von Sabine Planka

Der kleine Hase Pauli und seine Geschwister hören eine Geschichte vom Weihnachtsmann. Animiert davon, dass der Weihnachtsmann sich über das Teilen und Helfen freut, teilt Pauli die Wintervorräte der Hasenfamilie mit den Waldtieren. Nun haben jedoch er und seine Familie kaum genug, um über den Winter zu kommen. Da klopft es am Weihnachtsabend an die Tür…

Inhalt

Weninger, Brigitte (Text)/Tharlet, Eve (Bild): Fröhliche Weihnachten, Pauli.
NordSüd, Zürich 2009.
32 S., 13,99 €
ISBN 978-3-314-10244-8

Der Inhalt der von Brigitte Weninger und Eve Tharlet erzählten Geschichte ist kurz zusammengefasst: Die Weihnachtsgeschichte über Miteinander, Beisammensein, v. a. aber das uneigennützige Teilen und Schenken zum Anlass nehmend beginnt Pauli, die Vorräte der Familie zu teilen und den hungrigen Waldtieren zu schenken. Er hat in der Geschichte gehört, dass sich der Weihnachtsmann freut, wenn man teilt und hilft. Doch Paulis Handeln hat Folgen. Die Hasenfamilie muss selbst mit ihren Vorräten haushalten, um durch die kalte Winterzeit zu kommen. Doch die große Überraschung kommt am Heiligabend, als es an der Tür klopft: Alle Waldtiere, denen Pauli etwas zu Essen gebracht hat, revanchieren sich mit einer kleinen Ration Futter, die sie selbst noch mühsam gesammelt haben. Gleichzeitig sind diese Geschenke ein Versprechen der Tiere, der Hasenfamilie im Sommer die Plätze zu zeigen, an denen die schönsten Pilze, Äpfel und Getreidehalme wachsen. So können Pauli und seine Familie für den Winter genügend Vorräte sammeln und werden damit für ihre Hilfsbereitschaft belohnt.

Kritik

Die Geschichte von Brigitte Weninger und Eve Tharlet nimmt Winterzeit und Weihnachtsfest zum Anlass, um das gemeinschaftliche Miteinander in den Fokus zu rücken und jungen Lesern nahezubringen. Der heterodiegetische Erzähler fokussiert insbesondere das Teilen mit anderen, das aus der Aufmerksamkeit dem Anderen gegenüber resultiert. Protagonist Pauli verhält sich dabei völlig uneigennützig: Um den anderen Tieren im Wald zu helfen, plündert er die Vorratskammer der eigenen Familie und vergisst dabei völlig, dass ja auch sie irgendwie den Winter überstehen müssen. Während die Geschwister sein Handeln nicht verstehen können und Angst haben, verhungern zu müssen, sehen Paulis Eltern sein Verhalten positiv und bestärken damit sein gemeinnütziges Tun. Seine jüngeren Geschwister können sich – ebenso wie der Leser, für den Pauli somit eine Vorbildfunktion einnimmt – an Pauli und dessen Tun orientieren, das er kontinuierlich fortsetzt.

Am Weihnachtsabend trägt Paulis Handeln dann – im wahrsten Sinn des Wortes – Früchte: Die Tiere revanchieren sich und bringen ihm und seiner Familie ein kleines bisschen Futter und versprechen, ihnen im Sommer die schönsten Futterstellen zu zeigen. Für den Leser ist klar ersichtlich, dass aus der Hilfsbereitschaft Paulis, die zunächst nur einseitig zu sein scheint, eine Gegenseitigkeit resultiert. Diese äußert sich darin, dass auch die Waldtiere die Hasenfamilie bedenken und ihnen ein kleines Geschenk bringen.

Die sprachliche Gestaltung der Geschichte ist eingängig und vielfältig: Brigitte Weninger gelingt es, mittels sparsam aber treffend eingesetzter Adjektive die Situation der Waldtiere ebenso wie Paulis Gefühle und Eindrücke zu vermitteln. Dem Leser erschließt sich so das mühsame Überleben der Waldtiere, die sich für den Winter Futterreserven anlegen bzw. nach Futter suchen müssen. Gleichzeitig werden durch die Vermenschlichung der Tiere auch empathische Emotionen vermittelt, die verdeutlichen, warum Pauli den Tieren geholfen hat – und dass seine Geschwister zunächst nicht begeistert sind, dass die halbe Vorratskammer leer geräumt ist.

Eve Tharlet, die sowohl mit Wasserfarben als auch mit Acrylfarben arbeitet, hat auch hier die Bilder durchgehend farbig gestaltet und z. T. mit Bleistiftschraffuren verfeinert, sodass die Gefühle der Figuren veranschaulicht werden. Im Sinne der bei Bilderbüchern wichtigen Text-Bild-Interpendenz untermalen die Bilder, die sich jeweils über eine Doppelseite erstrecken, die Geschichte von Brigitte Weninger und zeigen sowohl Pauli, der sich um das Wohl der Tiere sorgt, als auch seine Eltern und Geschwister und die Waldtiere, die sich bei Pauli für die Futterspenden bedanken.

Fazit

Mit Fröhliche Weihnachten, Pauli ist Brigitte Weninger und Eve Tharlet ein weiteres schönes Bilderbuch der "Pauli"-Reihe gelungen, das Achtsamkeit und Miteinander in den Fokus rückt. Protagonist Pauli fungiert hier als Identifikationsfigur für Leser ab ca. 4 Jahren, die von dem kleinen Hasen lernen können.

 


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