von Christoffer Kleindienst, B.A.

Im Jahr 2008 versetzte der Animationsfilm Wall-E von Pixar Filmliebhaber jedes Alters in großes Erstaunen. Lediglich ein Jahr später zeigten die Macher von Oben, dass es sogar noch besser – und erwachsener – geht. Dabei entstand eine erstaunliche Tragikomödie für Kinder.


Inhalt

Da sitzt er nun, Carl, der Protagonist. Fasziniert schaut der kleine Junge auf die große Kinoleinwand und schaut sich einen Film über sein Idol, Abenteurer Charles Muntz, an. Wie das Schicksal so will, trifft Carl wenig später Ellie – außer ihrem Alter und der Begeisterung für Muntz haben sie eigentlich herzlich wenig gemeinsam. Trotzdem, oder eben deswegen, finden sie zusammen und verbringen die kommenden Jahrzehnte miteinander – bis Ellie stirbt. Carl verbringt sein Leben fortan allein und verbittert.

Was in anderen Werken Stoff für einen ganzen Film wäre, ist bei Oben nur der Einstieg in ein Wechselbad der Gefühle. Danach geht es nämlich erst richtig los: Das Haus des Witwers soll verkauft werden, Carl flüchtet kurzerhand: Der Ballonverkäufer fliegt dank seiner heliumgefüllten Produkte einfach weg – samt Haus. Problematisch wird es nur, als sich herausstellt, dass sich auch ein junger Pfadfinder an Bord befindet. Umkehren ist aber nicht mehr möglich, die Reise gen Südamerika ist nicht mehr aufzuhalten. Dort angekommen werden sie sprechende Hunde, einen exotischen und loyalen Vogel sowie Muntz, der sich als alles andere als heldenhaft herausstellt, treffen.

Quelle: Pixar

Kritik

Die Erwartungen an neue Pixar-Filme steigen mittlerweile ins Unermessliche: Jeder Film ist in finanzieller und qualitativer Hinsicht ein Erfolg. Das Gleiche gilt für Oben – schon allein die außergewöhnlichen Figuren machen den Film sehenswert. Carl, der zynisch verbitterte, aber doch liebenswerte Held, der sich immer wieder über seinen naiven und hemmungslos überfordernden Begleiter Russell ärgern muss – und ihn trotzdem schließlich, wie sollte es anders sein, ins Herz schließt. Ihnen wird aber die Show problemlos von den beiden tierischen Sidekicks, einem sprechenden Hund und einem meist stillen, aber sonst krächzenden Vogel, gestohlen. Selten waren Nebenfiguren so witzig und gut platziert.

Dies wären aber letztlich nur Aspekte, die den Film zu einem von vielen unterhaltsamen Werken machen würden. Was Oben wirklich von anderen Animationsfilmen abheben lässt, ist schlichtweg die wunderbar erzählte Geschichte des Films. Allein die ersten zwanzig Minuten, die Carls bisheriges Leben in Zeitraffer zusammenfassen, sind so begeisternd, fesselnd und emotional, dass sich der Zuschauer kurzfristig fragt, ob es sich nun wirklich um einen Kinderfilm handelt. Tut es zwar, aber dies ist vor allen Dingen der kommenden Stunde geschuldet, in der es deutlich alberner zugeht.

Pixar bleibt damit seinem bereits bei Wall-E erprobten Prinzip treu: Der Animationsfilm spricht alle Altersklassen an. Die Themen sind weitaus erwachsener, sind zugleich aber humorvoll dargeboten. Man könnte Oben auch als Tragikomödie bezeichnen – der Schwerpunkt liegt aber noch deutlich auf der Komödie.

Fazit

Mit Oben hat Pixar einen großen Schritt in Richtung älterer Generationen gemacht, ohne die jungen Zuschauer zu enttäuschen. Es ist ein Drahtseilakt für die Macher der Filme, den sie bisher bravourös gemeistert haben. Nicht umsonst wurde Oben 2010 für fünf Academy Awards nominiert. Zwei Oscars gewann der Film schließlich in den Kategorien "Best Original Score" und "Best Animated Film" – einer mehr als sein Vorgänger Wall-E. Oben ist einer der bisher besten Animationsfilme aller Zeiten.

Eine Filmanalyse zu Oben finden Sie hier.

 

Titel: Oben
Originaltitel: Up
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2009
Dauer: 96 Minuten
Altersfreigabe: Ohne Altersbeschränkung
Erscheinungsdatum (Deutschland): 17.09.2009
Verleih: Walt Disney Pictures, Pixar Animation Studios
Einspielergebnis (in Euro/Dollar, Deutschland/weltweit): € 18,407,513/ $731.342.744
Regisseur: Pete Docter, Bob Peterson
Drehbuch: Pete Docter, Bob Peterson, Thomas McCarthy
Sprecher: Edward Asner (Carl), Christopher Plummer (Muntz), Jordan Nagai (Russell)
Kamera: Patrick Lin
Musik: Michael Giacchino
Schnitt: Kevin Nolting
Produzent: Jonas Rivera

 


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