder Bibliotheken schafft sie es, diesen etwas Spannendes und Fremdes zu geben. Damit lassen sich ihre Romane Der Brief für den König, Der wilde Wald oder Das Geheimnis des siebten Weges in die Abenteuerliteratur einordnen.

Im Mittelpunkt steht der Junge Tiuri, der zum Ritter geschlagen werden soll und daher eine Nacht in einer Kapelle verbringen muss, ohne mit den anderen Anwärtern zu sprechen oder die Tür der Kapelle zu öffnen. Es klopft jedoch und der Junge wird aufgefordert, einen Brief an den König des Nachbarlandes zu überbringen und ihn vor Intrigen zu warnen. Tiuri muss sich entscheiden, widersetzt sich den Regeln und reitet los. Es liegt an ihm das Zusammenbrechen der Reiche zu verhindern und damit den Frieden zu wahren. Diese knappe Zusammenfassung genügt, um die Einordnung in das Genre des Abenteuerromans aufzuzeigen. In Dragts Œuvre entfaltet vor allem der Roman Der Brief für den König ein mittelalterliches Setting, das für die kindlichen Leserinnen und Leser einerseits vertraut, andererseits genauso fremd und exotisch wie fremde Planeten oder Südseeinseln ist. Das fiktive – aber nicht phantastische – Mittelalter Dragts erfüllt qua Fremdheitserfahrung den eskapistischen Aspekt der Abenteuerliteratur. Dragt steht hier in einer Linie mit klassisch zu nennenden Abenteuerschriftstellern wie Walter Scott oder Alexandre Dumas, die das Bedürfnis nach eskapistischen Texten schon früh erkannt und mittels historischen (Abenteuer-)Romanen gestillt haben (Ivanhoe, Die drei Musketiere).  Von Glasenapp bezeichnet den Roman Der Brief für den König gar als prototypisch für die Abenteuerliteratur für Jugendliche (Glasenapp 2014, S. 373). Trotz des fiktiven mittelalterlichen Settings, das ein Merkmal der High Fantasy vom Schlage Tolkiens ist, lassen sich Dragts Romane im Bereich der Abenteuerliteratur (Das Geheimnis des siebten Weges) verorten, teils mit historischen Elementen (Der Brief für den König, Der wilde Wald), nicht aber in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Ein weiteres Kriterium ist die Wahl des Helden: Auch hier folgt Dragt tradierten Mustern der Abenteuerliteratur und wählt einen männlichen Helden, der mit feststehenden Eigenschaften ausgestattet ist.

Dragt selbst äußert sich zu ihrem größten Erfolg, den Romanen Der Brief für den König sowie Der wilde Wald, 2015 im Interview mit dem englischen Guardian:

"It’s a very old book, in many senses. It’s not bound in time and place, it’s a fantasy that takes place in the middle ages. It’s an archetypal sort of story, a very simple sort of story." (Pauli 2015)

Wie aus der knappen biografischen Skizze hervorgeht, ist Tonke Dragt nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Illustratorin. Neben Bilderbüchern wie Weit von hier ganz nah bei uns (nl. 2009, dt. 2010) hat sie auch ihre Romane illustriert, diese wurden jedoch nicht alle in den deutschsprachigen Ausgaben übernommen. In der Taschenbuchausgabe von Der Brief für den König bspw. finden sich keine weiteren Illustrationen und auch die Covergestaltung unterscheidet sich (vgl. Abb. 6 und 7). Die niederländische, gebundene Ausgabe zeigt eine Winterlandschaft, die am unteren Bildrand gezeichneten Reiterfiguren erinnern an Scherenschnitte, wie sie Lotte Reiniger zu Beginn des 20. Jahrhunderts produziert hat (vgl. Abb. 6). Im Roman selbst werden die Kapitel immer mit einer schwarz-weißen Illustration von Tonke Dragt eingeleitet, die sich auf das Geschehen bezieht.

Abb. 6: Dragt 2015

Ganz anders dagegen in der deutschsprachigen Taschenbuchausgabe (Abb. 7): Hier arbeitet das Bild mit einer animieren Abbildung einer Burg samt eines Ritters sowie eines Jungen im Vordergrund. Dabei erinnert die Darstellung an Coverabbildungen der Abenteuer-, aber vor allem Fantasy-Literatur im deutschsprachigen Raum, wirkt mystisch und geheimnisvoll. Vorsichtig lässt sich die These formulieren, dass bereits der Covergestaltung eine Gattungspoetik inhärent ist. (Ähnliches lässt sich, diesmal jedoch für den deutschsprachigen Raum, auch für die Covergestaltung des Romans Der Goldschmied und der Dieb feststellen.)

