von Mirijam Steinhauser

Als in die Ideenschatzkammer des berühmten Autors Herrn Fuchs eingebrochen wird, gerät dieser in eine Schreibkrise und macht sich auf die Suche nach den verlorenen Gedankengütern. Eine lustige Kriminalgeschichte aus dem Reich der Bücherfresser und Leseratten

Inhalt

Biermann, Franziska: Herr Fuchs und der rote Faden
mixtvision, München 2015.
96 S., 12,90 €
ISBN 9783-95854-021-7

Auch wenn Herr Fuchs mittlerweile ein sehr berühmter und dazu noch ziemlich reicher Autor mit Haus am Waldrand und genügend Geld für Lesefutter ist, legt er sich nicht auf die faule Haut. Das hat einen einfachen Grund: Am besten schmecken ihm, der Bücher ganz im wörtlichen Sinne verschlingt, seine eigenen Werke und deshalb muss er fleißig neue Geschichten über seinen Helden Jacky Marrone produzieren. Dazu sammelt er im Sommer Ideen, Gegenstände, Gerüche und Beobachtungen in seinen fuchsroten Notizbüchern und Kellerregalen. Im Winter aber zieht er sich in seinen Bau zurück, um die Ideenschatzkammer für neue Romane abzuschöpfen.

Als es wieder einmal so weit ist und bei Wintereinbruch Herrn Fuchs schon die Schriftstellerpfötchen jucken, ereignet sich die Katastrophe: All seine Gedankengüter sind gestohlen worden. Mit Hilfe seines Verlegers Herrn Schultz, den der Leser schon aus dem ersten Band kennt, macht sich Herr Fuchs auf Verbrecherjagd. Nach Theseus-Art verwendet er einen roten Faden, den er aus dem roten Strickpullover seines Verlegers gewinnt, um bei der unterirdischen Ideensuche abgesichert zu sein. Seine Spürnase führt ihn nach einigem Suchen in die Bibliothek, wo er auf eine Leseratte trifft. Diese versucht verzweifelt, ein Buch zu schreiben, was ihr aber auch mit den gestohlenen Schätzen des Fuchses nicht gelingt. Der zuvor so wütende Bestohlene zeigt sich milde und ermöglicht der Leseratte eine Schriftstellerlehre. Doch nicht jeder hat das Zeug zum Schreiben. Und so wird die Ratte, die wegen des Diebstahls und einiger Verwüstung in der Bibliothek dort Strafstunden ableisten muss, lieber Bibliothekarin. Herr Fuchs aber schreibt endlich sein neues Buch: Jacky Marrone und der rote Faden.

Kritik

Nach Herr Fuchs mag Bücher! ist Herr Fuchs und der rote Faden der zweite Band über den lese- und schreibwütigen Protagonisten. Schon auf dem Cover wird mithilfe einer interpiktorialen Anspielung Bezug auf den ersten Band genommen: Die Titelillustration nimmt einerseits das Motiv des ersten Covers, den Bücher essenden Fuchs, auf und spielt anderseits mit einem mise-en-abyme, indem das Cover des hier verschlungenen Buches als dasjenige des ersten Bandes erkennbar ist. Im Prolog wird dann die Handlung des Vorgängerbandes zur Orientierung des Lesers wiedergegeben. Ähnlich wie im ersten Band geht es auch hier um einen Kriminalfall, allerdings mit veränderten Rollen: War Herr Fuchs im Vorgängerbuch noch der Täter aus verzweifelter Gier nach Büchern, so ist er nun der bestohlene Dichter. Auf äußerst unterhaltsame Weise werden hier Plagiatsdebatte und Schreibkrise sehr konkret umgesetzt. Die Illustrationen bestechen wiederum durch die Kombination aus Collageelementen und plakativ farbigen Bestandteilen. Dadurch, dass die Handlung zu großen Teilen unter der Erde spielt, werden Querschnitte von Fuchsbau, Kanalisation und Rattengängen zu einem variantenreichen Motiv. Als grafisches Element wird auch der rote Faden gekonnt eingesetzt. Bereits auf dem Einband windet er sich um den Protagonisten und schlängelt sich zu einem Teil der Titelbuchstaben. Daneben passen die Vorsatzpapiere, die zunächst schlicht wirken, in das Konzept. Sie stellen die Maschen des roten Pullovers dar, der den roten Faden liefert. Insgesamt überzeugt das Zusammenspiel zwischen Inhalt, Illustrationen und Typographie wie schon im ersten Band. Weiterhin ist auch diesem Buch ergänzend ein E-Book-Code beigegeben, sodass es auch auf einem Lesegerät rezipiert werden kann.

Fazit

Für alle großen und kleinen Fans von Herrn Fuchs, alle Bücherfresser und Leseratten  ist Herr Fuchs und der rote Faden ein neuerliches Lesevergnügen, das sich für Kinder ab etwa sechs Jahren vor allem beim Vorlesen verwirklichen wird.

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