Abb. 7: Dragt 2000

Das Geheimnis des siebten Weges erscheint in den Niederlanden 1966 unter dem niederländischen Titel De zevensprong und 1984 in der BRD als Taschenbuch bei Beltz & Gelberg. Hinzu kommen noch eine 13-teilige Fernsehserie sowie eine Hörbuchfassung. Im Mittelpunkt steht der Lehrer Frans van der Steg – in der deutschsprachigen Fassung Franz –, der als Lehrer in einer Dorfschule unterrichtet und den Kindern immer fünf Minuten vor Schulschluss spannende Geschichten erzählt:

Er stand nun seit drei Wochen vor der fünften Klasse und an jedem Unterrichtstag hatte er erzählt. Er tat es während des Aufräumens, von fünf vor halb bis vier bis halb vier, und samstags viel länger – manchmal eine Dreiviertelstunde hintereinander. (Dragt 1984, S. 10)

Die Schülerinnen und Schüler ahnen, dass sich ihr Lehrer die Abenteuer ausdenkt, lauschen ihm dennoch gebannt zu und erleben schließlich, wie er selbst in ein Abenteuer stolpert. Er bekommt eines Tages einen Brief, in dem er aufgefordert wird bei dem Grafen Grauenstein als Privatlehrer für seinen Neffen Geert-Jan zu arbeiten. Dabei findet Franz heraus, dass Geert-Jan im Treppenhaus gefangen gehalten wird. Nach und nach kommt Franz dem Geheimnis auf die Spur, deckt die Rätsel auf und dabei werden Frans und mit ihm die Leserinnen und Leser auf falsche Fährten gelockt. Den Roman zeichnet insbesondere das Spiel mit dem Doppelgänger aus, denn Frans begegnet immer wieder Figuren, die mehrere Identitäten haben.


2.3. Science Fiction

Die kurze Geschichte Der Roboter vom Flohmarkt (dt. 1997) enthält zwei Geschichten, die ein Leben beschreiben, in dem die Roboter die Macht haben und den Menschen beherrschen, ohne dass diese es merken. Dabei begegnet der Junge Edu einem Roboter, der ihm Gedichte rezitiert. Die Romane Turmhoch und meilenweit und Tigeraugen erzählen von den Gefahren einer technisierten Welt und können als eine Fortführung der Geschichte Der Roboter vom Flohmarkt und verdeutlicht auch die Sehnsucht der Autorin nach ihrer Kindheit in Indonesien. Im Mittelpunkt tritt Edu, der den Leserinnen und Lesern bereits aus der ersten Geschichte bekannt ist, einige Jahre später als erwachsener Mann auf. Er lebt und arbeitet als Forscher auf der Venus und fühlt sich von den Wäldern angezogen. Es ist den Menschen verboten, die Kuppel zu verlassen und mit den Einheimischen, den Afroini, zu kommunizieren oder die Wälder zu erkunden. Edu widersetzt sich jedoch den Befehlen, erlebt die Intensität der Natur und lernt auch sich selbst besser kennen. In dem Roman Tigeraugen ist es der Künstler Jock, der im Mittelpunkt der Ereignisse steht, und erleben muss, dass Kreativität nicht nur gefährlich, sondern auch unerwünscht ist.

Besonders deutlich in Turmhoch und meilenweit dürfte die Sehnsucht nach den Farben ihrer Kindheit sein (vgl. hierzu u.a. van der Putte 2021), denn sie beschreibt hier die Schönheit des Regenwaldes:

Borkige Stämme, die ein Dach aus riesigen, gezackten Blättern von rosa, orange und gelber Farbe übergingen. Dazwischen ganz überraschend dunkle Bäume, von tiefen Purpurrot bis Schwarz. Sie sagen aus, als ob sie aus Rauch beständen, mit gefiederten Kronen. Und all das wiegte sich sacht im Wind. Zwischen den hohen Stämmen schwebten violette und graue Nebelfetzen, der ganze Wald qualmte und dampfte. Es sah erschreckend aus, und doch zog es ihn an. (Dragt 1996, S. 125)

Die Unendlichkeit und Faszination der Wälder findet sich immer wieder im Roman und kann auch unter kulturökologischen Aspekten gelesen werden. In Interviews hebt Dragt die Bedeutung der Wälder für ihre Biografie hervor; hier betont sie auch, dass die Walddarstellungen in Romanen wie Travel von Robert Louis Stevenson sie zu Turmhoch und meilenweit inspiriert hätten (vgl. Wesseling 2021).

Ein weiteres Merkmal ist, dass sich Dragt in den drei Geschichten – Der Roboter vom Flohmarkt, Turmhoch und meilenweit sowie Tigeraugen – mit der Rolle der Roboter auseinandersetzt. Roboter wurden, folgten man der Definition nach Karel Capek, zunächst als Arbeiter und als Helfer erschaffen, die den Alltag der Menschen erleichtern sollen. Diese Funktion bekommen Roboter, die als solche auch sofort erkennbar sind und damit "das Andere" verkörpern, auch zunächst in der Kinder- und Jugendliteratur zugewiesen. In ihrem Text Der Roboter vom Flohmarkt (nl. 1967, dt. 1997) übernehmen die Roboter die Hausaufgaben der Kinder und Edu, eine der Hauptfiguren, stellt erleichtert fest:

Wie gut, dass die Maschine das alles erledigt! Vater sagt, dass es 26 Buchstaben gibt … Nicht auszudenken, wenn man die alle kennen müsste! (Dragt 2010, 10)

Aber diese Haltung verändert sich in ihren späteren Zukunftsromanen, denn die Roboter werden immer zu einer Gefahr, sind weder Helfende noch Freunde für die Menschen, sondern wollen sie beherrschen oder werden wiederum eingesetzt, um zu beobachten und zu spionieren. Daher zerstört Jock seinen Roboter in Tigeraugen, hat aber zugleich Schuldgefühle und fühlt sich "fast wie ein Mörder" (Dragt 1997, S. 127). Immer nimmt Dragt Diskussionen zwischen den Menschen und Robotern auf, um auch die Ambivalenz der Beziehung aufzuzeigen.


2.4. Phantastik

In Die Türme des Februar vermischt Dragt die Zeitebene der Vergangenheit und der Zukunft und konstruiert eine komplexe Geschichte, in der zunächst ein Junge am 30. Februar an einem ihm unbekannten Ort aufwacht. Er steht an dem menschenleeren Strand und weiß weder seine Identität noch wie er an den Strand gekommen ist. Er hat keine Hinweise bei sich, findet in seinen Taschen nur einen zerbrochenen Spiegel und ein Notizbuch mit wenigen Einträgen, die er nicht entziffern kann. Er sieht zudem zwei Türme, die seltsam, aber auch vertraut wirken. Er verlässt den Strand, findet Kontakt, trifft wiederum auf Menschen – wiederum greift Dragt das Motiv des Doppelgängers hier auf – und gerät in eine mysteriöse Situation. Dabei spielt Dragt hier mit unterschiedlichen Welten, die wie Spiegelbilder sind. Alle vier Jahre kann man am 29. Februar in die andere Welt gelangen. In diese mathematischen Weltenmodelle flicht Dragt existentielle Fragen des menschlichen Daseins um Identität, Erinnerung und Zeit.

Im Mittelpunkt der Geschichte Das Geheimnis des Uhrmachers oder Die Zeit wird es lehren oder Die Zeit wird es dich lehren steht die Frage, was geschieht, wenn man mit einer Zeitmaschine in die unmittelbare Zukunft reist. Dabei wählt Tonke Dragt ein Erzählverfahren, das zwei unterschiedliche Geschichten entwickelt, die von einer Rahmenhandlung verbunden werden. Dieses Erzählverfahren ermöglicht ihr sich dem unzuverlässigen Erzählen zu nähern. In der Rahmenhandlung treten ein Bibliothekar, drei Kinder sowie ein Besucher mit dem Namen Herr Jan A auf. Der Bibliothekar liest den Kindern eine Geschichte über einen Uhrmacher, der eine Zeitmaschine erfunden hat, vor.


2.5. Narratologische Aspekte, Stoff- und Motivgeschichte, Intertextualität

Gemeinsam ist Dragts Texten eine Fülle an Motiven. Dabei steht verbunden mit dem näher zu betrachtenden Doppelgänger-Motiv auch die Frage nach der Identität im Vordergrund und damit nimmt Dragt einen der wichtigsten Topoi der Kinder- und Jugendliteratur auf. Neben dem Motiv des Doppelgängers stehen noch folgende Motive im Zentrum: Reisen, großväterliche Figuren, Zeit. In den Abenteuer- und Märchenromanen wird die Handlung in einem dörflichen Setting angesiedelt. Entworfen wird ein für Dörfer typisches Figurenarsenal mit Bauern, Kramladenbesitzern, Bäckern und Lehrern. Interessant dürfte dabei auch Dragts Kindheitsbild sein. In Der blaue Mondstein heißt es:

Dann ist sie noch vor ihren Eltern zu Hause. Die sind außerordentlich nett, aber manche Dinge müssen Kinder selber tun. (Dragt 2005, S. 176)

Die Aussage deutet an, dass Dragt ihren kindlichen Figuren Freiräume gibt, ihnen Eltern zur Seite stellt, die ihren Kindern vertrauen, sie aber auch selbstständig handeln lassen.Die kindlichen, überwiegend männlichen Hauptfiguren sind phantasievoll, glauben an Magie und akzeptieren selbstverständlich das Wunderbare wie Hexen oder Zauberer. Ihnen gegenüber stehen skeptische erwachsene und kindliche Figuren, die nicht an das Wunderbare glauben. Dabei entsprechen ihre Figuren aktiven Figuren, die selbstständig agieren. Allerdings werden sie auch geleitet: Frans bspw. schlittert in das Abenteuer, wird von den anderen Komplott-Mitgliedern eingeführt und auch der Brief kommt nicht zufällig. Was jedoch in den Hintergrund ist, ist das Innenleben der Figuren. Zwar deutet Frans seine Sorgen an, aber sie bestimmen ihn nicht. Eine besondere Stellung in den Abenteuergeschichten nehmen männliche Figuren ein, denn Dragt wählt ausschließlich Jungen als Helden ihrer Geschichten, Mädchen oder Frauen finden sich in den Nebenfiguren und spielen eine untergeordnete Rolle. Die Jungenfiguren begeben sich mal freiwillig, mal unfreiwillig auf eine Reise, müssen unterschiedliche Aufgaben lösen und sich im Laufe der bewähren. Dabei dominieren die äußeren Handlungsmomente und das Innenleben der Figuren wird weitestgehend ausgespart.  Erwachsene Figuren bekommen eine wichtige Funktion in Dragts Werk. Auffallend ist die Abwesenheit der Eltern. Den Jungen werden dagegen erwachsene Figuren an die Seite gestellt, die sie unterstützen, ihnen aber auch Freiheiten geben. Dazu zählt etwa der Goldschmied aus Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern, der Laurenzo in die Lehre nimmt, ihm ein Zuhause gibt und auch seinen Bruder akzeptiert. Frans, der mit seinen 24 Jahren erwachsenen ist, entspricht dem idealen Lehrer. Er erzählt den Schülern Geschichten, weckt ihre Phantasie und greift Unterrichtsmethoden auf, die an die Forderungen der 1968er Generation angelehnt sind. Damit gehört diese Figur zu den wenigen in Dragts Werk, die man als unmittelbares Ergebnis der gesellschaftlichen Umwälzungen nach 1968 bezeichnen könnte. Frans lässt den Kindern mehr Freiheiten zu als es bis dahin im schulischen Alltag möglich war. Im deutschsprachigen Raum erinnert die Figur an Kästners Justus aus Das fliegende Klassenzimmer.

Bereits in ihrem literarischen Debüt Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern (nl. 1961, dt. 1986) führt Dragt mit Jiacomo und Laurenzo ein Zwillingspaar ein, das sich äußerlich gleicht, jedoch charakterlich unterschiedlich ist und legt das Motiv des Doppelgängers fest, das auch ihre weiteren Abenteuerromane prägen wird. Damit nimmt Dragt ein bekanntes und häufiges Motiv auf, das sich u.a. in der Literatur der Romantik findet – verwiesen sei hier auf die Texte von E.T.A. Hoffmann oder Jean Paul, in denen das Motiv des Doppelgängers mit dem Unheimlichen kombiniert, oder in späteren Geschichten wie Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson. In der Kinder- und Jugendliteratur ist das Zwillings- bzw. Doppelgängermotiv ebenfalls populär, dient jedoch vor allem dem Spiel des Rollentauschs bzw. der Suche nach Identität und ist damit nicht negativ oder unheimlich konnotiert wie in der Literatur für Erwachsene. Das bekannteste Beispiel hierfür dürfte Kästners Das doppelte Lottchen sein, denn hier tauschen die beiden Mädchen Luisa und Lotte die Wohnorte. Während zunächst das Doppelgängermotiv in der Erzählung zu Irritation führt, endet es schließlich in der Wiedervereinigung einer Familie. Auch Dragt bedient sich in ihren Texten immer wieder des Rollentauschs: Ein Beispiel ist hierfür das Kapitel Der König von Tirania aus Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern.

Die von Dragt entworfenen Zwillings- oder Doppelgängerpaare setzen sich einerseits mit Fragen der Individualität oder Identität auseinander, die nicht bedrohlich wahrgenommen werden. Das Dasein als Zwillinge oder Doppelgänger kann auch als eine Chance betrachtet werden, wobei bspw. in Der Goldschmied und der Dieb Dragt mit Zuschreibungen wie Gut und Böse spielt. Laurenzo wirkt ruhiger als sein Bruder, entscheidet sich gegen das Reisen in der Welt, sondern für eine Lehre als Goldschmied und damit auch für ein Leben mit einem Wohnsitz. Jiacomo dagegen sucht Abenteuer. Er geht zunächst bei einem Dieb in die Lehre, erweist ist als ein begabter Dieb und verzichtet aber auf diese "Karriere" und kehrt nach einem Jahr Wanderschaft zu seinem Bruder zurück. Beide Brüder einen ihre Schlagfertigkeit und Klugheit. Das Doppelgänger-Motiv wird auch im Roman Das Geheimnis des siebten Weges thematisiert. Frans van der Steg erzählt seiner Schulklasse immer Geschichten über die Abenteuer des Frans' dem Roten. Dieser ist das Alter Ego des Lehrers, der sich ein abenteuerliches Leben wünscht. Als ihm schließlich 'seine' Geschichten einholen, kommt es immer wieder zu einem Verwirrspiel, denn die Figuren nehmen unterschiedliche Identitäten an. Neben dem Lehrer Frans ist vor allem der Junge Robert, der mal als Rob, dann als Robert und auch als ein Mopro, d.h. ein mofafahrender Jugendlicher, auftritt. Seine Tante, Frans' Vermieterin, kommentiert es wie folgt:

"Nun ja, was soll’s? […] Weshalb darf der Junge nicht zwei Personen gleichzeitig sein? Das ist doch ganz normal! Jeder vernunftbegabte Mensch besteht doch aus mehr als nur einer Person – du als Schulmeister müsstest das doch eigentlich wissen!" (Dragt 1989, S. 105)

Insgesamt dreht sich in der Literatur das Motiv des Doppelgängers um Fragen der Identität oder Individualität, was Tonke Dragt auf unterschiedliche Weise thematisiert: "Nach einer Weile wird er schon lernen, all diese Typen – die Mopros, Freibeuter und Schuljungen – in einem einzigen Leben unterzubringen." (Dragt 1989, S. 105) Menschen sollen sich mit unterschiedlichen Identitäten auseinandersetzen, sich selbst finden und sich auch akzeptieren.

Anders verfährt sie dagegen in Das Geheimnis des Uhrmachers oder Die Zeit wird es lehren oder Die Zeit wird es dich lehren (nl. 1989), denn hier experimentiert ein Uhrmacher mit einer Zeitmaschine, ein Student nutzt diese, um wegen eines Examens in die Zukunft zu reisen und begegnet seinem um einen Tag älteren Ich. Zwar sieht er nur den Rücken, muss sich jedoch mit der Frage auseinandersetzen, dass er plötzlich doppelt existiert. Eingebettet ist die Geschichte in eine Rahmenhandlung, in der drei Kinder sich in einer Bibliothek aufhalten und der Bibliothekar ihnen die Geschichte Die Zeit wird es lehren vorliest. Als weiterer Zuhörer tritt noch ein gewisser Herr A auf, der sich einerseits über den Lärm der Geschichte beschwert, andererseits den Bibliothekar korrigiert. Er selbst ist die Hauptfigur in der von dem Bibliothekar vorgelesenen Geschichte und macht ihm begreiflich, dass die Geschichte anders verlaufen ist. Er schreibt seine Version nieder, die der Bibliothekar vorliest. Bereits der Name des Herrn, Herr A, deutet auf das Thema des Doppelgängers hin. A scheint, da keine Interpunktion folgt, eine Aufzählung zu sein und damit existiert noch ein Herr B, der das Alter ego von Herrn A sein wird.

Ein letztes wichtiges Motiv in dem Dragt’schen Werk ist das Motiv der Zeit, das sich vor allem in ihren Büchern mit Elementen des Science-Fiction findet und sowohl auf der inhaltlichen als auch narratologischen Ebene eine wichtige Rolle spielt. Dabei arbeitet Dragt mit unterschiedlichen Zeitebenen sowie unzuverlässigem Erzählen.

Ein weiteres Kennzeichen ihres Werkes ist das Spiel mit Intertextualität, was sich bereits in den Titeln zeigt. Glasenapp verweist im Kontext des Romans Der Brief für den König auf Jules Vernes Der Kurier des Zaren (EA: 1876) als Prätext (vgl. Glasenapp 2014, S. 375). Dabei spielt Tonke Dragt mit den Leserinnen und Lesern und nennt neben ihren eigenen Büchern auch Werke der Weltliteratur, die sich bis in die Namensgebung der einzelnen Figuren verfolgen lassen: Der Junge Christian aus Meere von Zeit. Auf der anderen Seite der Tür kann eine Anspielung auf Morgenstern und dessen Galgenlieder sein. Während in Geschichten wie Der Brief für den König oder Der Goldschmied und der Dieb die Kenntnisse der genannten Werke bzw. Figuren nicht erforderlich waren, verhält es sich anders in Dragts späteren Werken. Hier setzt sie Wissen des Lesepublikums voraus, denn ohne bestimmte literarhistorische Kenntnisse verfügt, fällt der Zugang zu den Texten schwer.


3. Illustrationen

Tonke Dragt ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Illustratorin. Sie hat ihr Werk teilweise illustriert und dabei erkennbar eine Entwicklung durchlaufen. In ihren ersten Romanen wie Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern begleiten die Illustrationen die Geschichte mit skizzenhaft gezeichneten Figuren. Das ändert sich in ihren späteren Werken: Den Illustrationen wird mehr Raum gegeben, sie erzählen ebenfalls eine Geschichte und können ähnlich wie die Texte irritieren. Besonders deutlich wird es in der kurzen Geschichte Das Geheimnis des Uhrmachers oder Die Zeit wird es lehren oder Die Zeit wird es dich lehren, aber auch in dem umfangreichen Roman Meere von Zeit. Auf der anderen Seite der Tür. Dragt arbeitet dort mit Fotocollagen, die fast surrealistisch wirken, zahlreiche Details enthalten und die Auflösung der Zeit andeuten wie es auch die Handlung der Geschichten erzählt. Dragts Credo ist hier, die Erzählungen nicht mit Illustrationen zu überladen. Ein gut gearbeiteter Text, so Dragt, benötige keine redundanten Illustrationen (vgl. Ghesquiére, S. 47). Diesem Anspruch wird Dragt gerecht, indem sie dem Alter ihres Zielpublikums angemessene Techniken verwendet. Die an kindliche Leser gerichteten Werke Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern und Der blaue Mondstein nutzen konkrete, den Text stützende und zusammenfassende Zeichnungen, während sie in den Tiuri-Romanen einen scherenschnittartigen Stil wählt, der auf archetypische Strukturen verweist. In den Science Fiction- und Fantasy-Romanen dominiert die Collage. Spätestens ab diesem Zeitpunkt werden ihre Illustrationen komplexer, orientieren sich an der ebenso komplexen Erzählstruktur und folgen der Abstraktion.


4. Rezeption


4.1. Populärrezeption

Dragts Kinder- und Jugendbücher erfreuen sich großer und anhaltender Beliebtheit, das Gros ihres Werks ist seit Erscheinen ununterbrochen lieferbar und in viele Sprachen übersetzt. Während in den Niederlanden der Leopold-Verlag in Amsterdam Dragts Hausverlag ist, erscheinen ihre Romane und Erzählungen in Deutschland bei Beltz & Gelberg und dem Verlag Freies Geistesleben. Besonders Der Brief für den König (deutsche Erstausgabe 1977, bis 1998 17 Auflagen, in der 1998 überarbeiteten deutschen Übersetzung 162017), Der wilde Wald (342018) und Das Geheimnis des siebten Weges (272018) entwickelten sich in Deutschland zu veritablen Longsellern.  

Zu fünf ihrer Romane liegen von Konstantin Graudus eingelesene Hörbücher vor (neben den drei oben genannten Der Goldschmied und der Dieb, Die Türme des Februar). Der Brief für den König und Das Geheimnis des siebten Weges sind für Kino bzw. Fernsehen adaptiert worden, Musicaladaptionen der Türme des Februar und des Briefs für den König sowie ein sorgfältig animiertes niederländisches Computerspiel zur Leseförderung De Zevensprong. Gamen, lezen, beleven! ergänzen das intermediale Angebot.

Die Fernsehserie Das Geheimnis des siebten Weges wurde 1982 (Regie: Karst van der Meulen) vom niederländischen Fernsehen produziert, die deutsche Erstausstrahlung erfolgte 1984 durch die ARD. Dies zeigt sich auch in der Besetzung: die renommierte Theaterschauspielerin Kitty Janssen (Tante Wilhelmine) agiert neben der seit den 60er Jahren sehr populären Schlagersängerin und Schauspielerin Marijke Merckens (Jungfer Rosmarin) und dem Kinderfilmspezialisten Cor van Rijn (Jan Thomtidom).

Ein ähnliches Bild ergibt sich für die deutsch-niederländische Ko-Produktion Der Brief für den König (Regie: Pieter Verhoeff), diese geht zwar etwas freier mit der Vorlage um, etwa indem eine dem Publikumsgeschmack geschuldete Aufwertung der Liebesgeschichte zwischen Tiuri und Lavinia vorgenommen wird, ist aber durchaus werknah zu nennen. Auch durch die mit populären Darstellern besetzten Figuren (Uwe Ochsenknecht als Rafox, Lars Rudolph als Slupor) zielt der Film auf ein Familienpublikum ab. Erst 2013 wurde Dragts Werk Der Brief für den König ins Englische übersetzt. Der große Erfolg zeigt sich auch darin, dass kurz darauf Der wilde Wald und Das Geheimnis des siebten Weges folgten. Im Juli 2018 wurde bekannt, dass Netflix sich die Verfilmungsrechte am Brief für den König (Produzent: William Davies) als Serie gesichert hat, diese wurde 2020 ausgestrahlt, weicht jedoch vom Originaltext ab.


4.2. Wissenschaftliche Rezeption

Tonke Dragt und ihr Werk als Desiderat der KJL-Forschung zu bezeichnen, mag angesichts der Veröffentlichungen namhafter niederländischer und deutscher Experten (Rita Ghesquière, Helma van Lierop-Debrauwer, Gabriele von Glasenapp, Gina Weinkauff und Sebastian Susteck) zwar ungerecht erscheinen, gemessen an der immensen Popularität und breiten Rezeption zumindest der Hauptwerke Der Brief für den König, Der wilde Wald und Das Geheimnis des siebten Weges weit über die Niederlande hinaus ist der geringe Umfang an Forschungsliteratur dennoch verwunderlich. Dabei mag eine Rolle spielen, dass Dragt die in der Forschung über lange Zeit vernachlässigten Genres des Abenteuer-, Fantasy- und Science-Fiction-Romans bedient, vielleicht auch die Tatsache, dass gerade diese drei Genres als traditionell männlich konnotiert gelten – sowohl was die Leser- als auch die Autorenschaft betrifft –und Dragt deshalb als Autorin möglicherweise nicht ernst genommen wurde.

Im deutschsprachigen Raum lässt sich trotz der genannten Forschungsliteratur die Situation auch damit erklären, dass der realistische Kinder- und Jugendroman und dabei vor allem problemorientierte und psychologische Romane dominieren, Abenteuerromane in der Forschung unterrepräsentiert sind, Dragts Werk fast zeitgleich mit Michael Ende erschienen ist und dieser den Diskurs um phantastische Literatur prägt.

2019 fand an der Universität Siegen in Kooperation mit der University Tilburg die erste internationale  Tagung zu dem Werk der Autorin unter dem Titel "Ich bin eine Märchenerzählerin. So wurde ich geboren." Tonke Dragts Jugendromane – übersehene Klassiker? statt, organisiert von den Verfasserinnen dieses Lexikonbeitrags. Eine Sammelband-Veröffentlichung der Beiträge ist in Vorbereitung.


4.3 Didaktische Rezeption

Tonke Dragts Romane werden auch in schulischen Kontexten gelesen. Zu drei Werken (Der Brief für den König, Das Geheimnis des Ohrmachers und Die Türme des Februar) liegen Unterrichtsmaterialien älteren Datums vor (vgl. Wilmes 1999).


5. Bibliographie

Primärliteratur

(nach Erscheinungsjahr sortiert)

  • Forscher elf an Venusstation. Aus dem Niederländischen von Wilhelm Niemeyer. Balve: Engelbert Verlag, 1973.
  • Das Geheimnis des siebten Weges. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn. Mit Bildern von Tonke Dragt. Weinheim: Gulliver, 1989.
  • Der wilde Wald. Aus dem Niederländischen von Eleonore Meyer-Grünewald. Weinheim: Gulliver, 1989.
  • Das Geheimnis des Uhrmachers oder Die Zeit wird es lehren oder Die Zeit wird es dich lehren. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn. Mit Bildern von Tonke Dragt. Stuttgart: Freies Geistesleben, 1992.
  • Die Türme des Februar. Ein (zur Zeit noch) anonymes Tagebuch. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn. Weinheim: Beltz & Gelberg, 1994.
  • Turmhoch und meilenweit. Ein Zukunftsroman. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn. Mit Bildern von Tonke Dragt. Stuttgart: Freies Geistesleben, 21996.
  • Tigeraugen. Ein Zukunftsroman. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn und Gottfried Bartjes. Mit Bildern von Tonke Dragt. Stuttgart: Freies Geistesleben, 1997.
  • Der Roboter vom Flohmarkt. Zwei Erzählungen. Aus dem Niederländischen von Gottfried Bartjes. Verlag Freies Geistesleben, 1997.
  • Meere von Zeit. Auf der anderen Seite der Tür. Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg. Mit Bildern von Tonke Dragt. Stuttgart: Freies Geistesleben, 1999.
  • Das unheimliche Fenster … und andere Geschichten aus der magischen Zeit. Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Mit Illustrationen von Jindra Capek. Weinheim: Beltz & Gelberg, 1999.
  • Der Brief für den König. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn und Gottfried Bartjes. Weinheim: Gulliver, 2000.
  • Der blaue Mondstein. Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg. Mit Bildern von Tonke Dragt. Stuttgart: Freies Geistesleben, 2005.
  • Der Goldschmied und der Dieb. Geschichten von den ungleichen Zwillingsbrüdern. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn. Mit Bildern von Tonke Dragt. Weinheim: Gulliver, 2005.
  • Was niemand weiß. Mit Illustrationen von Annemarie van Haeringen. Aus dem Niederländischen von Liesel Linn. Stuttgart: Freies Geistesleben, 2008.
  • Weit von hier ganz nach bei uns. Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg. Mit Bildern von Tonke Dragt. Stuttgart: Freies Geistesleben, 2009.
  • De brief voor de koning. Amsterdam: Leopold, 2015 [EA 1962].
  • Wie die Sterne singen. Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Stuttgart: Freies Geistesleben, 2020.

Forschungsliteratur

  • Abraham, Ulf: Fantastik in Literatur und Film. Eine Einführung für Schule und Hochschule. Berlin: Erich Schmidt, 2012.
  • Akveld, Joukje; Terhell, Annemarie: ABC Dragt. De werelden van Tonke Dragt. Amsterdam: Leopold, 2013.
  • Baumgärtner, Alfred C. und Launer, Christoph: Abenteuerliteratur. In: Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur Bd. 1. Grundlagen, Gattungen. Hg. v. Günter Lange. Baltmannsweiler: Schneider, 42005. S. 415-444.
  • Boonstra, Bregje: Raadsels, sfeer en suggestie. De Zevensprong herlezen. In: Literatuur zonder leeftijd 55/2002 (Jg. 15, Heft 1).  S. 171-175. https://www.dbnl.org/tekst/_lit004200101_01/_lit004200101_01_0024.php (10.11.2020)
  • Bellemans, Roby: Illustreren van kinderboeken als vak. Den Haag: NBLC, 1997.
  • Ghesquière, Rita: Jeugdliteratuur in perspectief. Den Haag: Acco, 2009.
  • Glasenapp, Gabriele von: Andere Orte. Topographien der Ferne in jugendliterarischen Werken. In: Topographien der Kindheit. Hg. v. Carolin Roeder. Bielfeld: transcript, 2014. S. 363-379.
  • Dies. und Weinkauff, Gina: Kinder- und Jugendliteratur. Paderborn: Schöningh, ³2018 (= utb 3345).
  • Jakobi, Wolfgang: Rittertum ist eine Lebensform. Tonke Dragt, "Der Brief für den König" (7. Klasse).  Stuttgart: Raabe, 2003 (= Raabits Deutsch, Literatur).
  • Jongen, Ludo: Een ridder in hart en nieren. Tonke Dragts evocatie van de Middeleeuwen. In: Literatuur zonder leeftijd 55/2002 (Jg. 15, Heft 1). S. 161-170. https://www.dbnl.org/tekst/_lit004200101_01/_lit004200101_01_0023.php (10.11.2020)
  • Kröll, David: Rettungswege aus der Wirklichkeit?: Perspektiven und Gefahren fantastischer Jugendliteratur. Marburg: Tectum, 2009.
  • Kummerow, Nadja: "Die Türme des Februar" im Unterricht. Lehrerhandreichung zum Jugendoman von Tonke Dragt. Weinheim: Beltz, 2008 (= Lesen - Verstehen - Lernen. Materialien für einen handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht 27).
  • Lange, Günter: Abenteuerliteratur. In: Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Grundlagen, Gattungen, Medien, Lesesozialisation und Didaktik. Hrsg. von Günter Lange. Baltmannsweiler: Schneider, 2011. S. 252-268.
  • Lierop-Debrauwer, Helma van: A Time of Changes. Dutch Children's Literature after 1945. In: Bookbird 3, 2007. S. 14-20.
  • Lierop-Debrauwer, Helma van: "Everything Here is Tossing and Turning around Change". Dutch Children’s Literature after 1945. Universität Siegen 2014. (unveröff. MS; Ringvorlesung)
  • Linders, Joke: 'Ik ben altijd aan het spelen, altijd'. Het Tonke Dragt interview. In: Literatuur zonder leeftijd 55/2002 (Jg. 15, Heft 1). S. 146-160 u. 191-196.
  • Dies.: Het Kosmopolitaanse Rijk. De paspoortaffaire. In: Literatuur zonder leeftijd 55/2002 (Jg. 15, Heft 1). S. 185-190. https://www.dbnl.org/tekst/_lit004200101_01/_lit004200101_01_0026.php (10.11.2020).
  • Melzer, Helmut: Sciencefiction für Kinder und Jugendliche. In: Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur Bd. 1. Grundlagen, Gattungen. Hrsg. von Günter Lange. Baltmannsweiler: Schneider, 42005. S. 547-565.
  • Nahl, Astrid van: Geschichten voller Abenteuer und ohne Stacheldraht. Tonke Dragt. In: alliteratus.com. 2008. http://www.alliteratus.com/pdf/aut_vl_aut_dragt.pdf (10.11.2020).
  • Niggemeier, Stefan und Reufsteck, Michael: Das Fernsehlexikon. Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF-Hitparade. München: Goldmann, 2005.
  • O.V.: Tonke Dragt. In: https://www.beltz.de/kinder_jugendbuch/autor_innen/autorenseite/513-tonke_dragt.html (09.11.2020).
  • Parlevliet, Sanne: Als et niet onwar is, dan is het fantasie. Fantasieverhalen. In: Een land van waan en wijs: geschiedenis van de nederlandse jeugdliteratuur. Hrsg. von Rita Ghesquière, Vanessa Joosen, Helma van Lierop-Debrauwer. Amsterdam: Atlas, 2016. o. S.
  • Pauli, Michelle: Tonke Dragt interview. "I was born a fairytale teller." The Guardian, 19.09.2015. https://www.theguardian.com/books/2015/sep/19/tonke-dragt-interview-i-was-born-a-fairytale-teller-letter-for-the-king (10.11.2020).
  • Pennen, Wilma van der: Schrijfster van andere werelden. Tonke Dragt en de kritiek. In: Literatuur zonder leeftijd 55/2002 (Jg. 15, Heft 1). S. 221-233.
  • Putte, Stijn van der: A place nobody knows. About Ogen van tijgers by Tonke Dragt. In: Lierop-Debrauwer, Helma van/ Mikota, Jana: „Ich bin eine Märchenerzählerin. So wurde ich geboren.“ Tonke Dragts Jugendromane – übersehene Klassiker?. Siegen: universi Verlag 2021 (i. Vorb.)
  • Ros, Bea: Experimenteren met tijd en ruimte. De sf-boeken van Tonke Dragt. In: Literatuur zonder leeftijd 55/2002 (Jg. 15, Heft 1). S. 176-184. https://www.dbnl.org/tekst/_lit004200101_01/_lit004200101_01_0030.php (10.11.2020)
  • Schäfers, Claudia: Abenteuer an Stationen. Wege durch einen Roman von Tonke Dragt. In: Deutschunterricht, 2011, Heft 4. S. 12-18.
  • Stenzel, Gudrun: Jenseits von Raum und Zeit. Über die Romane von Tonke Dragt. In: Bulletin Jugend + Literatur, 1998, Heft 7. S. 8-9.
  • Susteck, Sebastian: Roman und Zivilisation. Die Struktur der mittelalterlichen Welt in Tonke Dragts Jugendroman "Der Brief für den König". In: Mittelalter im Kinder- und Jugendbuch. Akten der Tagung Bamberg 2010. Hrsg. von Ingrid Bennewitz und Andrea Schindler. Bamberg: University of  Bamberg Press, 2012 (= Bamberger interdisziplinäre Mittelalterstudien 5). S. 457-478.
  • Tabbert, Reinbert: Phantastische Kinder- und Jugendliteratur. In: Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur Bd. 1. Grundlagen, Gattungen. Hrsg. von Günter Lange. Baltmannsweiler: Schneider, 42005. S. 187-200.
  • Terhell, Annemarie: Het raadsel van de verdwijnende mens. De illustraties van Tonke Dragt bij haar jeugdboeken. In: Literatuur zonder leeftijd 55/2002 (Jg. 15, Heft 1), S. 206-220. https://www.dbnl.org/tekst/_lit004200101_01/_lit004200101_01_0029.php (10.11.2020).
  • Wesseling, Lies: Dome Against Forest: Plot, Setting and the Nature-Culture Opposition in Torenhoog en mijlenbreed. In: Lierop-Debrauwer, Helma van/Mikota, Jana: "Ich bin eine Märchenerzählerin. So wurde ich geboren." Tonke Dragts Jugendromane – übersehene Klassiker?. Siegen: universi Verlag 2021 (i. Vorb.)
  • Wilmes, Christiane: Von der Zeit lesen – von der Zeit schreiben. Produktionsorientierter Umgang mit Tonke Dragts "Das Geheimnis des Uhrmachers" (Klasse 6/7). Stuttgart: Raabe, 1999 (= Raabits Deutsch, Literatur).

 

Erstveröffentlichung: 10.11.2020


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